Eigentlich hätte sich Robert Lewandowski in diesem kurzen Corona-Sommer entspannt nach hinten lehnen und sich die Triumphe der vergangenen Saison vor Augen halten können. Die kollektiven wie Meisterschaft, Pokal und Champions League (neudeutsch Triple genannt) und die individuellen, wie zu Deutschlands Fußballer des Jahres und - natürlich - zum Bundesligatorschützenkönig gekürt worden zu sein. Doch aus seiner polnischen Heimat droht dem Torjäger nun Ungemach.


Grund ist, wie so häufig in diesen Kreisen, das liebe Geld. Der frühere Berater Cezary Kurcharsky hat vor der Wirtschaftskammer des Bezirksgerichts in Warschau Anklage gegen Lewandowskis (und Kucharskys) gemeinsame Vermarktungsfirma RL Management eingereicht. Streitwert: rund neun Millionen Euro. Lewandowski und dessen Ehefrau Anna, so Kucharsky, hätten unrechtmäßig erhebliche Summen von der Firma zu eigenen, privaten Zwecken abgezweigt. Von teuren Luxusreisen und verschwenderischen Inneneinrichtungen ist da die Rede. So berichtet es der Spiegel in seiner online-Ausgabe von heute.


Lewandowski bezeichnet die Klage als "unbegründet"


Auf Anfrage des Hamburger Nachrichtenmagazins sagte Lewandowski nur, dass ihn die Klage seines früheren Geschäftskollegen bislang nicht erreicht habe. Darüber hinaus nannte er die Klage "unbegründet", und wirft Kucharsky im Gegenzug Verleumdung, Schikane und Erpressung vor. Kucharsky, so Lewandowski, könne sich "einfach nicht mit der Beendigung der Zusammenarbeit abfinden". Lewandowski hatte sich im Februar 2018 von seinem langjährigen Manager getrennt.


Das Gericht in Warschau wird nun diese Anschuldigungen prüfen. Auch einschlägige deutsche Behörden dürften den Prozess interessiert mitverfolgen. Und auf Lewandowski kommt nach einem perfekten Sommer vielleicht ein weniger schöner Jahresausklang zu.