Nicht nur in Spanien richteten sich am gestrigen Sonntagabend viele Blicke ins (immer noch verwaiste) Estadio Nou Camp zu Barcelona, um den Aufgalopp in das Pflichtspieljahr des FC Barcelona zu verfolgen. Beim klaren 4:0-Erfolg gegen den FC Villarreal ließen die Azulgrana nichts anbrennen.


Und verscheuchten einstweilig die schlimmsten Befürchtungen. Denn der in diesem Spätsommer schwer durchgeschüttelte Nobelklub ließ zumindest gegen das Gelbe U-Boot aus der Porzellanstadt Villarreal keinen Zweifel daran, dass auch in der Spielzeit 2020/21 mit ihm zu rechnen ist. Das klare Endergebnis stand bereits zur Pause fest. Und vor allem ein Youngster konnte sich dabei in den Vordergrund spielen.


Ansu Fati, beschämende 17 Jahre jung, zeigte erneut, warum der FC Barcelona auch in diesem Sommer allen Sirenengesängen aus der Premier League widerstand und sogar ein 150 Millionen-Angebot von Manchester United ablehnte. Zwei Tore erzielte der Teenager selbst, einen dritten holte er per Elfmeter (verwandelt von Lionel Messi) heraus. Da waren gerade einmal 35 Minuten gespielt - und die Messe schon gelesen. Pau erhöhte dann per Eigentor auf 4:0.


Harmonierten prächtig miteinander: Lionel Messi und Ansu Fati

Doch nicht nur Fatis Tore (und das an ihm begangene elfmeterreife Foul) ließen den Jungstar zum Spieler des Spiels werden. Es zeigte sich auch, dass er sehr gut mit Jordi Alba und Philippe Coutinho harmonierte. Und natürlich mit Barças Mastermind Lionel Messi. Die Zukunft und die Fast-Vergangenheit des Klubs (so schwer es auch ist, daran zu denken) fanden gestern auf dem Feld in sehr produktiver Weise zueinander. Ein Hoffnung machendes Signal für die zuletzt so leidgeprüften culés.


Auch Rückkehrer Philippe Coutinho wusste zu gefallen

FC Villarreal kein echter Maßstab


Insgesamt jedoch lässt dieses erste Spiel der Azulgrana keine wirklich fundierten Rückschlüsse auf den weiteren Saisonverlauf zu. Dazu waren die Gäste aus der spanischen Levante, mit dem fast nicht zu sehenden Ex-Dortmunder Paco Alcácer in ihren Reihen, einfach zu schwach.


Dennoch dürfte vor allem Ronald Koeman ein dicker Stein vom Herzen gefallen sein. Immerhin war es seine Entscheidung, sich vom drittbesten Torjäger der Klubgeschichte (Luis Suárez) zu trennen. Der hatte übrigens beim 6:1-Heimerfolg seines neuen Klubs Atlético Madrid gegen den FC Granada einen ähnlich fulminanten Einstand wie Fati. Zwei Treffer erzielte der charrúa selbst, ein weiteres bereitete er in exquisiter Manier vor. Doch gestern im Nou Camp vermisste keiner den Uruguayer. Kein Wunder, wenn man ein Wunderkind wie Fati und eine neumotivierte Lichtgestalt wie Messi in seinen Reihen hat.