Egal wie viele Spieler in den vergangenen beiden Jahren bei Borussia Dortmund um einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld gekämpft haben: Axel Witsel war stets gesetzt. Der Belgier muss allerdings aufpassen, dass er in der Rangordnung nicht abrutscht. Nach schwachen Leistungen in der abgelaufenen Saison ist er gefordert, wenn der BVB mit der Vorbereitung beginnt.


Gemeinsam mit Thomas Delaney wechselte Axel Witsel im Sommer 2018 zu Borussia Dortmund. Beide Akteure sollten Körperlichkeit und Struktur in das offensive Spiel des BVB bringen, nachdem die Saison 2017/18 wegen des kurzen Intermezzos von Peter Bosz völlig aus dem Ruder gelaufen war.


Auf Anhieb wurde Witsel der neue Chef im Mittelfeld. Von Beginn an war der Neuzugang von Tianjin Tianhai der Dreh- und Angelpunkt im Dortmunder Spiel, der den Ball verwaltet, den Rhythmus bestimmt und beherzt in Zweikämpfen zu Werke geht. Im Dezember 2018 schätzte das Online-Portal transfermarkt.de seinen Marktwert auf 40 Millionen Euro, mittlerweile ist dieser allerdings auf 21,5 Millionen Euro abgestürzt - denn Witsel hat in der abgelaufenen Saison nicht mehr so geliefert, wie erwartet.


25 Mal wurde er für die Startelf nominiert, fast immer hat er dabei durchgespielt. Die Passquote blieb auf einem sehr guten Niveau, laut fbref.com kamen 94 Prozent aller Abspiele beim Mitspieler an. Allerdings sank die Zweikampfquote von 60 auf 53 Prozent, und statt durchschnittlich 80 Ballaktionen pro Spiel waren es in dieser Saison nur etwa 73. Auch wegen mehrerer kleinerer Verletzungen musste er immer wieder pausieren, fand anschließend nie wirklich in den gewohnten Rhythmus und wirkte nicht so souverän wie in seiner Debütsaison.


Der Konkurrenzkampf im Mittelfeld ist enorm


Mit Emre Can verpflichtete der BVB bereits im Winter einen vielseitigen Mittelfeldspieler, der das Defensivgerüst stabilisiert und viele Impulse nach vorne gesetzt hat. Langfristig könnte er aufgrund des Transfers von Jude Bellingham in die Dreierkette wechseln, doch auch der 23 Millionen Euro teure Neuzugang von Birmingham City wird Witsel in Zukunft unter Druck setzen. Trotz seines jungen Alters von 17 Jahren ist Bellingham extrem weit, war in dieser Saison Stammspieler in der zweiten englischen Liga. In der Zentrale ist er überall zu finden und er scheut sich nicht davor, in Zweikämpfe zu gehen, die Mitspieler im Aufbau zu unterstützen oder nach vorne zu marschieren und Angriffe zu initiieren.


Mit Witsel, Bellingham, Can, Thomas Delaney, Mahmoud Dahoud und Julian Brandt hat Lucien Favre eine breite Auswahl. Jeder - auch Witsel - steht mit Beginn der Vorbereitung unter Druck und ist gefordert, sich über gute Leistungen in den Trainingseinheiten und Testspielen für einen Platz in der Anfangself zu empfehlen. Will Witsel auch in seinem dritten Jahr als Leader vorangehen, wird er sich vor allem im Spiel gegen den Ball wieder bessern müssen - doch ebenso wird er daran arbeiten müssen, das Spiel nicht zu verschleppen und das Tempo rauszunehmen. Andernfalls droht die Konkurrenz vorbeizuziehen.