Am Dienstag wurde öffentlich, dass ​TSG-Nachwuchshoffnung Armindo Sieb Hoffenheim am Saisonende ablösefrei verlassen wird und zum FC Bayern wechselt. Der 17-Jährige hat bereits den Medizincheck beim Rekordmeister absolviert - ohne Absprache mit der TSG. Das bringt Sportdirektor Alexander Rosen auf die Palme!


Sieb gilt als große Nachwuchshoffnung und trainierte bereits regelmäßig mit den Profis der ​TSG. In Hoffenheim wollte man den Youngster Schritt für Schritt in der ersten Mannschaft integrieren und legte Sieb nach Sport1-Informationen einen unterschriftsreifen Profi-Vertrag vor.


Doch der 17-Jährige lehnte ab und will stattdessen in München den Durchbruch schaffen. Am Donnerstag hat Sieb den Medizincheck beim ​FC Bayern erfolgreich absolviert, der Deal ist damit durch. Beim FCB soll er in der dritten Liga Spielpraxis sammeln und perspektivisch eine Chance bei den Profis bekommen. Für die TSG ist der Wechsel dagegen bitter.


"Armindo hat bei uns eine klare Perspektive für den Lizenzspielerkader aufgezeigt bekommen und bereits regelmäßig mit den Profis trainiert. Insofern ist es natürlich bedauerlich, dass sich der Junge und sein Berater für ein anderes Angebot entschieden haben. Aber es gilt diese Entscheidung zu respektieren, auch wenn sie ein Stück weit schmerzt", erklärte TSG-Sportdirektor Alexander Rosen gegenüber Sport1.


Rosen sauer: "Für so ein Verhalten fehlen mir die Worte"


Über den Ablauf des Transfers ist Rosen aber alles andere als einverstanden: "Unabhängig davon finden wir es in diesem Zusammenhang irritierend, dass der Spieler ohne Abstimmung mit uns vom FC Bayern zu einer medizinischen Untersuchung nach München bestellt wurde. Vor dem Hintergrund der aktuellen Coronakrise mit all ihren Einschränkungen und Herausforderungen fehlen mir für so ein Verhalten die Worte", wurde Rosen deutlich.

Alexander Rosen

Wie Sport1 weiter berichtet, gab es erst am Dienstagnachmittag Kontakt zwischen Medienvertretern der Klub-Akademien. Erst da wurde der TSG mitgeteilt, dass der FC Bayern mit Sieb und dessen Berater den Medizincheck am Donnerstag organisiert hätten - ohne die Zustimmung der TSG.


Einen kurzfristig angesetzten Krafttraining-Termin in Hoffenheim konnte Sieb so nicht wahrnehmen. Per SMS soll er ein Mitglied des Trainerteams der TSG-Profis darüber informiert haben. Rosen soll daraufhin FCB-Kollege Hasan Salihamidzic dazu aufgefordert haben, Sieb noch am Mittwoch, vor dem anberaumten Medizincheck, nach Hoffenheim zurückzuschicken. Sieb blieb dennoch in München, absolvierte die medizinische Untersuchung und fehlte so unentschuldigt beim TSG-Training.