Auf Schalke gibt es derzeit eine Wagenladung an Problemen, doch das Besetzen der Rechtsverteidiger-Position gehört zu den größten. Noch immer muss der Klub auf Aushilfs-Optionen wie Timo Becker oder Sebastian Rudy setzen - an einer erneuten Leihe von Jonjoe Kenny soll gearbeitet werden.


Neben der weiterhin großen Tor(-Chancen)-Armut in der Offensive, der Frage, wer die Nummer eins im Tor wird und ob Trainer David Wagner den Saisonstart einigermaßen erfolgreich gestalten kann, gibt es beim FC Schalke 04 derzeit noch eine wichtige, aber offene Frage: Wer spielt in der anstehenden Saison als Rechtsverteidiger?


S04 hat keinen einzigen Spieler, der die Rolle des Außenverteidigers auf der rechten Seite sein Eigen nennen kann. Eigene Transferaktivitäten, vor allem feste Transfers, sind derzeit schwer zu bewerkstelligen: Es sind kaum finanzielle Mittel vorhanden, während neben der bevorstehenden Verpflichtung von Vedad Ibisevic noch ein weiterer Mittelstürmer kommen soll und ein neuer Linksverteidiger eigentlich auch noch hilfreich wäre.


Schalke sucht Rechtsverteidiger: Becker und Rudy absolute Notlösungen


Welche Optionen bleiben Schalke also? Zum einen gilt Timo Becker als eine Möglichkeit, die vakante Position auf rechts zu besetzen. Im Verlauf der letzten Hinrunde machte er den Schritt aus der U23 zu den Profis, zeigte früh, dass er eine solide Backup-Rolle als Abwehrspieler einnehmen kann. Während der Rückrunde nahmen seine Leistungen - wie die aller anderen ebenfalls - allerdings spürbar ab. Der 23-Jährige verfügt über nahezu keine Bundesliga-Erfahrung, stand in erst vier Partien in der Startelf.


Timo Becker könnte als S04-Notnagel herhalten müssen

Ob Becker also regelmäßig als Außenverteidiger auflaufen könnte, obwohl er noch kein gefestigter Bundesliga-Profi und gleichzeitig eigentlich gelernter Innenverteidiger ist, ist eher fragwürdig. So oder so wäre er eine interne Notlösung - andererseits würde das derzeit auch auf jeden anderen Spieler zutreffen.


Im Test gegen Saloniki lief Sebastian Rudy als Rechtsverteidiger auf

Eine weitere Option ist Sebastian Rudy. Der Rückkehrer, von dem sich Königsblau wohl auch gerne trennen würde, primär um das sehr üppige Gehalt (vier bis fünf Millionen Euro) zu sparen, kennt diese Position zumindest schon etwas: Für die TSG Hoffenheim absolvierte er in der vergangenen Saison eine Handvoll Spiele in dieser Rolle - auch in bisherigen S04-Tests lief er dort schon auf. Somit deuten momentan nicht wenige Anzeichen daraufhin, dass sich der 30-Jährige als Notnagel hinten rechts beweisen müsste. Ein dynamisches, offensives Außenverteidiger-Duo (mit Bastian Oczipka) wäre somit allerdings kein Thema.



Kenny-Rückkehr wieder ein Thema auf Schalke


Durch welch fehlende Planung es auch immer soweit kommen konnte, aber die aktuell (!) letzte Möglichkeit scheint eine verzweifelte Rückholaktion von Jonjoe Kenny zu sein. Laut Sport1-Informationen soll sich Sportvorstand Jochen Schneider beim FC Everton um eine erneute Leihe des jungen Briten bemühen. Allzu gering sollen die Chancen aus S04-Sicht nicht sein, da es heißt, Carlo Ancelotti sei nicht vollends von der Zukunft Kennys überzeugt.


Jonjoe Kenny testet derzeit schon für den FC Everton

Sollte er unter dem italienischen Star-Trainer maximal als Ersatzspieler im Kader stehen, während ein anderer Rechtsverteidiger zum Stammspieler wird, könnte eine weitere Leihe zumindest theoretisch denkbar sein - immerhin könnte der Klub aus der Premier League auch an einen festen Transfer denken, wie es schon kurz nach seiner Rückkehr ein Thema war. Dann wäre Schalke jedoch zweifelsfrei raus.


Es sieht also nicht gut aus, was die Planungen bezüglich eines so wichtigen rechten Außenverteidigers betrifft. Dass die beste Option die Rückkehr eines zwar sehr engagierten und jungen, aber auch nicht wirklich (speziell defensiv) überzeugenden Spieler ist, der sich eigentlich in seiner Heimat Everton durchsetzen wollte, spricht Bände. Bis zum Ende der Transferphase ist zwar noch etwas Zeit - bis zum Saisonstart allerdings nicht mehr wirklich viel...