Karl Heinz Rummenigge durfte mit dem FC Bayern jüngst das zweite Triple der Vereinsgeschichte feiern und hat mit dem Klub schon alles gewonnen. Mit Bild sprach der 64-Jährige über seine Zukunft, wie es mit dem Verein weitergeht und auch über Lionel Messi.


Auf den Erfolg in dieser Saison, der mit einem Sieg im Champions League-Finale gegen Paris Saint-Germain und das damit gewonnene Triple gekrönt wurde, schaut Rummenigge natürlich gern zurück, stellt jedoch den gesamten Teamerfolg in den Vordergrund. Darauf angesprochen, was er als Hauptgründe des Erfolgs betrachte, entgegnete der Vorstandschef des FC Bayern: "Wir leben in unserem Klub Werte, die im Fußball nicht selbstverständlich sind, vor allem haben wir eine große Kontinuität. Ich bin bald 19 Jahre Vorstandsvorsitzender, in unseren Führungsgremien gab es in dieser Zeit kaum Fluktuation."


Rummenigge macht noch ein paar Jahre weiter


Ein Karriere-Ende komme für Rummenigge zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Frage. Man solle "Dinge machen, solange man Freude an ihnen hat", erklärte der ehemalige Profi des FC Bayern und Inter Mailand. Er sei "auch in dieser Woche gern ins Büro gegangen."


Darüber hinaus gebe es auch in der kommenden Saison viel zu tun. "Außerdem haben auch wir eine finanziell sehr herausfordernde Saison vor uns. Wir müssen hart und gut arbeiten, um mit einem blauen Auge aus dieser Corona-Problematik heraus zu kommen", begründet Rummenigge seinen Verbleib beim Rekordmeister.


Über die Frage nach einem möglichen Kauf von Superstar Lionel Messi kann er daher nur lachen: "Wenn Sie wüssten, was er verdient, würden Sie hier nicht mehr so ruhig sitzen (lacht). Deswegen hat sich der FC Bayern nie mit Messi beschäftigt." Des Weiteren würde der Fußball-Funktionär einen Abgang Messis aus Barcelona ohnehin bedauern: "Er ist als Jugendlicher nach Barcelona gekommen und eigentlich der Typ Spieler, der in diesem Klub seine Karriere beenden sollte. Messi ist quasi Barcelona."


FC Bayern wünscht sich mehr Vertrauen der Bundesregierung


Auf die nahe Zukunft angesprochen, in Bezug auf das weitere Vorgehen in der Bundesliga und den Besuch von Zuschauern im Stadion - Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte erst am vergangenen Donnerstag den Besuch von Großveranstaltungen im Sport bis mindestens Ende Oktober verlängert -, hat Rummenigge eine klare Meinung. Er wünsche sich, "wenn man uns die Chance und das Vertrauen geben würde, in einem Testlauf zeigen zu dürfen, dass wir die Richtlinien einhalten können. Beim FC Bayern haben wir ein 50 Seiten dickes Konzept entwickelt. Bei Corona 1 haben wir einen Standard für ganz Europa gesetzt. Ich bin überzeugt, dass wir bei Corona 2.0 jetzt auch dazu in der Lage sind."


Dennoch sieht der 13-malige deutsche Meister auch eine Chance für den gesamten europäischen Fußball, aus der Krise zu lernen und im besten Falle wieder mehr Nähe zu den Anhängern aufzubauen: "Es gibt auch eine Chance: Dass wir Corona nutzen, um wieder ein Stückchen Normalität für die Menschen zu leben. {...} Was wir jetzt noch brauchen, ist ein Stück Demut von den Spielern und Beratern in Sachen Gehältern. Das hat sich noch nicht nachhaltig bemerkbar gemacht."


"Robert hat die Saison seines Lebens gepielt"


Ohnehin sei für Rummenigge wichtig, den Erfolg nicht zu sehr an sich ran zu lassen. Über allem stehe die Demut: "Nach einem Triumph wie dem Triple, beglückwünschen einen alle, mein WhatsApp-Account war so voll wie nie zuvor. Man muss mit dem Lob realistisch umgehen. Wir freuen uns, aber man muss geerdet bleiben und dann wieder alles geben."


Einen Wunsch habe er dennoch. Rummenigge hatte sich stark dafür eingesetzt, dass die Wahl zum Weltfußballer des Jahres doch stattfinden würde, um seinem Star-Stürmer Robert Lewandowski die Möglichkeit zu geben, diesen Titel zu gewinnen: "Robert hat die Saison seines Lebens gespielt. Er ist Torschützenkönig der Bundesliga und Champions League geworden. Und er lebt Bayern München. Früher habe ich gedacht, er sieht uns vielleicht etwas als Durchgangsstation, um eines Tages bei Real Madrid zu landen, seinem damaligen Lieblingsklub. Das hat sich verändert."