Überraschend konnte Hertha BSC noch in den Deal um Alexander Schwolow grätschen, um sich die Dienste des gefragten Keepers zu sichern. Zuvor war sich dieser eigentlich mit Schalke einig, doch weil S04 selbst eine kleine Ablösesumme in Raten zahlen wollten, schlug Berlin zu.


Über die letzten Wochen schien es nur noch Formsache zu sein, bis Alexander Schwolow beim FC Schalke 04 aufschlagen würde. Das Interesse wurde bereits vor dem letzten Spieltag der vergangenen Saison erarbeitet und dem SC Freiburg bei dieser letzten gemeinsamen Partie mitgeteilt. Von da an gab es die schlussendlich sehr langen Gespräche, in denen es zwar nach wie vor sicher schien, dass der Torwart zu Königsblau geht, doch immer mehr Unruhe in das Thema kam.


Am Dienstag dann die Überraschung: Anstatt zum S04 zu wechseln, entschied sich Schwolow die nächsten Jahre bei Hertha BSC zu verbringen. Zwischen dem Sportclub und dem Hauptstadtverein muss eine schnelle Einigung zustande gekommen sein, sodass diese Entwicklung am Ende nicht mehr vorhersehbar war.


Schalke versuchte 3,5 Mio. Euro abzustottern - entschlossene Berliner reagierten schnell


Wie die Bild berichtet, war Schalke während der Verhandlungen auf eine Art Corona-Rabatt und vor allem auf Ratenzahlung aus. Die Ausstiegsklausel in Höhe von acht Millionen Euro konnte Blau-Weiß nicht auf einen Schlag zahlen, auf zwei vermutlich auch nicht. Freiburg soll diese Bitten abgelehnt haben - verständlich.


Auf Schalke hätte Schwolow zur Nummer eins werden sollen

Schon vor etwa zwei Wochen hätte der 28-Jährige seinen Medizincheck in Gelsenkirchen absolvieren sollen. Das ständige Warten resultierte aus den weiterhin laufenden Gesprächen, in denen die Verantwortlichen von Schalke weiterhin versuchten, den Preis und die etwaigen Zahlungen weiter zu drücken.


Schwolow selbst soll es dem Vernehmen nach zu lange gedauert haben. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Ausstiegsklausel ausgelaufen ist, soll Freiburg nur noch etwa 3,5 Millionen Euro gefordert haben. Sogar bei dieser kleinen Ablösesumme sollen die Knappen versucht haben, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Dass der Verein nicht über das größte Transferbudget verfügt und auf Abgänge angewiesen ist, war klar - sollte es jedoch stimmen, dass eine Summe knapp über drei Millionen Euro für große Schwierigkeiten sorgt, erscheint die Lage schlimmer als zunächst angenommen.


Jochen Schneider steht kaum finanzieller Spielraum zur Verfügung

Während S04 also weiter haderte und verhandelte, schlug Berlin zu. Der Hauptstadtklub kontaktierte Schwolow und dessen Berater und sicherte ihm, im Falle einer Einigung, einen schnellen Transfer zu - nach all den Wochen genau das, worauf der Torwart wartete. Nachdem die geforderte Summe direkt gezahlt und sogar ein potenzieller Nachschlag verhandelt wurde, der bei einer Vertragsverlängerung (per Option) um zwei Jahre greift, wurde der Transfer unkompliziert bekanntgegeben. Schalke ging leer aus.


S04-Budget speist sich aus eigenen Einnahmen und Einsparungen: Torwart-Suche läuft noch


Auf S04-Sportvorstand Jochen Schneider warten sehr komplizierte Wochen. Das ihm zur Verfügung stehende Budget scheint sich tatsächlich nur aus Abgängen und Einsparungen zusammenzusetzen. Cedric Teuchert und Pablo Insua haben zwar etwas Luft zum Atmen gelassen, ebenso Bernard Tekpetey und Jonas Carls - doch scheint es, dass der Klub tatsächlich auf einen Transfer von Weston McKennie (derzeit am realistischsten) hoffen muss, damit man selbst aktiv werden und die Baustellen angehen kann.


An Ralf Fährmann (re.) als Stammkeeper soll es Zweifel auf Schalke geben

Während öffentlich erklärt wird, dass auch Markus Schubert und Ralf Fährmann gierig auf den Posten als Nummer eins sind und sich in den Testspielen zeigen dürfen, ist die Suche nach einem Torwart noch nicht beendet. Zweifel an Fährmann, Glaube an nötige Entwicklungszeit bei Schubert (via kicker): Nun könnte Sven Ulreich vom FC Bayern doch noch in den Fokus rücken - auch Yvon Mvogo von RB Leipzig dürfte zum Kandidatenkreis zählen.