Robert Lewandowski war in vielerlei Hinsicht der Mann der Saison. Der Torjäger des FC Bayern war ein wichtiger Baustein für das Triple und trug sich mit seinen zahlreichen Treffern in sämtlichen Torschützenlisten auf dem ersten Platz ein. Im Interview mit dem kicker spricht Lewandowski über das vergangene Jahr, seine neue Rolle innerhalb der Mannschaft und seine körperliche Fitness.


Am Sonntag durfte sich Robert Lewandowski über den nächsten Titel freuen. Nachdem der 32-Jährige mit dem FC Bayern das Triple gewonnen und unter anderem die Torjägerkanone für seine 34 Bundesliga-Tore erhalten hatte, wurde er bei der vom kicker veranstalteten Wahl zum Fußballer des Jahres auf den ersten Platz gewählt. "Ich bin sehr stolz darauf", sagt der Angreifer im Interview mit dem Fachmagazin, "umso mehr, als die Erwartungen an mich immer höher werden und ich in jedem Jahr versuche, sie noch zu übertreffen." Das Niveau sei enorm hoch, 25 Tore pro Saison würden mittlerweile als normal gelten - damit steigt der Druck. "Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr gezeigt habe, was ich kann", sagt Lewandowski. "In dieser Saison hat alles gestimmt, wir haben als Mannschaft richtig gut gespielt. Es war sensationell."


Individuell war es wohl das beste Jahr in seiner Karriere. In 47 Pflichtspielen traf der Mann mit der Nummer 9 satte 55 Mal, zudem bereitete er zehn Treffer vor. Ob er sich in der Form seines Lebens befindet? "Ja, wahrscheinlich ja. Es geht nicht nur um die Anzahl meiner Tore, sondern um die gesamte Spielweise. Und ich habe daran gearbeitet, in diesen beiden Bereichen das optimale Niveau zu erreichen."


Teamplayer statt Einzelgänger: Robert Lewandowski (l.) hat eine bemerkenswerte Entwicklung genommen

Lewandowski versteht sich nicht nur als Ballverwerter, er will seine Mitspieler unterstützen. "Ich habe gemerkt, dass ich, wenn ich im Strafraum nur auf den Ball warte, in manchen Spielen weniger Bälle und damit auch weniger Torchancen bekomme", sagt er. Daher lasse er sich tiefer fallen, um direkter am Spielgeschehen teilzunehmen, auch wolle er Räume für seine Mitspieler kreieren, indem er mindestens einen Abwehrspieler an sich bindet.


Gleichermaßen will er auch in der Kabine helfen: "Ich versuche immer einen positiven Einfluss auf die Mannschaft auszuüben. Und wenn ich etwas sehe, was wir besser machen können oder worauf wir aufpassen müssen, sage ich es lieber laut und sofort als zu spät."


Lewandowski über seine Fitness: "Fühle mich besser als mit 26"


Aktuell steht Lewandowski bis 2023 in München unter Vertrag, bei Ablauf wäre er 35 Jahre alt. An ein Karriereende denkt er wegen seiner Fitness noch lange nicht: "Ich fühle mich nicht wie 32. Ich fühle mich besser als mit 26. Ich tue alles, um noch einige Jahre diese Form zu halten."

Schon in der Welt am Sonntag staunte Karl-Heinz Rummenigge: "Robert ist vielleicht der beste Profi, den ich hier erlebt habe. Seine Ernährung, sein Lifestyle - alles ist auf den Erfolg ausgerichtet." Der Vorstandsvorsitzende verglich Lewandowski bereits mit Cristiano Ronaldo, sagte: "Die Frage ist, ob Robert mit 35 sogar noch besser sein wird als Cristiano Ronaldo mit 35."


"Wir wollen die Besten bleiben" Robert Lewandowski

Darauf will sich Lewandowski allerdings nicht konzentrieren, im Vordergrund steht die neue Saison. Die werde aufgrund des engen Spielplans "brutal schwer", doch die Ziele bleiben hoch: "Jetzt sind wir top, und nun müssen wir top bleiben. Wir wissen, dass uns in der nächsten Saison jeder Gegner schlagen möchte. Da müssen wir bereit sein zu zeigen: Wir wollen die Besten bleiben."