Während die französische Ligue 1 die laufende Saison aufgrund eines Regierungsbeschlusses wohl abbrechen wird, arbeitet man in der Bundesliga weiter an einer baldigen Wiederaufnahme. Erneut präsentiert sich auch Hans-Joachim Watzke als großer Fan einer schnellen Rückkehr zum Zählen von TV- und Zuschauergeldern. Im Interview mit dem Spiegel plädiert der Geschäftsführer des BVB für die Austragung der verbleibenden Spiele - und mahnt zur Eile.


"Wir haben der Politik ein 41-seitiges Gesundheitskonzept vorgestellt und sind auch jetzt noch dabei, es auf Wunsch der Politik noch weiter auszudehnen. Wenn das trägt, ist es egal, ob wir am 9. Mai oder am 16. Mai spielen, die Situation ist die gleiche. Jede Woche später wird kritisch", so Watzke. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme vieler Klubs, sehe er die Existenz der Bundesliga in der Form gefährdet, wenn nicht bald wieder gespielt werde.


Wirkung auf die ganze Welt - doch in welcher Form?


"Es ist völlig ausgeschlossen, dass erst im Juni gespielt wird, dann kannst du es gleich vergessen. Wir haben ja noch neun Spieltage zu spielen, wir haben noch Relegationsspieltage und dann kommt der DFB-Pokal noch dazu. Und wir müssen damit rechnen, dass auch mal ein Spiel ausfällt." Hans-Joachim Watzke

Der Rubel muss rollen, sonst droht die Katastrophe - Hans-Joachim Watzke

Ob er die Zweideutigkeit seiner folgenden Aussage bedacht hat, ist ungeklärt. "Wenn wir es schaffen, als erste wieder zu spielen, wird das eine immense Wirkung auf die ganze Welt haben, weil jeder guckt", sagte Watzke und kann aktuell dabei jedoch nicht mehr auf die Blicke der französischen Ligue 1 hoffen. Zudem würde "die Welt" sicherlich aufhorchen, wenn die Bundesliga aus den wirtschaftlichen Zwängen heraus die Saison wiederaufnimmt, da sonst einigen millionenschweren Unternehmen die Insolvenz droht, weil diese in den letzten Jahrzehnten scheinbar sehr "auf Kante genäht" waren - allerdings ist fraglich, ob die Blicke dann Be- oder Verwunderung signalisieren sollen.