Die zwischenzeitliche Rückkehr von Douglas Costa zum FC Bayern hat den Flügelspieler sehr glücklich gemacht, aber auch den damaligen Abschieds-Ärger von Uli Hoeneß wieder hochgeholt. Mit dessen Äußerungen und Söldner-Vorwürfen habe er kein Problem, betonte der Brasilianer - im Gegenteil.


"Konkreter wurde es vor drei Wochen: Es gab viele intensive Telefonate", erklärte Douglas Costa im Interview mit der Sport Bild, wann seine Rückkehr zum FC Bayern an Fahrt aufnahm. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass "der Kontakt nie abgebrochen" sei. Vor allem mit Spielern wie Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Thomas Müller und Jerome Boateng sei er ständig in Kontakt gewesen.


Dass er den Münchenern aushelfen würde, für die Saison, die er von Juventus Turin ausgeliehen wurde, war für ihn klar: "Ich wollte schon länger nach München zurück: Dort habe ich mich total wohlgefühlt. Ich bin sehr glücklich, wieder hier zu sein." Ein sehr straffer Terminkalender und mit Leroy Sané oder auch Kingsley Coman zwei Flügelspieler, die eher als verletzungsanfällig beschrieben werden dürfen, haben den amtierenden Triple-Sieger zum Handeln gezwungen. Die Außenbahnen waren, da auch Ivan Perisic wieder zu Inter Mailand zurückkehrte, qualitativ sehr stark, aber nicht breit genug besetzt.


Douglas Costa ist über seine FCB-Rückkehr sichtlich erfreut

Genau an dieser Stelle kann Costa nun sehr wertvoll werden. Der Aspekt des Konkurrenzkampfes, dass die beiden und auch Serge Gnabry theoretisch vor ihm stehen, macht ihm dabei aber nichts aus: "Die Frage, wer Stamm- und Ergänzungsspieler ist, wird meiner Meinung nach überbewertet. Wir haben in dieser Saison so viele Spiele innerhalb von kurzer Zeit. Alle Spieler werden für den Verein unfassbar wichtig sein, jeder wird auf seine Spielzeit kommen." Aus diesem Grund wurde beispielsweise auch Eric Maxim Choupo-Moting (ablösefrei) verpflichtet, um Robert Lewandowski die ein oder andere wohlverdiente Pause gönnen zu können.


Söldner-Vorwurf von Hoeneß abgehakt: Costa zeigt Verständnis für die Aussagen


Ein ganz großes Thema bei der Costa-Rückkehr war der Ex-Präsident Uli Hoeneß. Als der Brasilianer den FCB im Sommer 2017 erstmals per Leihe, und ein Jahr später per festem Verkauf (für etwa 40 Millionen Euro) verließ, war er für den heutige Ehrenpräsident "ein ziemlicher Söldner, der uns charakterlich nicht gefallen hat".


Ex-Präsident Uli Hoeneß kritisierte 2017 den Charakter Costas

Deshalb gebe es heute aber keinen Ärger, wusste der 30-Jährige zu versichern. Im Gegenteil: Costa stimmt Hoeneß inzwischen zu, zumindest aus seiner Perspektive: "Es ist logisch, dass er damals als Präsident die Interessen des Vereins vertreten hat. Ich habe damit kein Problem. Ich weiß, dass Hoeneß wie ein Löwe für seinen FC Bayern kämpft." Er würde sich gerne mit ihm treffen, um die Geschichte ein für allemal aus dem Weg zu räumen.


Das sagt er auch, weil er sich offenbar sehr gut in die Sichtweise von Hoeneß hineinversetzen kann. "Die Reaktion von Uli Hoeneß nach meinem Weggang halte ich für nachvollziehbar: Der Verein hat einen Spieler verloren, der wichtig war. In Hoeneß' Augen ging es mir beim Wechsel damals nur um Geld." Auch wenn dem keinesfalls so gewesen sei, wie er weiter versicherte, könnte er dabei die Reaktion verstehen: "Ich hätte an Hoeneß' Stelle dasselbe über mich gesagt." Mit Juventus war es aber sein klares Ziel, "dort die Champions League [zu] gewinnen".


Mit Juventus Turin war Costas persönlich nicht so erfolgreich wie in München

Dieses Ziel hat sich natürlich nicht als machbar herausgestellt - dafür soll es nun bei der zwischenzeitlichen Rückkehr zu den Bayern klappen. Die Entwicklung der Mannschaft bezeichnete er als "extrem positiv". Nach dem eigenen Aus im Achtelfinale gegen Olympique Lyon habe er seinen Ex-Klub vollends unterstützt. Nun dürstet es ihn nach der gemeinsamen Verteidigung des Pokals: "Ich will das nun als Teil des FC Bayern wiederholen und viele Titel gewinnen, vor allem aber die Champions League."



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