Borussia Dortmund will darauf verzichten, einen zweiten Stürmer zu verpflichten. Das teilte Sportdirektor Michael Zorc dem kicker mit. Anders als im November wird diese nominelle Schwachstelle nicht mehr als Problem angesehen - und mit Youssoufa Moukoko hat man auf lange Sicht eine Alternative in der Hinterhand.


Erst im November vergangenen Jahres räumte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einen Fehler in der Kaderplanung ein. Man habe es versäumt, einen zweiten Stürmer zu verpflichten, sagte Watzke auf der Mitgliederversammlung nach dem blamablen 3:3-Remis gegen den SC Paderborn am zwölften Spieltag. Im Winter wurde der Angriff schließlich mit Erling Haaland verstärkt - bloß war der von Anfang an auf sich allein gestellt.

Paco Alcácer, in seinem ersten Jahr noch der Torjäger vom Dienst, anschließend aber von Verletzungen geplagt, verabschiedete sich nach anderthalb Jahren und wechselte zum FC Villareal. Watzkes Eingeständnis war also kaum von Bedeutung, stand mit Haaland nun doch nur ein Stürmer bereit, der dafür weniger verletzungsanfällig und physisch deutlich robuster war als der eher schmächtige Alcácer, der in der abgelaufenen Saison nicht mehr wiederzuerkennen war.


Dortmund verzichtet auf Haaland-Backup


Doch was, wenn Haaland eine Pause braucht oder verletzt ausfällt? Diese Lücke soll im Kollektiv aufgefangen werden. Im Dortmunder 3-4-3-System haben Jadon Sancho, Thorgan Hazard und Julian Brandt in vorderster Front für Wirbel gesorgt, wenn Haaland auf der Bank oder der Tribüne Platz nehmen musste. Und obwohl Trainer Lucien Favre vor geraumer Zeit den Wunsch nach einem nominellen Backup durchklingen ließ, wird er auf diesen verzichten müssen. 


Die Dortmunder Verantwortlichen vertrauen auf die Qualitäten von Erling Haaland

"Wir haben in der vergangenen Saison nicht zu wenig Tore geschossen", sagte Sportdirektor Michael Zorc dem kicker. Die Verantwortlichen sehen also kein Problem in der Kaderplanung, in ihren Augen reicht die geballte Offensiv-Power, die jedoch mit dem Abgang von Achraf Hakimi abgeschwächt wurde. Die Mannschaft habe zum Ende der Saison außerdem mit zwei Spitzen gespielt, daher gebe es "gar keinen klassischen Neuner mehr", so Zorc.


Weg frei für Moukoko


Außerdem steht ein Nachwuchstalent bereits in den Startlöchern. Der erst 15 Jahre junge Youssoufa Moukoko soll Ende Juli bei den Profis mittrainieren, angeblich arbeitet der BVB an einem Konzept, damit er auch nach dem Ende der Sommerferien regelmäßig dabei sein kann. Ab Ende November dürfte Moukoko theoretisch für die erste Mannschaft spielen, doch Zorc bittet wie üblich um Geduld: "Ich warne vor einer zu großen Erwartungshaltung", so der 57-Jährige. Bleibt nur zu hoffen, dass in der Zwischenzeit nicht ein erneutes Stürmer-Problem entsteht.