Ja, es gibt sie. Die Krisengewinner. Und dabei meine ich nicht Amazon und Co. Nein, ich meine Fußballer. Und das, obwohl der Ball gerade weltweit ruht. Oder gerade deswegen. Für einen Langzeitverletzten, wie z.B. Bayerns Innenverteidiger Niklas Süle, kam der Corona-Stop nämlich fast wie gerufen.


Denn der 24-jährige Nationalspieler verletzte sich im vergangenen Oktober schwer (Kreuzbandriss). Die Saison war damit praktisch abgehakt und auch Süles großes Ziel, die EURO 2020, schien in unerreichbare Ferne gerückt zu sein. Süles Vereinsboss Uli Hoeneß ließ jedenfalls keinen Zweifel daran: "Die EM kann Süle vergessen!", hatte der mittlerweile aus dem Tagesgeschehen zurückgetretene Ex-Präsident wenig feinfühlig angekündigt.


Doch da wusste Hoeneß auch noch nichts von der herannahenden Pandemie. Und auch den Kampfgeist seines Spielers dürfte er ein wenig unterschätzt haben. Denn Süle plant mittlerweile sein Comeback. Corona sei Dank, dass ihm diese Möglichkeit überhaupt gegeben wurde. "Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich wichtige Zeit in der Reha gewonnen habe", sagte er gegenüber dem Sportinformationsdienst. Mit der Reha befinde er sich "auf der Zielgeraden", wie er dem Vereinsmagazin 51 verriet.


EM-Einsatz in diesem Sommer wäre ein großes Risiko gewesen


Durch die unvorhergesehene Unterbrechung kommt Süle seinem Ziel, die EURO 2020 zu spielen (wenn auch mit einem Jahr Verspätung) nun wieder ein gutes Stück näher. Es hätte vielleicht auch noch in diesem Sommer klappen können - doch Süle selbst räumt im SID-Interview ein, dass seine Teilnahme an dem Turnier zum ursprünglich fixierten Zeitpunkt (in diesem Sommer), "nach dieser schweren Verletzung ein Risiko gewesen" wäre.


Und so kann man Niklas Süle durchaus als einen der wenigen "Gewinner" der Corona-Krise bezeichnen.