Allerorten planen die Klubs für die anstehende Saison und müssen dabei immer mit nicht beherrschbaren Variablen kalkulieren. So auch die TSG Hoffenheim in Bezug auf ihren defensiven Mittelfeldspieler Florian Grillitsch.


Die nicht vom Klub beherrschbaren Faktoren sind natürlich die anderen Vereine. Respektive die Angebote, die diese zwecks Verpflichtung des 25-jährigen Österreichers an die TSG herantragen werden. Denn darüber, dass dies in diesem Corona-Sommer nicht der Fall sein würde, machen sich die Verantwortlichen im Kraichgau erst gar keine Illusionen. Mit Inter Mailand, dem FC Arsenal oder Champions League-Halbfinalist RB Leipzig soll es bereits namhafte Interessenten an Grillitsch geben. Nur ist es halt in diesem ganz speziellen Sommer auch etwas speziell mit dem diesjährigen Transfermarkt.


Grillitsch hat die EURO2020 im Blick


"Dieses Jahr läuft es etwas schleppend", gibt auch der Spieler gegenüber dem kicker selbst zu, "aber es geht manchmal schnell." Wer aus diesen Worten jedoch einen dringenden Wechselwunsch herausfiltern will, liegt falsch. Keineswegs will Grillitsch die TSG, an die er noch bis 2022 vertraglich gebunden ist, unbedingt verlassen. Es geht bei ihm vielmehr um die sprichwörtlichen Tauben auf dem Dach (siehe die Liste der interessierten Vereine) oder den Spatz in der Hand - und um die Europameisterschaft im nächsten Jahr.


"Hier habe ich mir schon Respekt verschafft und weiß, was ich an der TSG habe", so Grillitsch gegenüber dem Fachblatt. "Wenn ein anderer Verein Interesse zeigt, muss ich das gut überlegen." Denn im Sommer 2021, nach Beendigung der neuen Saison, steht bekanntlich die verschobene EURO2020 auf dem Programm. "Weil das mein erstes großes Turnier sein wird, da will ich natürlich spielen. Wenn ich im Verein nicht spielen würde, wird das schwer."


Bei der TSG hätte Grillitsch seine Einsatzzeiten so gut wie sicher


Bei der TSG würde er auf jeden Fall spielen. Für Neu-Trainer Sebastian Hoeneß ist Grillitsch ein sogenannter Säulenspieler. Doch auch er kann nicht mal eben in die Glaskugel schauen - und beschränkt sich deshalb auf die in solchen Konstellationen üblichen Floskeln: "Flo ist aktuell da, und ich plane fest mit ihm. Er wird hier eine zentrale Rolle einnehmen. Wenn der Fall eintritt, können wir gerne darüber sprechen." Damit folgt der Coach - zwar nicht im Wortlaut, aber inhaltlich - zu hundert Prozent seinem unmittelbaren Vorgesetzten. "Es ist aktuell weder aus sportlicher noch aus wirtschaftlicher Sicht geplant, einen der vielen marktwerthaltigen Spieler zu verkaufen", sagte TSG-Direktor Sport Alexander Rosen. Ließ aber auch ein einschränkendes "ausschließen kann ich es nicht!" folgen.


Doch alle auf einen Verbleib des Spielers in Hoffenheim abzielenden Aussagen würden unweigerlich zu Makulatur, wenn ein Verein in diesem Sommer doch noch Bereitschaft signalisiert, die Ausstiegsklausel zu bedienen. Die soll Informationen der Bild-Zeitung zufolge bei 20 Millionen Euro im Falle "einer kleineren Liga" liegen. Für die großen Ligen des Kontinents (England, Spanien oder Italien) sollen noch mal fünf Millionen zusätzlich fällig werden. Nicht eben ein Pappenstiel, aber auch kein Betrag, der für die infrage kommenden Klubs völlig prohibitiv wäre. Noch ist das große Transferrad gar nicht richtig in Schwung gekommen. Aber wie Grillitsch ja schon selbst sagte: "Es geht manchmal schnell!"