Was macht eigentlich Leonardo Balerdi? 90min blickt auf die Leistungen der Dortmunder Leihgabe und holt sich die Expertenmeinung aus Frankreich ein.


Dan-Axel Zagadou noch immer verletzt, Manuel Akanji positiv auf COVID-19 getestet: Die Abwehrnot beim BVB ist aktuell groß - einen wie Leonardo Balerdi könnte der BVB in den kommenden Wochen wahrlich gut gebrauchen. Doch bekanntlich wurde der junge Argentinier im Sommer auf eigenen Wunsch zu Olympique Marseille verliehen, inklusive Kaufoption.


In Marseille erhoffte sich Balerdi das, was ihm beim BVB nicht vergönnt war: Ein Stammplatz und das Vertrauen des Cheftrainers. Nach dem Saisonstart der Ligue 1 lässt sich als erstes Fazit festhalten, dass der große Wunsch nach Spielzeit in Frankreich noch nicht in Erfüllung gegangen und auch nicht in Sicht ist. Nach sechs Spieltagen kommt der Youngster erst 135 Minuten zum Einsatz, an den letzten drei Spieltagen schmorte er jeweils für die komplette Spielzeit auf der Bank.


Kristen Collie, unser Kollege von 90min Frankreich, liefert eine Einschätzung, wie Balerdis Standing in Marseille ist: "Laut Villas-Boas zeigt Balerdi im Training gute Ansätze und die richtige Einstellung. Es ist jedoch klar, dass er in dieser Saison keinen Stammplatz bekommen wird. Alvaro Gonzalez und Duje Caleta-Car sind im Abwehrzentrum unzertrennlich. Bisher steht er in der Hierarchie an vierter Stelle, ebenfalls hinter dem jungen talentierten Spieler Boubacar Kamara, der derzeit als defensiver Mittelfeldspieler spielt, normalerweise aber als Innenverteidiger eingesetzt wird."


Laut Kristen ist die Konkurrenz in Marseilles Kader zudem nicht der einzige Grund, warum er in den letzten drei Spielen auf der Bank saß: "Seine Leistungen im Spiel überzeugten nicht. Gegen Brest, beim ersten OM-Spiel in der Ligue 1 in dieser Saison, stand er zwar in der Startelf, spielte aber nicht auffällig und war direkt für einen Gegentreffer verantwortlich. Gegen Saint-Etienne spielte er als linker Verteidiger, war wirklich sehr schlecht und wurde bereits zur Halbzeit ausgewechselt. Die Fans gingen nach dieser Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten sehr hart mit Balerdi ins Gericht." Seitdem ist der Ex-Dortmunder erstmal weg vom Fenster.


Ob es Balerdi doch noch in Marseille packt? Kristen ist sich unsicher: "Wenn er gespielt hat, hat er nicht beeindruckt. Einige Fans in Marseille sind zwar nach wie vor überzeugt, dass er in dieser Saison etwas bewirken kann, aber viele beginnen bereits, den Glauben an ihn zu verlieren."


Bislang scheint es nicht so, als sollte sich das Leihgeschäft für irgendeine Partei bezahlt machen.