Auf Schalke gibt es so viele Emotionen wie es bei nur wenigen anderen Bundesligisten der Fall ist. Dazu zählt auch die oftmals große Wut auf einzelne Spieler, und das teilweise aus völlig verschiedenen Gründen: Abschiede, schwarz-gelbe Trikots, oder bestimmte Ereignisse aus der Vergangenheit.

90min listet eine von den S04-Fans meistgehasste Elf auf:


1. Kevin Großkreutz

Mit wem sollte man eine solche Liste starten, wenn nicht mit Kevin Großkreutz? Er ist die personalisierte Wut auf den Erzrivalen, namentlich Borussia Dortmund. Kaum ein anderer Spieler des BVB symbolisiert eine solche Reizfigur für die Schalker Anhänger wie Großkreutz es tat und noch immer tut.

Bekannt ist auch seine Aussage gegenüber der Sportbild, "würde sein Sohn (damals - 2010 - noch ohne Kind) S04-Fan werden, dann...": Großkreutz wählte die Option "... kommt er ins Heim." Eine klare wie harte Spitze gegen Königsblau, die ihm von den Knappen-Fans seit jeher vorgehalten wird.

Man verachtet sich gegenseitig so sehr, dass Hass tatsächlich das genau passende Wort ist. Noch heute wird eine bestimmte Grätsche von Jermaine Jones gegen ihn immer wieder ans Tageslicht befördert.


2. Manuel Neuer

Mit Manuel Neuer hat man ein spezielles Exemplar für eine solche Liste. Er ist bei zahlreichen Anhängern nicht auf einer Art Feindesliste, weil er einfach woanders spielt. Es geht seit 2011 um den Wechsel zum FC Bayern und um die dazugehörigen Hintergründe.

Neuer stand als junger Fan selbst regelmäßig in der Schalker Kurve, feuerte seine Mannschaft an und spielte ganze 20 Jahre für den S04, seitdem er fünf Jahre alt war. Das Singen von Texten wie "Ich würde nie zum FC Bayern gehen" half auch nicht unbedingt, als er nach München ging. Auch die Tränen beim damaligen Abschied konnten viele Anhänger nicht besänftigen - noch heute wird der Nationalkeeper auf Schalke ausgepfiffen.


3. Patrik Andersson

Patrik Andersson und Schalke sind in einer ganz einzigartigen Art miteinander verbunden. Der Schwede war es, der in der Saison 2000/01 den Ausgleichstreffer gegen den Hamburger SV für die Bayern verwandelte und damit den Mythos der "Meister der Herzen" schuf: Königsblau war für vier Minuten Meister.

Schiedsrichter Markus Merk wird in seinem Leben zwar auch kein Ehrenmitglied mehr beim S04, doch Andersson war es schlussendlich, der mit seinem Freistoß ein ewiges Trauma auslösen sollte.


4. Alexander Frei

Eine ähnliche Rolle wie Andersson nimmt auch Alexander Frei ein. Auf diese Liste passt er - so unglaublich das auch sein mag - jedoch nicht, weil er für den BVB spielte. Zumindest nicht primär deswegen, wobei es eine nicht unerhebliche Rolle spielte.

In der Rückrunde der Saison 2006/07 kam es zum Derby im Stadion der Borussia. Schalke an der Tabellenspitze, gejagt vom VfB Stuttgart. Frei war es, der nach der Hereingabe von Christoph Metzelder zur 1:0-Führung treffen konnte. Somit leitete er das 2:0 (noch ein spätes Tor durch Ebi Smolarek) bereits indirekt ein und setzte Schalke unter Zugzwang. So war der Schweizer ein, wenn nicht gar DAS Gesicht der erneut verlorenen Meisterschaft.


5. Timo Werner

Klarer Elfmeter, oder? Oder? Natürlich nicht. Timo Werner machte sich zwar nicht nur, aber besonders auf Schalke unbeliebt, als er 2017 ziemlich dreist einen Strafstoß erschwalbte. Als der Schiedsrichter darauf positiv reagierte, zeigte Werner zusätzlich den gestreckten Daumen, als wolle er ihm zu dieser Fehlentscheidung gratulieren.

Obwohl die TV-Bilder eine eindeutige Sprache sprachen, weigerte sich der heute 24-Jährige seinen Fehler einzugestehen. Erst Wochen später, nach viel Theater, gab er die Schwalbe zu. Das haben ihm die Knappen nicht vergessen.


6. Leon Goretzka

Auch bei Leon Goretzka wird der ein oder andere S04-Fan wütend. Man merkt schnell, wie sehr etwaige Spieler-Abgänge bei Königsblau die Gemüter hochkochen lassen. Bei Goretzka war allerdings - ebenso wie bei Neuer - nicht der Wechsel als solcher das Problem.

