Am Sonntag (15:30 Uhr) gastiert der FC Bayern bei der TSG Hoffenheim. Nach 120 anstrengenden Minuten im UEFA-Supercup gegen den FC Sevilla (2:1 n.V.) könnte Hansi Flick rotieren, allerdings sind die Möglichkeiten für den 55-Jährigen eingeschränkt.


Es war ein hartes Stück Arbeit in Budapest, über die volle Distanz noch dazu. Im Supercup offenbarte sich der FC Sevilla als ebenbürtiger Gegner, der unter dem Strich zwar vom FC Bayern dominiert wurde, dem deutschen Rekordmeister aber schwierige Aufgaben stellte. Minute um Minute rannten die Bayern an, jedoch fanden sie kaum Lücken gegen die defensiv so strukturierte Mannschaft des ehemaligen spanischen Nationaltrainers Julen Lopetegui. Und so brauchte es in der Verlängerung einen von Diego Carlos geschenkten Eckball, um in Führung zu gehen und den Sieg einzutüten.

Was sich ebenfalls offenbarte, war die extrem dünne Personaldecke der Bayern. In der regulären Spielzeit wechselte Hansi Flick nur einmal, in der 70. Minute betrat Corentin Tolisso für Leroy Sané das Feld. Ein zentraler Mittelfeldspieler für einen Flügelspieler - ein ungewöhnlicher Wechsel. In Minute 99 kamen Alphonso Davies und Javi Martinez für Lucas Hernandez und Leon Goretzka ins Spiel, in Minute 112 Jerome Boateng für Niklas Süle. Defensiv konnte Flick also ordentlich nachlegen, doch für die Offensive fehlt ihm das Spielermaterial.


Der späte Supercup-Triumph hat seinen Preis: Aufgrund des dünnen Kaders treten die Bayern nicht mit voller Fitness in Hoffenheim an.

Weitere Neuzugänge hat Flick längst gefordert, ob die Sportliche Leitung dieser Bitte auch nachgehen wird, bleibt allerdings unklar. Zunächst steht ohnehin erst einmal das Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim auf dem Programm. Doch inmitten zweier englischer Wochen - am Mittwoch treffen die Münchner im DFL-Supercup auf Borussia Dortmund, am darauffolgenden Sonntag in der Bundesliga auf Hertha BSC - könnte dem ein oder anderen Spieler schon am zweiten Spieltag die Luft ausgehen.


FC Bayern: Wie viele Änderungen sind in der Startelf zu erwarten?


Deshalb könnte Flick rotieren. In der Defensive stellt sich etwa die Frage, ob David Alaba nach seinem schwachen Abend in Budapest eine Verschnaufpause erhält und von Hernandez, der zuletzt gegen den Ball zu überzeugen wusste, in der Innenverteidigung ersetzt wird. Somit könnte Davies seinen ersten Startelfeinsatz in dieser Saison feiern, der junge Kanadier war zuletzt leicht angeschlagen und begann daher gegen Schalke und Sevilla auf der Bank. Im Mittelfeld könnte Tolisso derweil anstelle von Goretzka beginnen, während des Spiels könnte dann Mickael Cuisance zum Einsatz kommen. Und wie sieht es auf der Außenbahn aus, auf der Serge Gnabry am Donnerstag die vollen 120 Minuten durchspielen musste? Diesen Fragen wird sich Flick stellen müssen.

Der Cheftrainer wird aller Voraussicht nach an seinem Erfolgsrezept festhalten und seine Grundformation nicht verändern. Im 4-2-3-1/4-3-3-Mix beginnt Manuel Neuer zwischen den Pfosten, die Viererkette könnte sich unverändert aus Benjamin Pavard, Süle, Alaba und Hernandez zusammensetzen. In der Mittelfeld-Zentrale könnte Tolisso an der Seite von Joshua Kimmich beginnen, die offensive Dreierreihe dürfte wieder aus Gnabry, Thomas Müller und Sané bestehen. Robert Lewandowski ist in der Sturmspitze ohnehin gesetzt.


Die mögliche Aufstellung im Überblick: