Das Elfmeterschießen im Finale der Champions League im Jahr 2012 ist noch immer sehr bekannt. Für den FC Bayern war es ein trauriges "Finale dahoam", für den FC Chelsea der Gewinn einer riesigen Trophäe. Durch den Siegtreffer hat Didier Drogba aber auch Eden Hazard beeinflussen können - er war überzeugt und wechselte anschließend zu den Blues.


Die Saison 2011/12 hätte für Chelsea in der Premier League besser laufen können. Nach dem kurzweiligen Engagement von Trainer André Villas-Boas, der lediglich zehn Monate Trainer der Blues war, übernahm Roberto Di Matteo wenige Wochen vor dem Ende der Spielzeit. Am Ende landete der Verein aus London auf dem sechsten Tabellenplatz. Allerdings gewann man in dieser Saison auch die Champions League, im Finale gegen den FC Bayern - ausgerechnet in München.


Das Elfmeterschießen war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Schlussendlich war es Didier Drogba, der den finalen Treffer für Chelsea setzen und somit die Trophäe für seinen Klub und Investor Roman Abramowitsch gewinnen konnte. Ein Erfolg, der auch Folgen für die anschließenden Transfers hatte: Immerhin hatte sich ein gewisser Eden Hazard nach dem CL-Erfolg dafür entschieden, im Sommer 2012 vom OSC Lille aus nach London zu wechseln.


Hazard und die Londoner Versuchung: Nach dem CL-Finale ging es ganz schnell - Drogba als Schlüsselfigur


Hazard war über die letzten Monate dieser Saison schon länger am Überlegen und am Zweifeln. Die Spielzeit in der Premier League war wahrlich nicht allzu beeindruckend, auch wenn das Interesse Chelseas bereits bekannt war. Eine Tatsache, die eher mehr Zweifel als Überzeugung brachte. Niemand geringeres als Drogba war es schließlich, der das berühmte letzte Puzzleteil für einen Wechsel brachte. Die Gespräche mit den Blues waren längst nicht abgeschlossen, doch nach dem erfolgreichen Endspiel der Königsklasse ging alles ganz schnell.


Túlio di Melo, ehemaliger Teamkollege Hazards in Lille, erinnerte sich an die gemeinsame Abschlussfahrt der Mannschaft zu den Filmfestspielen in Cannes (via Het Laazsze Nieuws): "Die Yacht des Chelsea-Besitzers lag in Cannes vor Anker. Wir wollten gerade ins Kino gehen, aber Eden stieg plötzlich aus: 'Ich kann nicht mitkommen, ich habe jetzt ein Treffen mit meinem Agenten und Abramowitsch'. Als er zurückkam, lächelte er: 'Nun, ich glaube ich fahre nach Chelsea. Ich glaube, er hat mich überzeugt.'"


In Blau hatte Eden Hazard eine erfolgreiche Zeit

Auch Drogba selbst hatte sich zuvor um den Transfer von Hazard bemüht. Den Belgier hatte er über seinen Landsmann Gervinho kontaktiert. Der Stürmer habe ausrichten lassen, dass er unbedingt mit ihm sprechen müsse, erklärte Hazard: "Drogba sagte mir: 'Du musst nach Chelsea kommen.' Zu diesem Zeitpunkt zweifelte ich noch. Chelsea hatte sich in der Premier League nicht gut geschlagen. Doch nach diesem Finale war die Wahl schnell getroffen." Manchester United war ebenfalls im Rennen. Trainer Sir Alex Ferguson wütete damals: "Chelsea zahlt seinem Berater verdammte sechs Millionen Euro!" Ein passender Ausdruck, der zeigte, wie eng das Rennen um den heute 29-Jährigen war.


Ein sehr positives Gespräch mit Trainer Di Matteo, in dem es über Fußball und Hazards Position gegangen sei, habe ebenfalls einen guten Einfluss gehabt. Dass es bereits einige französisch-sprachige Spieler in der Premier League gab, beflügelte Hazard ebenfalls. Ein Nachteil: "Ich war nur traurig, dass er, Drogba, sich entschied zu gehen." Heute, ganze acht Jahre später, spielt Hazard für Real Madrid auf, nachdem Chelsea ihn im Sommer 2019 für satte 100 Millionen Euro gehen ließ.