Die drei besten ​Werder-Keeper dieses Jahrtausends? Sicherlich Andreas Reinke, Tim Wiese und Jiri Pavlenka. Doch wer stand im Schatten dieser tollen Torhüter? Diese 8 Werder-Ersatztorhüter seit 2000 haben wohl nur noch die wenigsten auf dem Schirm: 


Stefan Brasas (1998 - 2001)

Der in Münster ausgebildete Torhüter kam 1998 aus dem Emsland vom SV Meppen in die Hansestadt. Mit einem Alter von 30 Jahren brachte Brasas bereits einiges an Erfahrung mit. Dennoch kam die Zweitvertretung von Frank Rost nicht über sechs Ligaspiele hinaus. Immerhin zwei Mal lief der 2,02 Meter-Mann im UEFA-Cup auf.


Zusammen mit Ex-​Bundesliga-Trainer Winnie Schäfer arbeitet Brasas seit Juli 2011 für die Nationalmannschaft Thailands als Torwarttrainer. Mit Schäfer trainierte er vorher schon gemeinsam den arabischen Klub Al Ain. ​(​Einsätze für die Werder-Profis: 8)


Pascal Borel (1998 - 2005)

Pascal Borel of Werder Bremen kicks the ball up field

Gemeinsam mit Brasas kam im Sommer '98 auch Borel zum SVW. Im zarten Alter von 19 Jahren war der Ex-Waldhofer vorerst nur Keeper Nummer drei. In der Saison 2002/03 beförderte Chefcoach Thomas Schaaf ihn kurzerhand zum Stammkeeper. Das Double nur ein Jahr später musste Borel wiederum als Nummer zwei hinter Neuzugang Andreas Reinke feiern.

​Seit 2015 ist Borel Chef der Torwartausbildung im Nachwuchsleistungszentrum von ​Hannover 96. (​Einsätze für die Werder-Profis: 42)


Alexander Walke (1999 - 2005)

Alexander Walke

​Walke schloss sich bereits 1999 der A-Jugend des SV Werder an. Drei Jahre später stieß er zu den Profis. Hier wartete Werders Nummer drei allerdings vergeblich auf einen Einsatz. Am Wochenende stand der damalige Jungspund lediglich auf Platz 11 für die Reservemannschaft in der Regionalliga Nord zwischen den Pfosten. In der Doublesaison war er wegen Cannabis-Konsum seitens der FIFA gesperrt. 


​Der mittlerweile 36-Jährige hütet seit 2011 das Tor des österreichischen Erstligisten Red Bull Salzburg. Für die Roten Bullen bestritt Walke bis dato 226 Pflichtspiele. Seinen Stammplatz verlor Walke in der Saison 2017/18 an Cican Stankovic. (Einsätze für die Werder-Profis: 0)


Kasper Jensen (2005 - 2007)

Auch Jensen durfte in seinen zwei Jahren am Osterdeich kein einziges Mal das Tor der Profis hüten. Zugegeben: Zusammen mit Tim Wiese, Andreas Reinke und Christian Vander hatte der Däne es auch nicht leicht. 


​Nach weiteren Stationen in Jena sowie Paderborn, Dänemark und Schweden beendete Jensen 2015 im Alter von 32 Jahren beim dänischen Erstligisten Silkeborg IF seine Karriere. Etablierter Stammkeeper war er nie. (Einsätze für die Werder-Profis: 0)


Nico Pellatz (2007 - 2009)

Eredivisie Promotion/Relegation Play Off - Sparta Rotterdam v Willem II

Pellatz wechselte von der ​Hertha zu den Norddeutschen. Durchaus ambitioniert verschlug es den 20-Jährigen - wie so oft - zu den Amateuren des Bundesligisten. Bei den Profis hatte Pellatz als Nummer vier hinter Wiese, Vander und Sebastian Mielitz keine Chance. Beim 5:2-Viertelfinalerfolg im DFB-Pokal gegen den ​VfL Wolfsburg im Jahr 2009 bestritt Pellatz sein einziges Pflichtspiel für die grün-weißen Profis. 

​Nach zweijährigem Engagement für die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg ist der mittlerweile 33-jährige Torhüter aktuell vereinslos. (Einsätze für die Werder-Profis: 1)


Raif Husic (2014 - 2016)

FBL-GER-BUNDESLIGA-BREMEN

Als der Deutsch-Bosnier aus der U19 des ​FC Bayern zu den Profis des SV Werder wechselte, war die Konkurrenz groß. Trainer Robin Dutt und dessen späterer Nachfolger Viktor Skripnik hatten mit Raphael Wolf, Koen Casteels, Richard Strebinger, Michael Zetterer und Husic fünf Torhüter in ihren Reihen. Husic brachte es während seines Aufenthalts an der Weser lediglich auf 13 Einsätze für die U23 in Liga vier. 

​Nach Stationen beim VfR Aalen und Wacker Burghausen hütet er seit vergangenem Jahr das Tor seines Heimatklubs TSV Zusmarshausen. Aus der 3. Liga in die Kreisliga Augsburg - der Traum einer wahren Profikarriere ist dem 24-Jährigen nicht geglückt. (Einsätze für die Werder-Profis: 0)


Gerhard Tremmel (2016)

Swansea City Training Session

A​ufgrund der Verletzungen von Zetterer und Wolf sah Werder-Manager Thomas Eichin in der Winterpause der Saison 2015/16 Handlungsbedarf auf der Torhüterposition. Der erfahrene Schlussmann kam leihweise vom walisischen Klub FC Swansea aus der ​Premier League zum SVW und sollte Stammkeeper Felix Wiedwald den Rücken stärken. Ohne jeglichen Einsatz ging es ein halbes Jahr später zurück auf die Insel, wo der Ex-Cottbuser im Sommer 2017 die Fußballschuhe an den Nagel hing. 

​Seitdem ist der 41-Jährige als Scout für die Waliser tätig und hält in ganz Europa Ausschau nach Talenten für Swansea. (Einsätze für die Werder-Profis: 0)


Eric Oelschlägel (2012 - 2018)

Eric Oelschlaegel

Das Torwart-Talent wechselte im Sommer 2012 von der U17 seines Jugendklubs ​Dynamo Dresden zu den Bremern. Hier kam ​Oelschlägel, der im Finale der Olympischen Spiele 2016 auf der Bank der deutschen Nationalmannschaft Platz nahm, auf 68 Einsätze für die Bremer Zweitvertretung. 

​Seit 2018 ist Oelschlägel die Nummer drei bei ​Borussia Dortmund. Der 24-Jährige durfte bisher einmal den Kasten der Schwarz-Gelben hüten, und zwar im DFB-Pokal-Achtelfinale 2019 gegen seinen Ex-Klub (7:5 n.E. für Werder). Sein Debüt pendelte zwischen Licht und Schatten. Nach einigen Mega-Paraden patzte er im entscheidenden Moment und wurde zur tragischen Figur des Pokalabends. (Einsätze für die Werder-Profis: 0)