Borussia Mönchengladbach reiste in diesem Jahr nicht wie gewohnt in das Trainingslager am Tegernsee. Stattdessen orientierte man sich um und wählte die Klosterpforte als Ort der Saisonvorbereitung. Die Bedingungen sind ideal, ärgerlich ist jedoch, dass einige Eckpfeiler des Teams nur bedingt trainieren können - Alassane Plea ist gänzlich zu Hause geblieben.


"Obwohl wir den Tegernsee natürlich etwas vermissen, war die Idee, das Trainingslager hier zu absolvieren, sehr gut", freut sich Trainer Marco Rose gegenüber den Journalisten auf der Presserunde in Harsewinkel-Marienfeld (Quelle: borussia.de).


"Die Bedingungen sind sehr gut, sie sind so wie man sie sich als Trainer wünscht. Die Wege sind kurz, das Essen ist gut. Im Hotel haben wir unseren eigenen Trakt. Und es gibt sogar einen Schwimmteich, in dem Oscar Wendt heute Morgen schon schwimmen war", beschreibt Rose die Örtlichkeiten.


Die Idee bleibt dieselbe - Arbeit am Detail


Nach einem durchaus erfolgreichen ersten Jahr unter dem neuen Trainer, in welchem die Mannschaft gezeigt hat, wie lernfähig sie ist, wird Rose in Zukunft natürlich nicht von seiner eigentlichen Spiel-Idee abrücken. Vielmehr kann er nun an Kleinigkeiten arbeiten, um die Spieler weiter voranzubringen.

"Unser Ziel ist es, den Fußball spielen zu lassen, den ich mir vorstelle – es gibt Phasen, in denen es mehr nach diesem Fußball aussieht und Phasen, in denen es weniger danach aussieht. Von Anfang an habe ich gesagt, dass es ein kompletter Fußball sein soll – mit Ball und gegen den Ball, in beiden Umschaltphasen. Daran arbeiten wir stetig. Es hat sich nichts an meiner Herangehensweise oder Idee vom Fußball geändert", dennoch weiß Rose selbstredend auch, dass es immer auf das vorhandene Material ankommt.


"Aber natürlich passt man sich als Trainer daran an, was der Kader und die Spieler hergeben, die man zur Verfügung hat. Die Veränderung ist daher, dass wir im Laufe der vergangenen Saison weniger in der Raute gespielt haben, sondern in anderen Grundordnungen, die meiner Meinung nach besser zum Kader passen", zeigt sich der Trainer anpassungsfähig.


Die Spieler schwitzen aktuell für den Erfolg

"Aufgrund dessen, dass wir inzwischen schon seit einem Jahr zusammenarbeiten und viele Dinge schon ineinandergreifen, können wir nun noch mehr im Detail arbeiten. Das tut uns gut", ebenso helfe es, dass er mit einer Mannschaft arbeitet, die sich selbst auch immer weiter verbessern will.

"Die Voraussetzung ist, dass wir fokussiert und konzentriert und mit dem nötigen Nachdruck an den Dingen arbeiten, die wichtig sind für den Saisonbeginn. Trotzdem kommt der Spaß auch nicht zu kurz. Bis hierhin bin ich daher zufrieden, was das Klima betrifft. Aber das ist ein Gut, das man sich jeden Tag neu erarbeiten und schaffen muss", weiß Rose.


Thuram und Zakaria mit Hoffnung - bei Plea wird es noch dauern


Leider müssen Marcus Thuram, Denis Zakaria und Mamadou Doucouré derzeit ein wenig kürzer treten und sich mit reinem Lauftraining begnügen. "Es ist natürlich nicht optimal, wenn Spieler in der Vorbereitung verletzt sind, aber wir haben die Verletzungen von Denis und Marcus leider aus der alten Saison mitgenommen. Bei beiden ist der Heilungsverlauf gut, aber konkrete Prognosen kann man nicht stellen, wann sie wieder voll da sein werden", stellte Borussia neuer medizinischer Leiter Martin Meichelbeck gegenüber der RP klar.

Doch wie auch Lászlo Bénes, der sich nach seiner Sprunggelenksverletzung noch im Aufbautraining befindet, können die genanten Spieler zumindest im Kreis ihrer Kollegen an einem Comeback arbeiten. Alassane Plea hingegen ist gar nicht mitgereist in das Trainingslager.


Plea trainiert derzeit abseits der Mannschaft

Neben Keanan Bennetts, der sich bei der U23 im Aufbautraining befindet, ist der Plea der einzige Profi, der (noch) nicht in der Klosterpforte anzutreffen ist. "Natürlich ist es nie schön, wenn ein Spieler verletzt ist. Lasso ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Wir arbeiten daran, dass er noch ins Trainingslager nachkommt und dann hier wieder ins Lauftraining einsteigen kann. Als Trainer macht man sich immer Sorgen, am liebsten hätte man immer alle Spieler beisammen, möchte die bestmögliche Mannschaft im Training haben. Aber es nützt nichts, wir müssen da gemeinsam durch. Wir werden Lasso unterstützen und müssen sehen, dass wir ihn konstant fit halten die nächsten Wochen und Monate", hofft Rose auf eine baldige Genesung des Franzosen.

Doch der angesetzte Saisonstart wird vermutlich zu früh für Plea kommen. Zakaria, Bénes und Thuram hingegen können sich berechtigte Hoffnungen auf eine rechtzeitige Rückkehr machen. Pleas Ausfall könnte jedoch durch Neuverpflichtung Hannes Wolf kompensiert werden, denn für Rose ist klar, dass der junge Österreicher seinen Teil zu einem erfolgreichen Saisonstart beitragen kann.


Auch Hannes Wolf quält sich

"Hannes hat sich bisher hervorragend eingefügt ins Team, die übrigen Jungs haben ihn super aufgenommen – das entspricht dem, wie ich meine Mannschaft kenne. Er bekommt von allen Seiten Unterstützung. Aber er weiß auch, dass er in eine sehr gut funktionierende und qualitativ hochwertige Mannschaft gekommen ist, in der er sich durchbeißen muss", fordert Rose, Doch wer den Ehrgeiz des ehemaligen Leipzigers kennt, wird sich wenig Gedanken um dessen Ambitionen machen.

Dass Wolf ein wichtiger Bestandteil des Teams werden kann, betont Rose abschließend konsequent: "Natürlich passt er zu dem Fußball, den wir uns erarbeiten und den wir spielen wollen!"