Am 23. April 2017 benötigte der FC Barcelona im Clasico gegen ​Real Madrid einen Sieg, um im Meisterschaftsrennen an den Erzrivalen heranzurücken. Unmittelbar vor dem Schlusspfiff war es Lionel Messi, der in einer herausragenden Partie für die Entscheidung sorgte und gleichzeitig sein 500. Pflichtspieltor für Barça erzielte.


Es war einer der zahlreichen Clasicos, die in die Geschichtsbücher eingingen. Am Sonntagabend, 20:45 Uhr Ortszeit, standen sich die beiden besten spanischen Mannschaften, die obendrein auch auf internationalem Grund die zurückliegende Dekade dominieren sollten, im Estadio Santiago Bernabeu gegenüber. 


Real Madrid beginnt stark


Vor dem direkten Aufeinandertreffen lag Real mit 78 Punkten an der Tabellenspitze, Barça hatte sechs Zähler Rückstand und war auf einen Sieg angewiesen. Allerdings begannen die von Zinedine Zidane trainierten Hausherren dominant, schon nach 90 Sekunden hätte es Strafstoß nach einem Foul von Samuel Umtiti an Cristiano Ronaldo geben können. 

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Nach knapp 30 Minuten erzielte Casemiro die verdiente Führung für Real



Real belohnte sich jedoch erst in der 28. Minute. Einen Eckball von rechts klärte Barça schwach, Marcelo brachte den zweiten Ball an den langen Pfosten, wo Sergio Ramos bereitstand. Der Kapitän traf aus spitzem Winkel nur den Pfosten, doch im Zentrum stand Abräumer Casemiro bereit, der nur noch einschieben musste. 


Messi gleicht aus


Die Führung hielt allerdings nicht lange. Nach einer Kombination über Lionel Messi, Sergio Busquets und Ivan Rakitic durfte Messi ohne Gegenwehr in den Strafraum einmarschieren. Der Argentinier bekam das Leder von Rakitic wieder zugespielt, ging an Luka Modric und Dani Carvajal vorbei und ließ Keylor Navas mit seinem präzisen Schuss ins lange Eck keine Chance (33.). 


Rakitic trifft - James sorgt für Spannung


Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie an Fahrt auf. Auf der einen Seite rettete Marc-André ter Stegen mit starken Reflexen gegen Toni Kroos (48.) und Karim Benzema (53.), auf der anderen Seite war Navas nach einem Kopfball von Pique zur Stelle (59.).


Eine Viertelstunde später ging Barça erstmals an diesem Abend in Führung: Nach einem Angriff über die linke Seite landete der Ball über Umwege bei Ivan Rakitic, der Navas mit seinem präzisen Linksschuss aus der zweiten Reihe keine Chance ließ (73.). Das Momentum lag klar auf Seiten der Katalanen, denn wenige Minuten später flog Ramos nach einem überharten Einsteigen gegen Messi zurecht mit glattrot vom Platz (78.). Jedoch sollte sich die vergebene Chance von Pique, der aus kürzester Distanz an Navas scheiterte (81.), rächen.

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Mit dem Tor zum 2:2 machte James Rodriguez das Spiel noch einmal spannend



In der Schlussphase kippte Real das Spiel. Kroos bediente Marcelo, dessen halbhohe Hereingabe von der Grundlinie bei James Rodriguez landete. Der Kolumbianer wurde kurz zuvor von Zidane eingewechselt, durfte im dicht besetzten Strafraum vom zweiten zum ersten Pfosten durchmarschieren und ließ ter Stegen mit seiner Direktabnahme ins kurze Eck keine Chance (86.)


Messis Geniestreich


Das letzte Wort gehörte aber nicht Ronaldo, der an diesem Abend kaum eine Rolle spielte - sondern seinem ewigen Rivalen Messi. In den Schlusssekunden startete Sergi Roberto in der eigenen Hälfte durch und bediente nach einem 60 Meter langen Sprint den mitgelaufenen Pique. Der Innenverteidiger ließ Jordi Alba kreuzen, der den Ball wiederum klug per Flachpass in den Rückraum beförderte. Dort stand Messi plötzlich bereit, der das Siegtor erzielte (90.+3). Für Messi war es das 500. Pflichtspieltor, gleichbedeutend sicherte er seiner Mannschaft drei enorm wichtige Punkte.

Messi ließ sich von seinen Mannschaftskollegen feiern, zog danach sein Trikot aus und präsentierte es dem Madrider Anhang in seiner vollen Pracht. Jedoch sollte es nicht mehr für die Meisterschaft reichen. Real leistete sich keinen weiteren Ausrutscher und gewann mit 93 Zählern zum ersten Mal seit 2012 die Liga. Mit 90 Punkten wurde Barcelona Zweiter.