Dass Milot Rashica Werder Bremen noch in dieser Transferphase verlässt, ist eigentlich nur eine Frage der Zeit - davon geht auch Aufsichtsrats-Chef Marco Bode aus. Mit seinen Millionen, auf die man noch warten muss, könnte dem angeblichen Interesse an Alex Fernandez nachgegangen werden.


Unabhängig vom schlussendlich doch noch erreichten Klassenerhalt für Werder Bremen war es schon während der vergangenen Saison abzusehen, dass Milot Rashica den Verein verlassen wird. Der Flügelspieler möchte den nächsten Schritt machen, während sein Klub die damit einhergehende Ablösesumme sehr gut gebrauchen kann.


Früh soll er sich persönlich mit RB Leipzig einig gewesen sein, die den schnellen Offensivspieler gerne als Verstärkung holen würden. Auch wenn zwischendurch Borussia Dortmund als Wechsel-Option im Raum stand, deutet nach wie vor alles auf einen Wechsel zum am Dienstagabend gescheiterten Halbfinalisten der Champions League hin. Die Frage ist wohl nicht mehr, ob Rashica den Wechsel machen wird, sondern nur noch wann.


Wir sind stark genug, um zu sagen, dass wir ihn nicht um jeden Preis verkaufen. Bode zum Rashica-Poker

Bode geht von Rashica-Abgang aus: "Wechselwunsch klar hinterlegt"


Auch Marco Bode, Vorsitzender des Bremer Aufsichtsrates, geht davon aus (via Weser Kurier): "Wir sind schon im letzten Jahr ein großes Risiko eingegangen, indem wir auf einen großen abgebenden Transfer verzichtet haben. Das werden wir im Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2019/2020 sehen." Der 24-Jährige ist die einzige Möglichkeit, eine gute Summe in die angeschlagenen Kassen zu spielen. Dementsprechend offen auch die Aussagen: "Milot hat seinen Wechselwunsch bei uns klar hinterlegt. Daher sind wir nicht naiv und kalkulieren ein, dass Milot nicht das komplette nächste Jahr bei uns spielen wird."


De Transfereinnahmen für Milot Rashica werden Werder Bremen helfen

Mit dem Zusatz "nicht das komplette nächste Jahr" wird Bode die "komplette nächste Saison" meinen, womit er sich direkt auf das bis Anfang Oktober offene Transfer-Fenster bezieht. Zurzeit deutet nämlich sehr viel daraufhin, dass Werder in den Verhandlungen um eine Summe noch hart bleiben wird. Ein Zwiespalt: Auf der einen Seite braucht man das Geld für eigene Einkäufe, im besten Fall so schnell wie möglich. Andererseits soll Rashica keineswegs unter Wert verkauft werden. Gleichzeitig versuchen die Leipziger ebenfalls auf Zeit zu spielen, um Druck auszuüben.


"Wir sind stark genug, um zu sagen, dass wir ihn nicht um jeden Preis verkaufen - genauso wie wir sagen, dass kein Spieler unverkäuflich ist", führt Bode weiter aus. Somit wird wohl alles auf sich ziehende Verhandlungen und Gespräche hinauslaufen, bis sich beide Seiten am Ende einigen werden - schließlich ist man auf eine gewisse Weise voneinander abhängig.


Marco Bode geht vom Abgang Rashicas aus

Bremer Interesse an Alex Fernandez - Rashica-Millionen könnten Cadiz überzeugen


Die Einnahmen, die Bremen durch einen (möglicherweise späten) Rashica-Verkauf bekommen würde, könnten ein gutes Polster für eigene Transfers werden. Aus Spanien kommt das Gerücht, dass sich Werder unter mehreren Vereinen befinden soll, die ein gewisses Interesse an Alex Fernandez vom La-Liga-Aufsteiger FC Cadiz haben (via Transfermarkt). Die ortsansässige Zeitung La Voz de Cadiz meldet, dass unterschiedliche Bundesligisten auf den Mittelfeldspieler aufmerksam geworden sind.


Alex Fernandez soll auch in Bremen für Interesse sorgen

Fernandez' Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2022. Zudem soll es eine Ausstiegsklausel von etwa 20 Millionen Euro geben, die zwar einen direkten Zuschlag garantieren würde, aber nicht zwangsweise erreicht werden muss. Ein erstes Angebot eines deutschen Vereins, der sechs Millionen Euro geboten haben soll, sei bereits abgelehnt worden - ein erstes Zeichen, dass Cadiz sich nicht auf die Verlockungen schnellen Geldes einlassen wird.


Auch wenn ein Verbleib des Bruders von Nacho Fernandez (Real Madrid) wohl das favorisierte Szenario wäre, wird der Aufsteiger früher oder später schwach werden. Sollte Bremen das angebliche Interesse mit dann erhaltenen Rashica-Millionen umsetzen wollen, könnte es einen Neuzugang geben. Bis es zur Einigung mit Leipzig kommt, bleibt es jedoch ruhig.