​Aktuell zählt der Kader von ​Real Madrid - die momentan ausgeliehenen Spieler eingerechnet - 39 Akteure. Das ist selbst für die alljährlich auf allen Hochzeiten tanzenden Königlichen eine große Zahl. Eine zu große. Zudem kommt, dass kein einziger Vertrag dieser 39 Kicker in diesem Sommer ausläuft. Will man sich also finanziell nicht übernehmen, und vor allem für ein günstiges Betriebsklima im nächsten Jahr sorgen, muss man notwendigerweise personell abspecken. 


Und genau dafür soll es jetzt, der Madrider Sportzeitung as (via transfermarkt.de) zufolge, so etwas wie eine Schwarze Liste geben, mit Namen von sechs Spielern, die den Verein verlassen sollen. Auf dieser stehen folgende Namen: ​Gareth Bale, Mariano Díaz, James Rodríguez, Lucas Vázquez, Alvaro Odriozola und Nacho Fernández. 

Areola,Gareth Bale,James Rodriguez,Mariano

Keiner dieser Verkaufskandidaten konnte in den vergangenen Monaten, vor der Corona-Unterbrechung, nachhaltig Eigenwerbung betreiben. Die Gehaltseinsparungen, die sich durch den Abgang dieser Sechs ergeben würden, beliefen sich auf etwa 75 Millionen Euro. Allein Bale kassiert aktuell (und bis zu seinem Vertragsende im Sommer 2022) satte 30 Millionen Euro brutto jährlich. Der sportliche Gegenwert ist jedoch beinahe zu vernachlässigen, denn in seinen immerhin 18 (wettbewerbsübergreifenden) Einsätzen in dieser Spielzeit konnte der Waliser lediglich drei Tore erzielen und zwei vorbereiten. Für einen Stürmer seiner Güteklasse sicherlich zu wenig.


Findet Real einen Abnehmer für Bale?


Doch für seinen Berater Jonathan Barnett dürfte es in der momentanen Lage (mit Corona) schwer, wenn nicht gar unmöglich sein, einen Klub zu finden, der ein ähnlich hohes Gehalt zu zahlen bereit ist. Zumal Bale mittlerweile auch schon alterstechnisch die 30er-Marke überschritten hat, und in dieser laufenden Spielzeit immerhin schon mit drei verschiedenen Blessuren zu kämpfen hatte (Wade, Knöchel, Oberschenkel). Das Albtraumszenario der Königlichen, dass der frühere Tottenham-Star seinen Vertrag in Madrid einfach aussitzt (bzw. die voraussichtlich viele freie Zeit auf den Golfplätzen der Madrider Umgebung verbringt) ist somit längst noch nicht vom Tisch. 


Geld verlieren werden die Blancos in jedem Fall, denn die sechs Spieler kosteten in Summe etwas mehr als 230 Millionen (wobei auch hier Bale mit guten 100 Millionen den Löwenanteil hält). Sollte Real etwa die Hälfte davon wieder reinholen können, wäre das schon als Erfolg zu werten. 


Bevor Real und sein französischer Trainer Zinédine Zidane sich also mit Neuverpflichtungen beschäftigen können, müssen sie erstmal den Frühjahrsputz hinter sich bringen. Was in diesem Jahr ebenso ungleich schwerer werden dürfte, als in der Vergangenheit.