Der Mittelfeldspieler und Schalke standen bereits kurz vor einer Vertragsverlängerung. Oft hörte man, das Papier sei sogar bereits fertig und zur Unterschrift bereit gewesen. Plötzlich, entgegen der mündlichen Absprachen, forderte er mehr Bedenkzeit - er wolle sehen, wohin sich der Verein sportlich entwickelt.

Long story short: Schalke wurde 2018 Vizemeister, war somit klarer Teilnehmer der Champions League und hatte die Aussichten, etwas ganz Großes aufbauen zu wollen. Goretzka ging dennoch nach München. Entlarvend also seine eingeforderte Bedenkzeit, die mit dem sportlichen Abschneiden folglich gar nichts zu tun hatte.


7. Pierre-Emerick Aubameyang

Dortmund-Spieler haben auf Schalke selbstredend generell kein allzu gutes Standing, doch so mancher Akteur muss nochmal eine Schippe drauflegen. So auch Pierre-Emerick Aubameyang, der etwa viereinhalb Jahre für den Rivalen auflief.

Nicht nur, dass der Stürmer in sieben Einsätzen gegen Königsblau ganze sechs Treffer erzielen und einen weiteren vorbereiten konnte - seine oftmals extravaganten Jubel setzten dem Ganzen noch die Krone auf. Mit Maske, verkleidet als Batman und Robin. So etwas sorgt natürlich für zusätzlichen Zorn.


8. Karim Rekik

Zwischen Schalke und Hertha BSC herrscht zwar sicherlich keine Rivalität im ursprünglichen Sinn - auch wenn dies in der Vergangenheit seitens der Berliner oftmals gefühlt versucht wurde zu initiieren. Dennoch können sich die beiden Vereine nicht wirklich riechen.

Als Karim Rekik ein derart hartes Einsteigen gegen Alessandro Schöpf Anfang 2019 durchzog, dass sich der S04-Spieler einen schweren Außenbandriss zuzog und ganze vier Monate aussetzen musste, verspielte er jedweden Kredit. Aus Ignoranz wurde Wut. Rekik stieg Schöpf mit offener Sohle und gestrecktem Bein voll auf den Gegner, ohne Chance auf den Ball. Mit Gelb kam er sehr, sehr glimpflich davon.


9. Roman Weidenfeller

Auch ein Roman Weidenfeller steht exemplarisch für die Feindschaft zwischen Schalke und Dortmund - immerhin lief er satte 16 Jahre für den BVB auf. In so manchem Derby ließ er die blau-weiße Offensive verzweifeln, wodurch der ein oder andere Derby-Erfolg in den Händen von Schwarz-Gelb blieb.

Ebenfalls unvergessen ist die Fehde zwischen ihm und Gerald Asamoah. Weidenfeller soll das S04-Urgestein angeblich als "schwarze Sau" betitelt haben - ein schwerer Vorwurf, der natürlich weder belegt noch negiert werden kann. Die Kopf-Ab-Geste während eines Jubels soll die Antwort des Schalkers gewesen sein, zu dem selbstverständlich alle Knappen-Anhänger hielten. Insgesamt aber eine unschöne Geschichte.


10. Max Meyer

Max Meyer, durch Domenico Tedesco wieder ins Rampenlicht gerückt. Der gebürtige Oberhausener galt für lange Zeit als nächstes Talent der Knappenschmiede, versank dann in der Durchschnittlichkeit - ehe er von Tedesco auf die Sechs gestellt wurde und er eine beeindruckende Saison spielte.

Kurz vor Ende der Spielzeit gab es jedoch eine unerwartete Wendung. Meyer sprach urplötzlich von Mobbing - so fühlte es sich in seinen letzten Wochen auf Schalke an, erklärte der heute 24-Jährige. Damit meinte er vor allem Sportvorstand Christian Heidel, in Bezug auf Verhandlungen und Gespräche. Sinngemäß ließ der Spieler verlauten, er könne sich nicht mehr für den S04 motivieren.

Ein ruhmloses Ende. Laut Heidel bezeichnete ihn sein Berater Roger Wittmann als einen "Weltklassespieler". Der Wechsel zu Crystal Palace sorgte für Erheiterung im Schalker Fanlager. Durch diese leichtfertige Arroganz gehört Meyer mittlerweile auch zu beim S04 geschassten Spielern.


11. Kevin Großkreutz

Um die Rolle Großkreutz' zum S04 nochmal zu verdeutlichen. Einmal reicht schlicht nicht.