​Ein großes Thema rund um den ​FC Bayern ist derzeit die Vertragssituation von ​Manuel Neuer. Zwischen den Vorstellungen des Welttorhüters und dem deutschen Rekordmeister herrscht eine klaffende Lücke. Nun hat sich Neuer gegenüber Bild erstmals zur Situation geäußert.


In den Medien kursierten zuletzt durchaus überraschende Details zu den Vertragsverhandlungen. Neuer, der bereits 34 Jahre alt ist, soll einen Fünfjahresvertrag mit einem Jahressalär von 20 Millionen Euro fordern. Sogar viele Bayern-Fans sind deshalb irritiert, vor allem in Anbetracht der derzeitigen Weltkrise. Dies hat Neuer dazu verleitet, öffentlich Stellung zu beziehen. "Aktuell haben wir den Eindruck, dass da öffentlich ein Bild von Manuel entsteht, das einfach falsch ist", so Neuer-Berater Thomas Kroth hierzu.


Neuer begründet den Zeitpunkt der Verhandlungen mit der erst kürzlich erfolgten Sicherheit, was die Trainerfrage anbelangt. "Mit der Vertragsverlängerung von Hansi Flick ist im Frühjahr eine Entscheidung gefallen, über die ich mich sehr gefreut habe", sagte der Weltmeister, dem schon im Winter vonseiten der Münchner signalisiert wurde, dass man seinen bis 2021 laufenden Vertrag verlängern möchte.

Manuel Neuer

Könnte Manuel Neuer den FC Bayern bald verlassen?


Was die angeblich geforderte Vertragslänge anbelangt, gab Neuer eine klare Antwort ab: "Mir ist doch völlig klar, dass es utopisch ist, den Verein auf einen Fünfjahresvertrag, wie er angeblich im Raum steht, festzunageln."


Beim Gehalt wurde es etwas komplizierter. Kroth verdeutlichte, dass er vom FC Bayern vor allem ein Zeichen der Wertschätzung benötigt: "Das Thema Gehalt ist ja nicht auf eine Zahl zu reduzieren, sondern deutlich komplexer. Es gibt verschiedene Modelle, bei denen sowohl Laufzeiten als auch Gehalt flexibel sind und auch die aktuelle Corona-Krise berücksichtigen. Aber es geht Manuel vor allem um eines: Wertschätzung!"


Im Verlaufe des Gesprächs sagte Neuer zudem, dass ihn die ständig geleakten Details der Vertragsverhandlungen ärgern. "Das kenne ich so nicht beim FC Bayern", erklärte Neuer. "Wenn jetzt Sachen offenbar gezielt nach außen getragen werden, ist das auch etwas, das den Bereich „Wertschätzung“ betrifft."


Zum Abschluss äußerte sich der ehemalige Schalker positiv über seinen zukünftigen Konkurrenten Alexander Nübel. Dass Nübel allerdings eine Einsatzgarantie erhalten hat, kann sich Neuer kaum vorstellen. "Das gibt es im Leistungssport eigentlich nicht", so Neuer deutlich. "Solche Versprechen sind riskant, denn es gehört ja auch immer ein Trainer dazu, dem man damit bestimmt keinen Gefallen tut. Ich glaube nicht, dass sich ein Spitzentrainer, der einen Verein wie die Bayern trainiert, vorschreiben lässt, wen er spielen zu lassen hat."


Allzu lang sollte man die Geschichte auf jeden Fall nicht hinziehen. Neuers Situation soll mittlerweile die ​Kabinenstimmung beeinflussen, der langjährige Münchner sieht sich mehr und mehr isoliert. Die Verpflichtung Nübels hat für eine große Ungewissheit gesorgt, die nun geklärt werden muss.