Die Pflicht ist erledigt, im August soll die Kür folgen. Seit dieser Woche bereitet sich der FC Bayern intensiv auf die Champions League vor. Im Vordergrund steht das Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea, mit allem anderen will sich Trainer Hansi Flick noch nicht beschäftigen.


Am 8. August bitten die Münchner Bayern in der Allianz Arena zum Rückspiel gegen Chelsea. Knapp zwei Wochen bleiben Hansi Flick und seinem Trainerteam noch, um die Mannschaft auf die Partie und das mögliche Blitz-Turnier in Lissabon vorzubereiten, die ersten Eindrücke stimmen den 55-Jährigen positiv: "Ich bin mehr als zufrieden mit dem, was die Mannschaft in den ersten fünf Trainingseinheiten gezeigt hat", sagte Flick auf der Pressekonferenz am Sonntagmittag. "Sie ist sehr fokussiert, hat eine enorme Qualität im Training und vor allem eine enorme Intensität."


Nach dem Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen durften die Bayern-Stars für zwei Wochen durchschnaufen, die Akkus sind wieder voll. "Ich glaube schon, dass man gerade zum Schluss der Bundesliga und auch im Pokalfinale gemerkt hat, dass die Mannschaft ein bisschen Körner gelassen hat. Deswegen hat uns diese Pause sehr gut getan", sagte Flick. Der Trainingsrückstand halte sich aufgrund der individuellen Einheiten der Spieler allerdings in Grenzen, entsprechend zuversichtlich blickt der Cheftrainer auf die kommenden Aufgaben.


Einzig die Verletzung von Benjamin Pavard trübt die Stimmung. Der Leistungsträger auf der rechten Abwehrseite hat sich bei der Trainingseinheit am Sonntag verletzt. Laut Sky ist Pavard mit dem linken Sprunggelenk umgeknickt und droht bis zu drei Wochen auszufallen. Gegen Chelsea müsste Flick demzufolge in der Viererkette umstellen.


Süle darf auf Einsatz gegen Marseille hoffen - Geduld bei Tolisso


Gegen Chelsea könnte auch Niklas Süle erstmals wieder dabei sein. Der Innenverteidiger bereitete sich gemeinsam mit Neuzugang Leroy Sané auf das wiederbegonnene Mannschaftstraining vor und darf auf einen Einsatz im Testspiel gegen Olympique Marseille (Freitag, 16:00 Uhr) hoffen: "Ich gehe davon aus, dass er bei 100 Prozent ist. Klar fehlt ihm die Spielpraxis, aber da haben wir im Spiel gegen Marseille die Chance, ihn spielen zu lassen. Dann gucken wir weiter."


Niklas Süle darf gegen Marseille auf erste Spielminuten seit seinem Kreuzbandriss im Oktober vergangenen Jahres hoffen

Abwarten will Flick auch bei Corentin Tolisso. Der 25-jährige Mittelfeldspieler wurde im April am Knöchel operiert und hat seit dem Re-Start kein einziges Pflichtspiel absolvieren können. "Wir hoffen, dass er schmerzfrei trainieren kann", so Flick. "Wir warten ab, wie die nächsten Wochen sind, dann schauen wir weiter."


Neuzugänge werden eingewöhnt - Tillman und Arrey-Mbi erweitern den Talente-Pool


Die Neuzugänge Leroy Sané, Alexander Nübel und Tanguy Nanziou sowie Rückkehrer Adrian Fein bleiben derweil ab dem Spiel gegen Marseille außen vor. Das Quartett darf nicht an den Champions-League-Spielen teilnehmen, für sie gehe es ohnehin erst einmal darum, sich in den Trainingseinheiten einzugewöhnen: "Wichtig ist mir, dass sie reinkommen - wie die Mannschaft trainiert, was sie bei taktischen Einheiten oder Spielformen erwartet", so Flick. "Ich erwarte, dass man das aufsaugt. Was danach kommt, wird sich zeigen."


Anders sieht das bei den Nachwuchstalenten aus. Zusätzlich zu Joshua Zirkzee, Oliver Batista Meier und Sarpreet Singh trainieren auch Malik Tillman und Bright Arrey-Mbi bei den Profis mit. Das Quintett wird mit nach Lissabon reisen, sollten die Bayern das Viertelfinale erreichen. Flick erinnerte auch an Chris Richards, der Innenverteidiger verweile derzeit allerdings in der Heimat und werde erst nach negativen Corona-Tests am Mannschaftstraining teilnehmen dürfen, sobald er sich wieder in München aufhält.


Chelsea "imponiert" Flick


Trotz des 3:0-Erfolgs im Hinspiel erwartet Flick mit dem Rückspiel gegen Chelsea eine schwere Aufgabe: "Die Spiele, die sie in den letzten Wochen gezeigt haben, waren sehr beeindruckend", warnte er vor dem Gegner aus London. Speziell die Vorstellung bei der 3:5-Niederlage gegen den FC Liverpool habe ihn "imponiert", das Viertelfinale erachtet er deshalb nicht als selbstverständlich - genau wie das Erreichen des Endspiels am 23. August: "Wir haben die Pflichtaufgaben mit Meisterschaft und Pokal hervorragend gemeistert. Jetzt gilt es, das Besondere zu machen. Da ist erst Chelsea, und wenn man den Weg danach sieht, ist es nicht einfach."

Um die großen Ziele zu erreichen, müsse die Mannschaft fit und konzentriert sein, so Flick - diese Botschaft ist offenbar in der Kabine angekommen. "Die Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentiert, ist für uns Trainer jeden Tag ein Genuss", schwärmte Flick. Es sei ein "absoluter Leistungsgedanke" zu spüren, die Spieler seien "fokussiert aufs Gewinnen. Wir wissen, dass vieles von Glück abhängig ist, aber wir wollen alles daran setzen, dass wir top vorbereitet sind, mit dem richtigen Matchplan in jedes Spiel reingehen und 90 Minuten auf dem Platz zeigen, was wir können." Dann könnte der Henkelpott wieder nach München wandern.