Aufgrund der Corona-Krise hat Borussia Dortmund nicht allzu viel Geld auf dem Transfermarkt in die Hand genommen. Mit Thomas Meunier, Jude Bellingham und Reinier wurden drei Neuzugänge verpflichtet. 90min stellt ihnen ein erstes Fazit aus.


Bei einem Verkauf von Jadon Sancho hätte Borussia Dortmund womöglich mehr Neuzugänge präsentiert, doch weil bis zum 10. August kein Abnehmer für den Flügelspieler gefunden wurde, mussten die Verantwortlichen nicht aktiv werden; denn Sancho zu halten, war eine der Hauptaufgaben während der abgelaufenen Transferperiode.

Thomas Meunier soll die Lücke auf der rechten Abwehrseite stopfen, Jude Bellingham gehört im zentralen Mittelfeld die Zukunft und mit Reinier wurde noch einmal die Offensive verstärkt. Ein endgültiges Fazit lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt selbstverständlich noch nicht ziehen, aber eine erste Beurteilung ist durchaus zulässig.



1. Thomas Meunier

Soll die rechte Abwehrseite stabilisieren: Thomas Meunier

Thomas Meunier wurde ablösefrei von Paris St. Germain verpflichtet. Damit haben sich die Verantwortlichen von Borussia Dortmund zuallererst für eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung entschieden, denn Hakimi musste nach zwei Jahren auf Leihbasis wieder zu Real Madrid zurück.

Erwartungen: Dass Meunier der neue Hakimi wird, war von Anfang an nicht zu erwarten. Der Belgier bringt eine völlig andere Statur mit, ist zudem langsamer. Aber er passte vom Profil her in das 3-4-2-1-System der abgelaufenen Spielzeit, da er auch bei PSG in einer Dreierkette als rechter Wingback Erfahrungen sammeln konnte. Erwartet wurde außerdem, dass Meunier mit seiner Erfahrung vorangeht und diese einbringt, um den jungen Talenten in Dortmund zur Seite zu stehen.

Einsätze: Bisher hat Meunier jedes der zwölf Pflichtspiele von Beginn an absolviert. Sechsmal spielte er über 90 Minuten durch, in den anderen sechs Partien wurde er vorzeitig ausgewechselt.

Leistung: Bisher offenbart der 29-Jährige Licht und Schatten. Besonders seine Beiträge im Offensivspiel lassen zu wünschen übrig. Flanken und Torschüsse sind ungefährlich, seine einzige direkte Torbeteiligung ist ein Assist beim 3:0-Sieg in der Champions League über den FC Brügge. Defensiv kann sich Meunier aber durchaus behaupten - weshalb der BVB auch dank ihm acht Pflichtspiele zu Null absolviert hat.

Zukunft: Aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2024 ist klar, dass Meunier die kommenden Jahre in Dortmund verbringen wird. Wie viel er spielen wird, hängt aber auch von Mateu Morey ab. Der junge Spanier ist perspektivisch gesehen die erste Lösung für die Zukunft und erinnert mit seinem Spielstil an Raphael Guerriero, der als Linksverteidiger derzeit zu den besten BVB-Akteuren zählt. Langfristig gesehen darf ein interessanter Konkurrenzkampf erwartet werden.

Bewertung: Note 3-



2. Jude Bellingham

Schon jetzt gehört Jude Bellingham zu den aufregendsten Spielern im Dortmunder Mittelfeld

Mit einer Ablösesumme in Höhe von 23 Millionen Euro war Jude Bellingham der teuerste Transfer von Borussia Dortmund. Der 17-Jährige kam von Birmingham City und stellte früh unter Beweis, dass sich aller Voraussicht nach jeder Cent auszahlen wird.

Erwartungen: Nach einer starken Saison in Birmingham sind die Erwartungen an Bellinghams langfristige Entwicklung groß. Für sein junges Alter ist er extrem reif und versiert, dennoch gilt in Dortmund die Prämisse, nichts zu überstürzen. Angesichts der Klubphilosophie durfte man erwarten, dass der Neu-Nationalspieler Englands regelmäßig zum Zug kommen dürfte; das ist im ersten Saisondrittel auch der Fall.

Einsätze: Bisher stand Bellingham nur in einem einzigen Pflichtspiel nicht auf dem Platz: Den 3:0-Sieg über den FC Schalke 04 durfte er nur von der Bank aus verfolgen. Abgesehen davon kam er immer zum Zug, wobei er bereits sechs Mal für die Startelf nominiert wurde.

Leistung: Nach den ersten Wochen dürften die Verantwortlichen mehr als zufrieden mit Bellingham sein. Sein junges Alter merkt man ihm kaum an, stattdessen begeistert er mit seiner Cleverness im Spiel nach vorne. Bellingham schaltet immer wieder in den Offensivgang, erkennt Möglichkeiten zum Durchbruch und wurde technisch gut ausgebildet.

Zukunft: Genau wie Erling Haaland, Jadon Sancho oder Giovanni Reyna gehört auch Jude Bellingham die Zukunft bei Borussia Dortmund. In Schwarz-Gelb soll sich der junge Engländer auf allerhöchstem Niveau weiterentwickeln und die nächsten Schritte im Profi-Geschäft gehen. Dass es auf der Karriereleiter hoch hinausgehen wird, ist schon jetzt absehbar; aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2023 hat Dortmund das Heft des Handelns aber fest in der Hand.

Note: 2+



3. Reinier

Reinier braucht Zeit, um in Dortmund anzukommen

Genau wie Bellingham ist auch Reinier ein Spieler für die Zukunft. Jedoch ist der Brasilianer nur bis 2022 von Real Madrid ausgeliehen.

Erwartungen: Reinier sollte für zusätzliche Breite in der Offensive sorgen, der Brasilianer kann auf der Zehn, Neun sowie auf den Außenbahnen spielen. Jedoch war von Beginn an klar, dass er sich vorerst ganz hinten anstellen muss: Aktuell haben Giovanni Reyna, Jadon Sancho, Thorgan Hazard, Marco Reus und Julian Brandt die Nase vorn.

Einsätze: Über eine Nominierung für die Startelf durfte sich Reinier noch nicht freuen. Wenn, dann wurde er eingewechselt - und das in der Regel erst kurz vor Schluss. In sieben Einsätzen kommt die Leihgabe auf 105 Spielminuten.

Leistung: Von außen lässt sich Reiniers Leistung nur schwer beurteilen. Auf dem Spielfeld konnte er sich ob der geringen Spielzeit kaum in Szene setzen, denn meist kam er erst dann aufs Feld, wenn die Partie bereits entschieden war. Der 18-Jährige wird noch Zeit brauchen, um sich in seinem neuen Umfeld zu akklimatisieren, dann könnte er auch länger spielen.

Zukunft: Die Vereinbarung ist klar geregelt: Bis 2022 spielt er in Dortmund, danach wird er wieder zu Real Madrid zurückkehren. Ob er noch in dieser Saison oder erst in der nächsten so richtig ankommt, ist davon gänzlich unabhängig. Reinier erhält die Zeit, die er benötigt. Nach Ablauf der Leihe werden alle Parteien dann beurteilen müssen, wo seine Zukunft liegt.

Note: k.A.