Vor zwei Jahren wurde Lucien Favre Trainer von Borussia Dortmund. Seither muss sich der Schweizer mit ständigen Zweifeln herumschlagen. Glaubt man einem Bericht der Sportbild, haben seine Spieler den Glauben daran verloren, unter dem 62-Jährigen Titel gewinnen zu können!


Die Hinrunde nach seinem Einstand in Dortmund verlief reibungslos - am Ende verspielte der BVB unter Favre aber den Meistertitel 2018/19 leichtfertig. In der vergangenen Saison wurde es wieder nichts mit einem Titel - der Abstand zu Dauer-Meister FC Bayern war da schon erheblich größer. Trotz der mutigen Titel-Ansagen aus dem schwarz-gelben Lager vor der Saison.


Nun geht Lucien Favre in sein drittes Jahr als BVB-Chefcoach. Es ist gleichzeitig sein letztes Vertragsjahr. Über eine Verlängerung seines auslaufenden Kontrakts wurde in Dortmund noch nicht gesprochen. Ganz offensichtlich wollen die Bosse abwarten, wie die Saison verläuft.


Die zwei Favre-Gesichter als Spiegelbild der Mannschaft


Im Mannschaftskreis soll schon früh in der Saison der Glaube an den Titel unter Favre geschwunden sein. Die Pleite in Augsburg erinnerte an die bitteren Favre-Momente der letzten Jahre und sollen die Zweifel geschürt haben. Zwar soll Favre für seinen respektvollen und höflichen Umgang mit der Mannschaft geschätzt werden, aber: "die meisten glauben inzwischen nicht mehr", dass man unter seiner Führung einen Titel gewinnen werde, so die Sportbild-Infos.


Hauptgrund für die Zweifel seien die zwei Gesichter des Trainers, die ein Spiegelbild der Mannschaft darstellen. Der Schweizer gilt als Tüftler und genialer Taktiker, kann sein Team so zu glanzvollen Auftritten führen. Gegen Gladbach (3:0) und Freiburg (4:0) klappte das nach Maß. Auf der anderen Seite fehlt dem Team ein Plan B gegen tiefstehende Gegner mit aggressivem Zweikampfverhalten. In solchen Partien - wie der 0:2-Pleite in Augsburg - scheint der Mannschaft der absolute Wille zu fehlen, um einen Sieg auch mal zu erzwingen.


Intern werde dies dem Trainer angekreidet, heißt es. Wenig Emotion, wenig Siegeswille und keine Stärkung der eigenen Spieler, werde Favre vorgeworfen. Und diese befeuert er mit seinen Maßnahmen zusätzlich: Etwa mit der Auswechslung von Erling Haaland im Supercup, als der BVB drauf und dran war gegen den FC Bayern das Spiel endgültig zu drehen. Gegen Freiburg dagegen, durfte Haaland durchspielen, obwohl die Partie längst entschieden war.


Selbst wenn die Infos der Sportbild nur teilweise stimmen - es wird deutlich, dass die Zweifel an Favre in Dortmund immer weiter gehen. Sowohl bei den Fans, als auch im Klub und bei den Spielern. Ohne diese volle Überzeugung spielen die BVB-Bosse auch in Sachen Vertragsverlängerung auf Zeit. Klar ist: Favre hilft nur ein Titel zum Saisonende. Dafür muss er seine Mannschaft aber wieder voll überzeugen können, Spiele wie in Augsburg gewinnen und mit dem Team die nächste Entwicklungsstufe erreichen. Gelingt das nicht - und strauchelt er schon im weiteren Saisonverlauf auf dem Weg dorthin - scheint auch eine vorzeitige Trennung nicht auszuschließen zu sein. Der BVB-Coach 2021/22 trägt dann mit Sicherheit einen anderen Namen!