​Beim ​FC Bayern steht das Rad niemals still: Gerade im schwierigen Fall der angedachten Vertragsverlängerung mit Kapitän Manuel Neuer gibt es beinahe tägliche Wasserstandsmeldungen. Die Sportbild berichtet, dass sich Neuer und der FCB wieder angenähert haben. Bei Rechtsverteidiger-Kandidat Sergino Dest von Ajax Amsterdam ist das nicht der Fall.


Um die Verhandlungen zwischen dem Rekordmeister und seinen Kapitän ranken sich zahlreiche Berichte und Spekulationen: Neuer sei unglücklich über die Nübel-Verpflichtung und insbesondere dessen angeblich versprochenen Einsatzgarantien. Neuer wolle einen Fünfjahresvertrag und ein wahnwitzig anmutendes Jahresgehalt von 20 Millionen Euro.


​Am vergangenen Sonntag platzte dem 34-Jährigen der Kragen. Im Interview mit der Bild kritisierte er die öffentlich gewordenen Zahlen und beschuldigte den Klub, diese an die Presse weitergeleitet zu haben. Neuer erklärte auch, dass die kolportierten Vertrags-Eckpunkte nicht stimmen würden und zeigte sich kompromissbereit.


FC Bayern und Neuer nähern sich wieder an


Wie die Sportbild am Mittwoch schreibt, hat der FCB-Kapitän - anders als etwa Philipp Lahm oder Robert Lewandowski in der Vergangenheit - keine Sanktionen seitens des Klubs für seine Kritik zu befürchten. Im Gegenteil: beide Seiten sollen sich wieder annähern. Das liege vor allem daran, dass Neuer öffentlich betonte, beim FC Bayern bleiben zu wollen und sich auch bei den Konditionen des neuen Vertrages flexibel gab.


Finanziell wollen die Bayern-Bosse aber nicht nachgeben. Ein neues Mega-Gehalt in Sphären von 20 Millionen Euro soll es auch nicht für den Kapitän geben. Das bereits abgegebene Angebot beinhalte aber bereits eine Gehaltssteigerung. Die Sportbild geht nun wieder davon aus, dass die Verlängerung "sehr wahrscheinlich" sei. Ob das stimmen mag, sei ebenso dahingestellt wie die vorherigen Berichte, ob eine Verlängerung überhaupt ins Wanken geriet. 


Neuer wusste von Nübel-Transfer


Ein Streitpunkt in den Verhandlungen soll aber weiter die Ankunft von Alexander Nübel bleiben. Neuer äußerte seine Bedenken öffentlich, ob und wie Einsätze für den neuen FCB-Keeper und seinen designierten Nachfolger garantiert werden können. Klar ist, freiwillig will Neuer nicht auf Spiele verzichten.


Die Sportbild berichtet nun, dass Neuer vom Transfer des Schalkers wusste und diesen sogar unterstützt haben soll! Nübel sei auf Empfehlung von Torwarttrainer und Neuer-Vertrauten Toni Tapalovic verpflichtet worden. Im Vorfeld sei sogar über mögliche Nübel-Einsätze gesprochen worden, ohne dabei jedoch auf eine konkrete Anzahl einzugehen.

Toni Tapalovic

FCB-Torwarttrainer Toni Tapalovic hat den Nübel-Transfer unterstützt


Die Forderung von Hasan Salihamidzic Ende 2019, Nübel eine bestimmte Mindestanzahl von Spielen zuzugestehen, habe Neuer dann aber "wie vor den Kopf gestoßen" abgelehnt.


Am Ende des Tages - Nübel hin oder her - scheint es so, als habe sich das Verhältnis zwischen Klub und Kapitän durch die öffentlich ausgetragene Diskussion zwar verändert. Im Kern bleibt es aber gleich: Verein und Mitspieler sehen in Neuer weiter den Weltklasse-Torwart, mit dem die Bayern in den kommenden Jahren Titel gewinnen wollen und Neuer im FC Bayern den Klub, bei dem er auch weiter zwischen den Pfosten stehen möchte. Und so bleibt auch festzuhalten, dass alles andere als eine Neuer-Verlängerung unrealistisch ist! ​Karl-Heinz Rummenigge gab sich zuletzt jedenfalls gelassen und sehr optimistisch.


Dest-Verhandlungen liegen auf Eis!


Wie optimistisch man im Bayer-Lager bei Sergino Dest sein kann, ist offen. Der 19-jährige Rechtsverteidiger von Ajax Amsterdam gilt als Wunschkandidat für die rechte Abwehrseite, wo der Rekordmeister zur neuen Spielzeit auf jeden Fall nachlegen möchte.

Sergino Dest

Der FC Bayern soll sich aktuell im Werben um Dest zurückgezogen haben


Zunächst schien der Transfer des US-Nationalspieler ohne große Hürden angegangen werden zu können. Rund 26 Millionen Euro Ablöse sollten von München nach Amsterdam fließen. Die  Corona-Krise habe die Ausgangslage aber verändert, schreibt Voetbal-International-Reporter Marco Timmer. Demnach habe der FC Bayern Abstand von einem Dest-Transfer (Vertrag bis 2022) genommen - vorerst. Die Gespräche sollen bis auf Weiteres auf Eis liegen.

"​​Ich bin seit einiger Zeit mit Dests Management in Kontakt. Nein, der Wechsel findet Stand jetzt nicht statt, wurde mir gesagt. Er wird wahrscheinlich noch ein Jahr in Amsterdam bleiben", so Timmer.


Der aktuelle Stand könnte sich jedoch auch schnell wieder ändern. ​Während in den Niederlanden die Saison abgebrochen wurde und erst wieder ab Anfang September gespielt werden darf, könnte der Ball in der Bundesliga schon Mitte Mai wieder rollen. Vorzeichen, die dann für eine Wiederaufnahme der Gespräche sprechen. Vor allem dann, wenn Dest wirklich der FCB-Wunschkandidat sein sollte!