Bremens Innensenator Ulrich Mäurer wollte eine vorzeitige Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga verhindern. Dies erklärte der 68-Jährige im NDR Podcast "Die NDR 2 Bundesligashow". Trotz des Beschlusses von Bund und Ländern bleibt Mäurer skeptisch, ob die Saison wie geplant zu Ende gespielt werden kann.


Am sechsten Mai erteilte die Politik der Deutschen Fußball-Liga (DFL) grünes Licht für die Fortsetzung der Bundesliga-Saison. Ab dem 16. Mai rollt der Ball in den Stadien der 36 Profi-Klubs, darüber hinaus wollen auch die Dritte Liga und die Fraußen-Bundesliga den Spielbetrieb zeitnah wieder aufnehmen. Dafür verabschiedete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Hygienekonzept, das sich stark am Vorbild der DFL orientiert.


Bremen wollte den Bundesliga-Re-Start verhindern


Die Meinungen bezüglich des Re-Starts gehen noch immer auseinander. Allen voran Bremens Innensenator Ulrich Mäurer kritisiert die vorzeitige Wiederaufnahme des Spielbetriebs. "Wir haben sehr viel versucht, um diesen Neubeginn zu verhindern. Unser Bürgermeister (Andreas Bovenschulte, Anm. d. Red.) hat in der Runde mit der Kanzlerin sehr deutliche Worte gefunden", sagte der 68-Jährige. Zwar bringe es "Ruhm und Anerkennung", die DFL in ihrem Vorhaben zu unterstützen, doch es zeichne das Land Bremen aus, nicht immer mit dem Strom zu schwimmen.


Bremens Innensenator Ulrich Mäurer hält an seiner Kritik an der Fortsetzung der Bundesliga fest

Mäurer zweifelt weiterhin an einem reibungslosen Ablauf der Geisterspiele: "Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die nicht abwägbar sind: Wir wissen nicht, wie sich die Situation in den Vereinen entwickelt. Wir wissen nicht, wie sich die Fans verhalten."

Schon in einem Interview mit BILD betonte er, dass er ein Geisterspiel-Verbot nicht ausschließt. Er wolle nicht den Einsatz von hunderten Polizisten riskieren, weil sich Fans vor dem Weserstadion versammeln.

Darüber hinaus rechnet er damit, dass sich Fans in den heimischen Wohnzimmern treffen werden, um die Bundesligaspiele gemeinsam vor dem Fernseher zu verfolgen. Allerdings kündigte Pay-TV-Sender Sky an, die Samstagskonferenz der Bundesliga sowie die Sonntagskonferenz der 2. Bundesliga an den kommenden beiden Spieltagen auf dem unverschlüsselten Sender Sky Sport News HD zu übertragen.


Bürgermeister wollte späteren Starttermin


Des Weiteren habe sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte für eine spätere Wiederaufnahme des Spielbetriebs eingesetzt, weil der SV Werder bis Donnerstag nur in Gruppen von vier Spielern trainieren durfte. Das berichtet die FAZ. Die anderen Bundesligisten trainierten dagegen in größeren Gruppen.

Wegen der strengeren Auflagen in Bremen kritisierte auch Werder-Sportchef Frank Baumann die Entscheidung der DFL, die Saison bereits ab dem 16. Mai fortzusetzen. "Insbesondere aus Gründen der Wettbewerbsintegrität hätten wir uns einen etwas späteren Start gewünscht", sagte Baumann bei deichstube.de.

Auch Mäurer wertet den frühen Neustart als Nachteil für Werder. Trotz seiner Kritik drückt er dem Verein im Kampf um den Klassenerhalt die Daumen. Ein Abstieg wäre "eine Katastrophe", so Mäurer. "Obwohl unser Verhältnis nicht ganz einfach ist, gilt unsere Sympathie der Mannschaft. Werder schafft das!"