Borussia Dortmund holte in den letzten beiden Jahren jeweils die Vize-Meisterschaft in der Bundesliga - "nur" muss man anhand der eigenen Dortmunder Ansprüche sagen. Vor dem nächsten Versuch, die Bayern vom Thron zu stoßen, äußerte sich BVB-Trainer Lucien Favre gegenüber der Schweizer Agentur SDA  zu den Möglichkeiten im Kader und lobte zudem den großen Konkurrenten.


Die Dortmunder konnten Jadon Sancho halten und haben mit Reyna, Bellingham und Haaland einige junge Stammspieler im Kader, die vor einer großen Zukunft stehen. "Vergessen Sie die anderen nicht, den Brasilianer Reinier, und erst recht nicht Yousouffa Moukoko, der im November 16 wird und erst ab dann für uns spielen darf. Er ist erstaunlich gut für sein Alter, wir werden ihn ganz behutsam entwickeln", wollte Favre ergänzen.

Aber natürlich kann er nicht nur auf Talente setzen. "Wir müssen eine Balance finden. Die älteren Spieler bringen Erfahrung, sorgen für Stabilität und Ruhe. Die Jungen bringen Frische, sie sind lernwillig. Sie sorgen für Bewegung, sie sind formbar. Mir gefällt die Arbeit mit Spielern, welche die Zukunft noch vor sich haben. Aber am Ende geht es natürlich um das sportliche Ergebnis. Wir sind keine geschützte Werkstatt", wollte Favre den Fokus nicht verlieren.


Draht zu den jungen Spielern - Bayern zu stark besetzt?


Besonders Neuzugang Belingham begeistert Favre. "Mich interessiert zuerst vor allem etwas: die Spielintelligenz. Ich schaue bei einem wie Bellingham nicht auf das Geburtsdatum. Er hat die technischen Fertigkeiten, er spürt die Räume. Deshalb fällt es mir auch einfach, mit einem solchen Talent zu arbeiten", schwärmte der Trainer vom erst 17-jährigen Engländer.

Dass Favre extrem gut mit jungen Spielern arbeiten kann, sah man schon zu seiner Zeit in Gladbach. "Ich komme zurück auf die Spielintelligenz. Zu spüren, wie sich das Spiel entwickelt, zu erahnen, wie die Passwege verlaufen - das sind zeitlose Themen. Da bin ich immer auf dem modernsten Stand", beschrieb der Schweizer seine Verbindung zu den Talenten.


Favre nimmt sich Zeit für Bellingham

Ob er in der kommenden Saison den FC Bayern angreifen und um den Titel in der Liga mitspielen kann, wollte Favre nicht wirklich beantworten. "Eine Prognose ist schwierig. Eines ist aber sicher: Vor uns liegen intensive Wochen, wir pausieren praktisch nie. Der Terminkalender ist dicht. Bestehen kann nur, wer in seinem Kader auf gute Alternativen zurückgreifen kann", wollte der 62-Jährige erneut darauf verweisen, dass er sich gerne noch Verstärkungen wünschen würde.

"Ich sagte es schon in verschiedenen Interviews: Bei der Analyse vieler Journalisten spielt das Potenzial des Kaders keine Rolle. Das ist bedauernswert, denn die Ergebnisse stehen immer in einem Kontext" und da die Bayern aktuell einen unfassbar starken Kader aufbieten können, werde man sich wohl wieder maximal mit dem zweiten Platz zufrieden geben müssen.

"Sorry, über den FC Bayern müssen wir nicht reden. Bayern ist die beste Mannschaft Europas – mit dem Sieg im Endspiel gegen Paris hat es auch der Letzte gesehen. Entscheidend wird sein, die Realität im Auge zu behalten", lobte Favre den Konkurrenten und schlug damit wesentlich leisere Töne an, als es die Verantwortlichen vor einem Jahr taten.