Borussia Dortmund hat das Trainingslager in Bad Ragaz hinter sich gebracht und mit sehr deutlichen Testspielsiegen gegen Altach und Austria Wien auf sich aufmerksam gemacht. Auch der ein oder andere Spieler konnte bei Trainer Lucien Favre seine Duftmarke hinterlassen - während andere eher abfielen.


Besonders auffällig war Giovanni Reyna. Der 17-Jährige spielte in Abwesenheit von Kapitän Marco Reus die Position als Spielmacher hinter der Spitze und blühte dort regelrecht auf. "Das ist meine Lieblings-Position, da habe ich am meisten gespielt in meiner Junioren-Karriere und da fühle ich mich auch am wohlsten", sagte Reyna Sport1. Der US-Amerikaner erzielte in den beiden Testspielen insgesamt drei Tore und fiel generell mit großer Spielfreude auf. "Ich habe meine Chancen bekommen und sie, glaube ich, auch genutzt. Jetzt gebe ich weiter Vollgas und will gerne noch öfter von Anfang an spielen."


Einer der Leidtragenden des Aufschwungs von Reyna könnte Julian Brandt sein. Der fasste in der Vorsaison erst nach der Systemumstellung auf 3-4-3 richtig Fuß in Dortmund, jetzt allerdings plant Favre wieder eine Rückkehr zum 4-2-3-1. Dort wäre die beste Position für Brandt wohl die, auf der Reyna dermaßen überzeugt hat und auf die Marco Reus hoffentlich bald wieder zurückkehrt. Womöglich muss Brandt dann wieder öfter auf den Flügel ausweichen.


Zagadou durch Umstellung nur dritte Wahl


Ein weiteres Opfer von Favres Plänen, wieder mit Viererkette zu spielen, dürfte Dan-Axel Zagadou sein. Als Linksfuß war er in der Dreierkette sehr gefragt, doch wenn es nur zwei Innenverteidiger gibt, haben Mats Hummels und Manuel Akanji die Nase derzeit vorn. Zudem hat sich Zagadou im Trainingslager am Knie verletzt und wird nach Angaben des Trainers zehn bis 15 Tage "nichts machen" dürfen (via Ruhr 24). Da Dortmund hinter den genannten dreien aber keinen echten Innenverteidiger mehr hat, dürfte Zagadou dennoch Spielzeit sehen.


Sehr viel machen könnte dagegen bald Jude Bellingham. Der Neuzugang aus Birmingham hat im Trainingslager offenbar sehr überzeugt und darf sich Hoffnungen auf ein schnelles Debüt machen, wenn die Bundesliga wieder startet. Favre sah eine "sehr große Präsenz" des 17-Jährigen (Sport 1) und die Bild schreibt den Engländer schon jetzt in die Startelf neben Axel Witsel.


Dafür müsste Emre Can draußen bleiben, der laut Bild "für Favres Hochgeschwindigkeitsfußball im Mittelfeld zu behäbig" sei. Darüber kann man streiten, nicht aber darüber, dass Mahmoud Dahouds Chancen auf Spielzeit durch Bellinghams starke Performance in Bad Ragaz sicher nicht größer geworden sind. Ebenso wie Marius Wolf und Nico Schulz spielt er keine große Rolle in Favres Planungen und darf den Verein noch verlassen.