Am Sonntag steigt das Champions-League-Finale zwischen Paris St. Germain und dem FC Bayern. Der deutsche Rekordmeister kann eine unglaubliche Saison 2019/20 in Lissabon mit dem Triple krönen, hat mit PSG aber den schwersten Gegner der K.o.-Phase vor der Brust. Welche Auswirkungen hat der Gegner auf die Startelf der Bayern?


Grundsätzlich ist Hansi Flick ein Freund des Leistungsprinzips. Aber sobald er eine Aufstellung gefunden hat, die funktioniert, hält er auch an ihr fest. "Never change a running system", dieses Motto hat der FC Bayern während dieser Champions-League-Tage verkörpert. Im Achtelfinal-Rückspiel, dem Viertelfinale und dem Halbfinale vertraute Flick stets auf dieselbe Startelf, die sich dadurch auszeichnete, dass Joshua Kimmich anstelle des verletzten Benjamin Pavard als Rechtsverteidiger begann und Ivan Perisic den Vorzug vor Kingsley Coman auf der linken Außenbahn erhielt. Der Rest hatte sich in den vergangenen Monaten die Startplätze erspielt - etwa Jerome Boateng in der Innenverteidigung neben David Alaba, Leon Goretzka im defensiven Mittelfeld, Thomas Müller auf der Zehn oder Serge Gnabry auf dem rechten Flügel.

Auch gegen Paris St. Germain sind im Grunde genommen wenige bis keine Veränderungen zu erwarten. Einzig die Frage, ob Pavard nach seinem Comeback im Halbfinale gegen Lyon von Anfang an spielen wird, dürfte den 55-jährigen Flick beschäftigen. Das hohe Anlaufen hat Kimmich auf der Sechs verinnerlicht, weshalb er auch auf der rechten Abwehrseite viele Meter nach vorne macht - im Umkehrschluss lässt er damit aber viele Räume für den Gegner offen, die diese mit einem hohen Ball über die Kette bespielen und somit Gefahr erzeugen können. Selbiges galt zuletzt auch für Alphonso Davies, bloß macht der Kanadier sein fehleranfälliges Positionsspiel mit seinem wahnsinnigen Tempo wett.


Benjamin Pavard ist gerade erst von einer Knöchelverletzung zurückgekehrt, sorgt in der Viererkette aber für mehr Stabilität als Joshua Kimmich

Auch die Frage, ob die Bayern auch am Sonntag so hoch und aggressiv pressen und damit so viel Risiko eingehen wie gegen Lyon, steht im Raum. Je nachdem, ob Flick auf Pressing oder mehr Ballkontrolle setzt, hätte eine Rückkehr von Pavard Auswirkungen auf das Mittelfeld - dort müsste entweder Thiago oder Goretzka auf die Bank rücken.


Die alles entscheidende Frage: Pavard oder Kimmich?


Im Tor wird in jedem Fall Manuel Neuer beginnen, auch drei der vier Positionen in der Defensive sind bereits vergeben: Links beginnt Davies, in der Zentrale Alaba und Boateng, rechts könnte derweil tatsächlich Pavard den Vorzug vor Kimmich erhalten. Tritt dieser Fall ein, könnte Thiago auf die Bank weichen und Goretzka infolgedessen neben Kimmich auf der Doppelsechs spielen. In der offensiven Dreierreihe wird Perisic vermutlich erneut den Vorzug vor Coman erhalten, Müller auf der Zehn und Gnabry auf der rechten Außenbahn sind derweil ebenso unantastbar wie Robert Lewandowski in der Sturmspitze.


Die voraussichtliche Bayern-Aufstellung