Inmitten der Diskussionen um einen neuen Vertrag für Manuel Neuer, dessen öffentliche Aussagenzuletzt für Wirbel sorgten, steht Trainer Hansi Flick. Der Trainer des ​FC Bayern beobachtet die Thematik genau - zudem hat er sich zur Personalie Alexander Nübel geäußert, der wohl sogar um den Platz als Nummer zwei kämpfen muss.


Die angeblichen Forderungen seitens Manuel Neuer, in seinem neuen Vertrag eine Laufzeit von fünf Jahren sehen zu wollen, haben ihn und seinen Berater zuletzt dazu bewegt, öffentlich Stellung zu nehmen. Gegenüber der Bild hatte der Nationalkeeper seinen ​Unmut über vertrauliche Gespräche erklärt, die zum Teil an die Öffentlichkeit geraten waren. Laut kicker habe es die Tage intern zahlreiche Gespräche "auf allen Ebenen" gegeben, die Verhandlungen laufen also weiter - auch wenn eine Einigung weiterhin aussteht.


Neuer will sich - ungeachtet der derzeitigen Gespräche - weiterhin als Nummer eins durchsetzen und über weitere Jahre im Tor stehen, ohne Spiele abzugeben. Etwa an Alexander Nübel, der im Sommer von ​Schalke 04 kommt. Das hatte ​Neuer bereits mehrfach deutlich erklärt und auch Hansi Flick indirekt mit ins Boot genommen: Eine Einsatzgarantie, so etwas gebe "es im Leistungssport nicht". Da würde sich ein Trainer auch nichts vorschreiben lassen.


Flick lobt Salihamidzic für Nübel-Transfer


Flick beobachtet die derzeitige Situation ganz genau. Gegenüber dem kicker äußerte er sich nun auch zu Nübel und dessen Wechsel: "Wenn man den deutschen und internationalen Markt sieht, war es von unserem Sportdirektor Hasan Salihamidzic eine sehr gute und strategisch kluge Entscheidung, Alexander Nübel zu holen, zudem noch ablösefrei. Wenn du den besten deutschen Nachwuchstorhüter verpflichten kannst, dann musst du es tun." Das habe Salihamidzic "wirklich super gemacht", gab Flick eine Art Schulterklopfer aus.

Hasan Salihamidzic,Hermann Gerland,Hansi Flick


Dazu sind es auch Worte, die Nübel selbst guttun dürften. Der 23-Jährige hat seit der Bekanntgabe seines Wechsels von allen drei Bayern-Keepern, also Neuer, Sven Ulreich und Christian Früchtl bzw. deren Beratern, klare sowie angriffslustige Aussagen zuhören bekommen. Ulreich, der sich ganz klar als Nummer zwei sieht, hinter Neuer, und Früchtl, der nicht den Fehler machen möchte, "den ein Nübel oder sein Berater machen, [...] sich dort auf die Bank zu setzen." Flick betont, dass der Noch-S04-Torhüter "das gleiche Vertrauen und die gleiche Wertschätzung" erhalten werde, wie seine Kontrahenten.


Dennoch belässt es auch der Chefcoach nicht nur bei positiven Worten: "Manuel Neuer ist eindeutig unsere Nummer eins, daran wird sich auch in der kommenden Saison nichts ändern." Dazu kommt, dass Ersatzmann Sven Ulreich noch im Weg steht. Dieser, so Flick, mache "seine Sache zurzeit wirklich hervorragend". So wird immer klarer, dass Nübel sicherlich keinen leichten Stand in München haben wird. Der Stammplatz ist vergeben, die Nummer zwei offensichtlich schon leicht vorgemerkt - wo kommt dann die so wichtige Spielpraxis her?