​Trotz Coronakrise kommen jetzt, im Frühjahr, natürlich die ersten Gerüchte über mögliche Transfers in diesem Sommer auf. Vor allem die Spieler, deren Verträge im Juni (planmäßig) auslaufen, werden nun gerne mit möglichen neuen Vereinen in Verbindung gebracht. So auch Unions Stürmer ​Sebastian Polter.


Der, so spekuliert die Hamburger Morgenpost, könnte in den kommenden Wochen beim ​Hamburger SV zum Thema werden. Mit neun Toren (und einer Vorarbeit) in 20 Einsätzen hatte der 29-Jährige in der vergangenen Spielzeit einen nicht unerheblichen Anteil am erstmaligen Aufstieg der Eisernen in die Bundesliga. Tatsächlich gilt er bei den Fans der Köpenicker als eine Art Local Hero, nicht zuletzt wegen seines Tores im Derby gegen den verpönten Stadtrivalen Hertha.


In der Bundesliga klappte es bislang zwar noch nicht ganz so gut, zumindest was die nackten Zahlen betrifft. Vier Scorerpunkte, gleichmäßig verteilt auf Treffer und Assists, in zwölf Spielen sind aber auch keine wirklich schlechte Bilanz. Besser auf jeden Fall als die der aktuellen HSV-Stürmer Martin Harnik und Bobby Wood zusammen. 


Dementsprechend ist es nur naheliegend, dass Polter auch mit den Rothosen in Verbindung gebracht wird. Zumal er ja ohne Ablöse kommen würde.


Der Spieler selbst hat aber wohl noch keine definitive Entscheidung über seine Zukunft über den Juni hinaus gefällt. Was wohl auch am derzeitigen relativen Stillstand in der Branche liegen dürfte. "Momentan", so Polter gegenüber der Morgenpost, "ist es eher etwas ruhiger. Aber das muss man verstehen, dass die Vereine jetzt nicht daran denken, Spieler zu verpflichten. Dafür habe ich Verständnis." Und Geduld - denn Interessenten soll es sehr wohl geben. Sowohl aus dem In- wie aus dem Ausland. Ob der HSV darunter ist, wollte (oder konnte) Polter jedoch nicht bestätigen. 


Polter schwärmt von Hecking


Ein nicht unerheblicher Faktor für einen jeden Fußballspieler ist natürlich der Trainer. Und auch unter diesem Aspekt lässt sich eine Verbindung nach Hamburg schnell herstellen. Denn Dieter Hecking hat mit Polter bereits zusammengearbeitet. Gemeinsam wirkten beide, wenn auch nur für kurze Zeit, beim Club in Nürnberg. 


An diese Zeit mit Hecking hat der Angreifer noch sehr positive Erinnerungen. "Ich habe ihm viel zu verdanken. Er ist erfahren und spricht viel mit den Spielern – gerade auch wie in meinem Fall mit den jüngeren. Damit war er mir eine sehr große Hilfe. Er steht für einen jungen Fußball-Stil, ist erfolgsorientiert und kann auch durchgreifen, wenn es sein muss." 


Klingt fast schon wie ein Bewerbungsschreiben in Richtung Hamburg. Wenn man dazu noch weiß, dass Polters Vater ein glühender HSV-Fan ist, braucht man fast nur noch eins und eins zusammenzurechnen. Dies natürlich mit einem Augenzwinkern. 


Rein sportlich würde der gebürtige Wilhelmshavener (auch nicht so weit weg von Hamburg!) auf jeden Fall zu den Hamburgern passen und könnte mit seiner robusten, klassischen Mittelstürmer-Art die Nachfolge eines Joel Pohjanpalo antreten, der in Hamburg, der Morgenpost zufolge, wohl keine Zukunft hat und zurück nach Leverkusen geht. 


Dass er bei einem Wechsel an die Elbe eventuell finanzielle Abstriche machen müsste, scheint für Polter eher zweitrangig. Es sind andere Argumente, die bei der Abwägung seiner Entscheidung eine Rolle spielen werden. Konkret: "Eine sportliche Perspektive zu haben, finanziell gut dargestellt zu sein, die Nähe zu meinen Kindern, sie jederzeit holen zu können." Auch das wäre im Falle einer Entscheidung pro HSV gegeben - denn die Polter-Juniors leben in Wolfsburg. 


In der Jugend durchlief der Sturmtank (1,92 Meter) ab der U18 sämtliche Jahrgänge des DFB-Nachwuchses und kam dabei in insgesamt 17 Spielen auf starke neun Tore. Seine Zweitliga-Bilanz mit Union ist ebenfalls beachtlich: 42 Tore (und 14 Vorlagen) in 88 Spielen lassen sich wahrlich sehen. Die Gerüchte über diesen möglichen Deal dürften in den kommenden Wochen noch an Fahrt aufnehmen.