Nach einem hervorragenden Auftritt mit einer unglücklichen Schlussphase verpasste die Borussia aus Mönchengladbach einen Dreier gegen Real Madrid. Ein anderes Ergebnis wäre einer Sensation gleich gekommen. Die internationalen Pressestimmen sehen dies ähnlich.


Lange hatten die Fohlen das Spiel unter Kontrolle. Mit einem Doppelpack von Marcus Thuram konnte Gladbach sogar einen Vorsprung von zwei Toren herausspielen. Trotz des bitteren Ausgleichs kurz vor dem Abpfiff, kann die Borussia (bis auf die Chancenverwertung) mit dem eigenen Auftritt weitestgehend zufrieden sein.


Bei den Königlichen sieht dies anders aus. Oftmals kamen die Madrilenen nicht hinterher, wie ABC zusammenfasst: "Man könnte zur Vermutung kommen, dass in Europa mit einer Geschwindigkeit gespielt wird, die Real Madrid nicht erreicht."


Real Madrid bleibt zu passiv


Nur die Anfangsphase zeigte wirklich die Stärken Reals. "Es war ein ideales Bild: Druck, Position, Beweglichkeit von Mann und Ball und Symmetrie, es schien, als hätte das klassische Madrid angesichts einer modernen und deutschen Mannschaft mit mehr Modernität reagieren wollten", so das Sportmagazin weiter.


Wirkliche Chancen erarbeitete sich die Mannschaft von Zinédine Zidane dabei nicht. Trotz viel Ballbesitz machte es die Defensive der Gladbacher sehr gut. Zum Helden wurde Casemiro, der kurz vor dem Ende an beiden Treffern beteiligt war. "An der Front steht ein Wildfußballer, der nie kapituliert. Der glühende Casemiro", so El Pais über den Abräumer.


Casemiro besorgte kurz vor Schluss den Ausgleich

Die Marca sah den Spielverlauf naturgemäß etwas positiver. "Ein dramatisches Comeback beschert Real Madrid einen wertvollen Punkt. Nach dem 0:2-Rückstand mit nur wenigen Minuten auf der Uhr und den Champions-League-Hoffnungen am seidenen Faden, zeigten die Königlichen ihre große Mentalität", so das Blatt.


Immerhin lobten so ziemlich alle Stimmen das hervorragende Umschaltspiel der Gladbacher. Trotz aller Klasse des Gegners, sorgte die pfeilschnelle Offensive für Furore. Auch die Defensive tat ihr Übriges zum Punktgewinn, so die Kronenzeitung. "Real kam gegen die von Ex-Salzburg-Coach Marco Rose exzellent eingestellten Deutschen über weite Strecken kaum zur Entfaltung."


FC Bayern erkämpft sich Dreier


Auch die Bayern waren in der Königsklasse aktiv. Bei Lokomotive Moskau setzte sich der deutsche Rekordmeister nach einem "sensationellen Kampf" der Russen durch, so Sowetski Sport. Dabei schlugen sich die Gastgeber überwiegend wacker.


Für die Bayern reichte es nur knapp zum Erfolg

"Die Eisenbahner konterten hart, vor allem nach der Pause." Der Sport Ekspress schreibt den Russen ebenfalls einen guten Auftritt zu. "Trotz des Ergebnisses ist alles in Ordnung. Vor dem Spiel wurde gefordert, nicht zu offensiv zu spielen. Warum? Wenn die Mannschaft sich mit solchen Kontern immer wieder gefährlich zeigte."


Die Kronenzeitung attestiert dem Gruppengegner von RB Salzburg eine überraschend unausgeglichene Leistung. "Eine Woche vor dem Duell mit Salzburg präsentierten sich die Bayern in der Offensive stark, aber ohne Nachdruck - und defensiv verwundbar." Trotz des "Taumelns" gelang ein 2:1-Erfolg, der aber noch einiges an Aufarbeitung benötigt.