Sieben Jahre ist es mittlerweile her, dass Gareth Bale für die damalige Rekord-Ablösesumme über 101 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zu Real Madrid gewechselt ist. Seit mehreren Jahren spielt der Waliser aber keine Rolle mehr bei den Königlichen - doch die werden ihren Rekord-Flop nicht mehr los. Denn für Bale ist nur das Geld von Belang.


Bis 2022 ist Bale an Real gebunden. Die Madrilenen sollen dem Bankdrücker ein Wochengehalt von 675.000 Euro zahlen. Das macht brutto etwa 2,7 Millionen Euro pro Monat. Gerechtfertigt ist diese exorbitante Summe aber nicht, im Gegenteil.


In dieser Saison stand Bale wettbewerbsübergreifend immerhin 20 Mal auf dem Platz. Doch wie schon in der Vergangenheit wurde er auch in dieser Saison von Verletzungen ausgebremst und zum Ende hin aussortiert. Trainer Zinedine Zidane ließ ihn nach dem Re-Start nur zweimal in La Liga spielen: Einmal für eine knappe halbe Stunde gegen Eibar am 28. Spieltag, anschließend für 71 Minuten gegen Absteiger Mallorca am 31. Spieltag.

Seine einzigen beiden Liga-Tore erzielte Bale beim 2:2 gegen den FC Villareal am dritten (!) Spieltag, freuen konnte sich Zidane aber nicht wirklich - denn in der Nachspielzeit flog der eigentliche Matchwinner mit Gelb-Rot vom Platz. Dieses Spiel ist symbolisch für Bales Zeit in Madrid.


Fast ein Jahr ist Gareth Bales letztes Liga-Tor für Real Madrid her

Angekommen als teuerster Transfer der Geschichte, avancierte Bale im Pokalfinale gegen den FC Barcelona mit einem atemberaubenden Solo zum Helden, zudem gewann Real im selben Jahr La Decima, den langersehnten zehnten Titel in der Champions League. Je mehr Zeit verging, desto mehr rückte Bale wegen seinen vielen Verletzungen jedoch ins Abseits. Und weil er zwischendurch lieber Golf spielte, als sich auf Real zu konzentrieren, schien sein Abschied vor einem Jahr endgültig besiegelt.


Seit mehreren Jahren wird Bale mit einem Wechsel in Verbindung gebracht - nur kommt der nie zustande. Einerseits, weil kein Verein die Ablöse- und Gehaltsforderungen erfüllen kann (geschweige denn will), andererseits, weil er trotz allem keinen Abschied anstrebt: "Er lebt gern in Madrid und geht nirgendwo hin", stelle Berater Jonathan Barnett nun klar.


Der Fußball ist Gareth Bale längst egal


Sinn ergibt das allerdings nicht wirklich. Zidane plant seit Jahren nicht mit ihm, vielmehr plagt sich der Franzose mit dem lustlosen Waliser, der laut Torhüter Thibaut Courtois intern nur "der Golfer" genannt wird, herum. Auf den Außenbahnen gehört Eden Hazard, Vinicius Junior und Rodrygo die Zukunft, Bale ist ein Fremdkörper innerhalb dieses Gefüges.


Seine letzte gute Saison ist bereits zwei Jahre her, die einstige Weltklasse kann ihm schon lange nicht mehr attestiert werden. Und seinen jüngsten Provokationen auf der Bank und während der Titelfeier zufolge scheint er keine wirkliche Lust mehr auf den Fußball zu haben. Lieber sitzt er seinen Vertrag aus, kassiert weiterhin ein zweistelliges Millionen-Gehalt pro Jahr und zieht sich danach zurück.


Dass Real die Meisterschaft gewonnen hatte, war Bale nach dem Sieg über Villareal völlig egal

Der einst teuerste Spieler der Welt ist ein Super-Flop. Das kann er allem Anschein nach sehr gut verschmerzen - anders als Real, das bei der Vertragsverlängerung im Oktober 2016 ein riesiges Minusgeschäft eingegangen ist. Eigentlich hat Bale schon jetzt ausgesorgt, den Herbst seiner Karriere könnte er daher auch bei einem Verein verbringen, bei dem er eine höhere Wertschätzung genießt und bei dem er einen gesicherten Stammplatz hat. Es verwundert jedoch nicht, dass kein Verein dieses Risiko eingehen will. Vielmehr verwundert es, dass Bale darauf schlichtweg keine Lust hat. Liebe zu seinem Beruf ist das jedenfalls nicht.


Umso unverständlicher ist es, dass er seine Karriere noch nicht beendet hat. Doch all das unterstreicht: Ihm geht es nur noch darum, abzukassieren. "Wenn sie wollen, dass ich gehe, müssen sie mir 17 Millionen Euro pro Saison zahlen. Sonst bleibe ich hier und spiele halt Golf", soll Bale im vergangenen Jahr gesagt haben (zitiert via Golfpunk). Spätestens nach dieser Saison darf man sich sicher sein, dass er diesen Standpunkt so oder so ähnlich tatsächlich deutlich gemacht hat.