Der FC Bayern hat nach dem Triple-Erfolg in die Breite investiert und sieben Neuzugänge verpflichtet. Wie sind die ersten Wochen für die Neuankömmlinge gelaufen?


Sich in eine funktionierende Mannschaft einzufügen, ist schwer. Das gilt besonders dann, wenn diese erst wenige Wochen vor Beginn der neuen Saison das Triple gewonnen hat. Mehr geht nicht - mit einer Ausnahme: Gewinnt der FC Bayern auch die Klub-Weltmeisterschaft, ist er nach dem FC Barcelona erst der zweite Verein, dem es gelingt, alle sechs Vereinstitel eines Kalenderjahres zu gewinnen.

Dabei helfen sollen die Neuzugänge, die allen voran für die Kaderbreite verpflichtet wurden. Eric Maxim Choupo-Moting, Bouna Sarr, Douglas Costa und Marc Roca sollen das Stammpersonal entlasten, Alexander Nübel und Tanguy Nianzou sind zwei Versprechen für die Zukunft und Leroy Sané soll der neue Star werden. In der folgenden Liste wird einzeln beleuchtet, wie der Saisonstart für die Neuen verlaufen ist.



1. Alexander Nübel

Im Training bereitet sich Alexander Nübel darauf vor, in einigen Jahren in Manuel Neuers Fußstapfen zu treten. Spielen darf er nur dann, wenn der mehrfache Welttorhüter nicht zur Verfügung steht, wie im Erstrundenspiel des DFB-Pokals gegen den 1. FC Düren.

Beim 3:0-Erfolg durfte sich Nübel erstmals im Bayern-Dress präsentieren, in den kommenden Monaten wird er aber lediglich auf der Bank sitzen.



2. Tanguy Nianzou

Der Start von Tanguy Nianzou ist unglücklich verlaufen, im September verletzte sich das Abwehr-Talent bei der französischen U20-Nationalmannschaft am Oberschenkel.

Behutsam soll Nianzou aufgebaut werden, aufgrund der Breite in der Innenverteidigung besteht auch keine sonderliche Eile. Sobald er wieder voll angreifen kann, könnte er das eine oder andere Mal in den Kader rücken und vielleicht sogar einen Einsatz erhalten. Überstürzen will man aber nichts.



3. Bouna Sarr

Außenverteidiger Bouna Sarr soll hauptsächlich Benjamin Pavard entlasten, gegen den 1. FC Köln (2:1) musste der Franzose jedoch auf dem Linksverteidiger-Posten aushelfen, weil Alphonso Davies nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk ausfällt und Lucas Hernandez sowie David Alaba eine Pause erhielten.

Auf der linken Abwehrseite wirkte Sarr überfordert, auch als Rechtsverteidiger präsentierte er sich noch nicht in Bestform. Der 28-Jährige wird noch Zeit benötigen, um sich an das Spiel der Bayern anzupassen. Immerhin stehen bereits 4 Einsätze über 287 Spielminuten zu Buche.



4. Marc Roca

In Köln durfte Marc Roca sein Bundesliga-Debüt feiern, für mehr als eine Minute reichte es für den spanischen Mittelfeldspieler aber nicht.

Auch bei ihm will Hansi Flick nichts überstürzen. Unter der Woche erklärte der Cheftrainer, Roca müsse zunächst die Abläufe verinnerlichen, ehe er häufiger zum Zug kommen darf. Der 23-Jährige muss sich in Geduld üben und lernen, wenn er spielen will.



5. Leroy Sané

Eine Verletzung am Kreuzband kann verheerend sein. Während Niklas Süle zwei Monate nach seinem Comeback wieder nahe der Bestform ist, benötigte Corentin Tolisso fast zwei Jahre, um sich von seinem Kreuzbandriss zu erholen. Auch Leroy Sané, der sich im August vergangenen Jahres diese verheerende Verletzung zugezogen hatte, braucht Zeit.

Der Königstransfer des abgelaufenen Sommers spielt seine Stärken im Tempo und Eins-gegen-eins noch nicht aus und bleibt über weite Strecken relativ ungefährlich. Zuallererst wird es für ihn darum gehen, über Spielpraxis Selbstvertrauen zu tanken; daran hat ihn zwischenzeitlich eine Kapselverletzung gehindert. Jetzt ist Sané wieder einsatzbereit und soll sich in den kommenden Wochen beweisen.



6. Douglas Costa

Nach drei Jahren bei Juventus Turin war Douglas Costa glücklich über seine Rückkehr nach München, wo er insbesondere in seinem ersten Halbjahr geglänzt hatte. An diesen Leistungen konnte der Brasilianer aber noch nicht anknüpfen.

Costa tut sich aktuell noch etwas schwer im Bayern-Trikot, in den Halbräumen, in die die Flügelspieler häufig einrücken, fühlt er sich nicht ganz so wohl wie an der Seitenlinie. Seine einzige direkte Torbeteiligung ist ein Assist beim 5:0-Sieg über Eintracht Frankfurt.



7. Eric Maxim Choupo-Moting

Eric Maxim Choupo-Moting kommt eine der schwersten Aufgaben des Kaders zuteil: Er soll Robert Lewandowski entlasten. Europas Fußballer des Jahres ist wegen seiner vielen Tore und seinem Spielverständnis extrem wichtig für die Mannschaft, entsprechend groß ist die Verantwortung, die Choupo-Moting trägt.

In der Bundesliga ist ihm noch kein Tor gelungen, dafür traf er im DFB-Pokal doppelt. Der 31-Jährige findet auf engstem Raum gute Lösungen und überzeugt mit seiner Technik, gänzlich kann er den Verlust Lewandowskis aber nicht kompensieren.