Julian Brandt muss sich bei Borussia Dortmund wieder einmal hinten anstellen. Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg sprach Lucien Favre seinem Schützling Mut zu und versprach, dass er früher oder später wieder zum Zug kommen wird.


Es war der nächste und vor allem ein schwieriger Schritt, den Julian Brandt vor einem Jahr bewusst gewagt hat. Nach fünfeinhalb Jahren bei Bayer Leverkusen wechselte er zu Borussia Dortmund. Beim Vizemeister, das musste Brandt schnell feststellen, ist die Konkurrenz um einiges größer als in Leverkusen, wo der 24-Jährige rasch nach seiner Verpflichtung vom VfL Wolfsburg im Januar 2014 erste Einsatzminuten erhielt und sich einen Stammplatz erarbeitete.


In seiner ersten Saison beim BVB war Brandt in 42 Pflichtspielen an 20 Toren direkt beteiligt (7 Tore, 13 Vorlagen), insgesamt wechselten seine Leistungen aber zwischen Licht und Schatten. Er präsentierte sich als guter, aber wegen mangelnder Aggressivität gegen den Ball nicht perfekter Achter, war verbraucht als falsche Neun, direkt hinter der Spitze im 3-4-2-1 aber wieder enorm gefährlich.


Mit Jadon Sancho, Marco Reus, Giovanni Reyna und auch Thorgan Hazard - wenngleich der Belgier in den ersten beiden Pflichtspielen als linker Flügelverteidiger ausgeholfen hat und zu überzeugen wusste - gibt es hinter Erling Haaland allerdings viele Anwärter auf einen der beiden Plätze; und Brandt muss sich derzeit ganz hinten anstellen. Genau wie in der Zentrale, die von Axel Witsel und Jude Bellingham besetzt wird.


BVB: Favre macht Brandt Mut


Je größer der Konkurrenzkampf, desto wichtiger ist es für einen Trainer, die Spieler bei Laune zu halten, die außen vor sind. Brandt selbst spricht seinen Unmut nicht in der Öffentlichkeit aus, medial wird seine Rolle beim BVB aber regelmäßig zum Thema. Wohl auch deswegen gab Lucien Favre am Donnerstag ein Versprechen ab: "Es wird wieder die Zeit kommen, in der er seine Spiele machen wird. Das ist sicher."


Er mache sich "überhaupt keine Sorgen" um Brandt, es stehe nicht zur Diskussion, dass er seine Einsatzminuten erhalten wird. Allerdings wird der deutsche Nationalspieler in den Trainingseinheiten noch eine Schippe drauflegen müssen (zitiert viaSportbuzzer): "Die Spieler, die in der vergangenen Woche angefangen haben, sind in besserer Form", sagte Favre. Der Schweizer habe es jedoch "immer im Hinterkopf, Spieler vorzubereiten, dass sie möglichst bald spielen. Und da ist Julian natürlich inbegriffen."


Abgeschrieben ist Brandt also noch lange nicht. Das geht auch aus einem Bericht von Sport1 hervor, wonach Leverkusen wegen einer Rückkehr angefragt und sich eine Absage eingehandelt haben soll. Bis zum Vertragsende im Sommer 2024 hat er genügend Zeit, seinen Stellenwert für die Borussia zu untermauern.