Bis zum Ende der Transferperiode am 5. Oktober soll noch ein neuer Sechser her. So die klare Ansage von Werder-Chefcoach Florian Kohfeldt an seinen Kollegen Frank Baumann. Im Netz spekulieren die Bremer Fans wild umher. Ein Name macht dabei besonders häufig die Runde: Jordi Quintillà.


Warum der SVW den Spanier nicht verpflichten wird und wen sich Baumann stattdessen genauer anschauen sollte.


Neue Saison, neues Glück: So zumindest der Gedanke beim SV Werder. Nach einer verkorksten Saison möchte man allen beweisen, wofür man eigentlich steht. Für schönen Offensivfußball nämlich, und keineswegs für Zitterpartien und Abstiegsangst bis zur letzten Sekunde.


Ein solides Mittelfeld ist das A und O für strukturierten Offensivfußball. Zum Saisonauftakt gegen Hertha BSC (1:4) wurde dieser noch vermisst. Mit einer passenden Verstärkung im defensiven Mittelfeld möchte Cheftrainer Kohfeldt mehr Qualität in seinen Kader bringen. In den sozialen Netzwerken spekulieren die Bremer Fans natürlich bereits, was das Zeug hält.


Werder verpflichtet keinen Spanier


Kaum ein Name bleibt aus, potenzielle Sechser werden bis ins kleinste Detail unter die Lupe genommen. So auch Jordi Quintillà vom Schweizer Erstligisten FC St. Gallen. Ein einstiger Edeltechniker aus der Jugendschmiede des FC Barcelona mit mickrigem Marktwert in Höhe von 1,5 Millionen Euro und Kontrakt bis 2021? Keine schlechte Idee und sicherlich nicht außer Reichweite.


Dennoch wird der defensive Mittelfeldspieler, der einst mit Messi, Xavi, Iniesta und Co. trainierte, nicht an die Weser wechseln. Und das nicht etwa wegen seines Potenzials - die Blütezeit des 26-jährigen Routiniers ist längst passé -, sondern weil er nicht in das übliche Beuteschema der Bremer Scouts passt.


Das Bremer Transfer-Muster


Werder holt keinen Spanier! Mit Alejandro Gálvez (2014 bis 2016) kickte ohnehin nur ein einziger Spanier jemals für die Grün-Weißen. Der Kader des Bundesligisten ist klar auf Deutschland, unsere Nachbarländer Österreich, Tschechien und Holland sowie die skandinavischen Länder und Griechenland ausgelegt. Die Bremer Transfers erfolgten tatsächlich nahezu alle nach dem gleichen Muster.


  • Österreich: Andreas Herzog, Bruno Pezzey, Marko Arnautovic, Florian Grillitsch, Zlatko Junuzovic, Sebastian Prödl, Marco Friedl, Romano Schmid etc.
  • Skandinavien: Rune Bratseth, Havard Flo, Petri Pasanen, Daniel Jensen, Jannik Vestergaard, Thomas Delaney, Ludwig Augustinsson, Niklas Moisander, Felix Beijmo etc.
  • starke Kooperation und großes Netzwerk in Holland, Belgien und Österreich: siehe Leihen von Michael Zetterer, Richard Strebinger, Jan-Niklas Beste, Romano Schmid, Jonah Osabutey etc.
  • Griechenland: Sokratis, Angelos Charisteas, Stefanos Kapino (sowie immer wieder Gerüchte: Konstantinos Mavropanos, Vasilis Torosidis, Konstantinos Fortounis etc.)


In diesen Ländern hat Werder seine Scouts und den größten Überblick. Für die perfekte Mischung im Kader bleiben die Scouts in ihrem gewohnten Umfeld aktiv und verpflichten somit keinen spanischsprachigen Akteur. Falls die Bremer also noch einmal auf der Sechs aktiv werden, dürfte der nächste Transfer aus einem der besagten Länder stammen.


Wie wäre es mit Dejan Ljubicic?


Perfekt in das Bremer Anforderungsprofil würde dagegen wohl Dejan Ljubicic von Rapid Wien passen. Mit seinen 1,87 Metern ist der gebürtige Wiener groß, zweikampfstark und steckt mit seinen 22 Jahren zudem noch mitten in der Entwicklung. Dabei übernimmt er bereits ordentlich Verantwortung und trägt sogar die Kapitänsbinde.


Dejan Ljubicic absolvierte bereits 105 Pflichtspiele für Rapid Wien

Da Ljubcic mit Rapid international spielen kann, darf natürlich angezweifelt werden, ob für ihn überhaupt ein Transfer in die Hansestadt in Frage käme. Werder lockt allerdings mit der Bundesliga - einer der stärksten Ligen weltweit. Bei den Österreichern besitzt der einstige U21-Nationalspieler noch einen Vertrag bis 2021. Sein Marktwert liegt laut transfermarkt.de bei drei Millionen Euro.


Zuletzt wurde das Wiener Eigengewächs mit einem Transfer zur Frankfurter Eintracht sowie in die Premier League zum FC Southampton und den schottischen Traditionsklubs Glasgow Rangers und Celtic in Verbindung gebracht. Mittlerweile ist er mit Rapid in die neue Saison gestartet, absolvierte neben zwei Ligaspielen und einer ÖFB-Cup-Partie zwei Spiele für die Qualifikation zur Champions League.


Günstig wäre Ljubicic für die Bremer somit nicht. In einem jungen Kader könnte sich der Youngster unter Kohfeldt allerdings langfristig für stärkere, europäische Top-Klubs bewerben und die Station an der Bremer Weser wie so viele Profis als Sprungbrett nutzen.