​Vor kurzem berichteten wir exklusiv, dass der ​FC Chelsea seinem französischen Weltmeister N'Golo Kanté wohl keine Steine in den Weg legen würde, wenn er ein entsprechendes Angebot bekäme. Und bislang vermutete man in Expertenkreisen, dass dieses Angebot wohl von Real Madrid (und dessen französischem Trainer Zidane) kommen würde. Doch wie das so ist im spanischen Fußball: zeigt einer der beiden spanischen Giganten Interesse an einem Top-Spieler, kann man davon ausgehen, dass der andere zumindest versucht, den Deal zu torpedieren.


Und siehe da: nun hat sich auch, einem Bericht der Mundo Deportivo zufolge, der ​FC Barcelona auf die Bewerberliste für den 29-jährigen Franzosen gesetzt. Bislang galten vor allem Fabián Ruiz (SSC Neapel) und Tanguy Ndombélé (Tottenham Hotspur) als mögliche Transferziele der Katalanen für die Planstelle des defensiven Mittelfelds. Das nunmehr aufgeflammte Interesse an dem Chelsea-Spieler kann aber trotzdem nicht wirklich überraschen. 


Zumal er ja von Real Madrid prätendiert wird - und es einem FC Barcelona immer noch einen Heidenspaß macht, dem ewigen Rivalen bei seinen Kaderplanungen kräftig in die Suppe zu spucken - was natürlich auf Gegenseitigkeit beruht. Doch abgesehen von derlei fast schon traditionsgemäßem Geplänkel zwischen den Erzrivalen, würde Kanté dem FC Barcelona (und jedem anderen Klub der Welt) natürlich gut zu Gesicht stehen. Sportlich ist der 39-fache Nationalspieler jedenfalls schon seit längerem über jeden Zweifel erhaben.


Tausch zwischen Coutinho und Kanté?


Die Formel der Azulgrana für den Deal sieht dabei einen weiteren Akteur vor: nämlich das Sorgenkind Philippe Coutinho. Der soll sich bereits wohlwollend gegenüber einer möglichen Rückkehr in die Premier League geäußert haben. Und dort den FC Chelsea bevorzugen. Und der FC Chelsea wiederum, so berichtet es die Mundo Deportivo, soll tatsächlich einer der drei englischen Interessenten an Coutinho sein. Von daher würde es passen.

FBL-ENG-PR-LIVERPOOL-CHELSEA

Der eine (Kanté) könnte die Premier League demnächst verlassen, der andere (Coutinho) wieder dorthin zurückkehren.


Schlägt Barça nun also zwei Fliegen mit einer Klappe? Einerseits einen lauf- und kampfstarken Motor fürs defensive Mittelfeld zu verpflichten und gleichzeitig das 145-Millionen-Missverständnis Coutinho aus der Welt zu schaffen? 


Die Zahlen liegen zum Teil schon auf dem Tisch: Chelsea würde sich mit 70 Millionen Euro (also zehn unter Marktwert) für Kanté begnügen. Das aktuelle Preisschild für Coutinho sorgt hingegen für Verwirrung. Auf dem Portal transfermarkt.de wird er mit 56 Millionen Euro taxiert - was jedoch - trotz seines Formverlustes in den vergangenen zweieinhalb Jahren - ein bisschen "wenig" erscheint. Die Mundo Deportivo geht jedenfalls von einem Betrag um die 80 Millionen Euro aus - was wohl eher den Realitäten des Geschäfts entspricht. Angesichts dieser Summen scheint eine Einigung zwischen beiden Klubs tatsächlich nicht unwahrscheinlich. 


Aber da wäre ja auch noch Real Madrid, das in dieser Personalie sein letztes Wort längst noch nicht gesprochen hat. Und dem Erzrivalen Spieler vor der Nase wegzuschnappen macht den Madrilenen mindestens genauso viel Freude, wie den Katalanen.