​Mit hohen Erwartungen kam im vergangenen Sommer Philippe Coutinho per einjähriger Leihe zum ​FC Bayern München. Beim Rekordmeister konnte der Brasilianer die ihm zugesprochene Rolle allerdings nicht zu aller Zufriedenheit erfüllen. Beim Heimatklub Barcelona hat Coutinho allerdings ebenso einen schwierigen Stand inne. Dennoch soll der Zehner in diesem Sommer nicht zum Schnäppchen werden.


Bis zur Unterbrechung der Saison kam Coutinho wettbewerbsübergreifend 32 Mal für die Münchner zum Einsatz. Neun Tore und acht Vorlagen reichen aber dabei wohl nicht, die Bosse des FCB von einem längerfristigen Verbleib zu überzeugen. Der FCB könnte den 27-Jährigen in diesem Sommer für 120 Millionen Euro fest verpflichten. Nicht erst seit dem Einbruch des Transfermarktes durch die Corona-Pause erscheint diese Transfersumme etwas zu hoch.


Barça-Coach Setién: Erwarten einen Betrag, der uns weiterbringt


Aller Voraussicht nach wird Coutinho im Sommer also zum ​FC Barcelona zurückkehren. Dort weiß man aktuell aber auch nicht recht, wohin mit ihm. Quique Setién, Trainer der Katalanen, bekräftigt gegenüber dem Sender RAC1 (via transfermarkt.de) zuletzt allerdings, dass er Coutinho sehr möge und er grundsätzlich auch ein Spieler für den Verein sei.


Gleichzeitig scheint der Brasilianer allerdings keine allzu zentrale Rolle in den Planungen des aktuellen Tabellenführers einzunehmen. Setién stellt einen Verkauf in Aussicht, wenn die Konditionen an bestimmte Bedingungen angepasst sind. Eventuelle Interessenten "müssten entweder die Klausel zahlen oder einen Beitrag, der den Klub weiterbringt." Die Ausstiegsklausel des Zehners liegt bei den in Spanien typischen Sphären (400 Millionen Euro).


Philippe Coutinho

Coutinho wurde in Barcelona nicht so recht glücklich


Aktuell zähle der Coach darauf, dass Coutinho "zum Start der nächsten Saison hier ist." Setién stellt nach Rückkehr des Spielers ein gemeinsames Gespräch in Aussicht, auch um zu klären, was der Spieler selbst sich wünsche. Potenzial für eine gemeinsame Zukunft sei allerdings da:

"[...] Ohne Zweifel ist er ein toller Spieler."


Wohin also mit Coutinho?


Ein Verbleib in Deutschland bleibt ausgeschlossen. Und dass ein Klub in kommenden Sommer die absurde Ausstiegsklausel von Coutinho ziehen wird, ist nicht nur aufgrund Corona unrealistisch. Sowieso sollte Barcelona in nächsten Transferfenster keine Unsummen erwarten. Für etwaige Mondpreise wird wohl kein Spieler in ein paar Monaten den Verein wechseln.


Das höchste der Gefühle wird eventuell ein Angebot im hohen achtstelligen Bereich sein. Ob dies den Katalanen genügt, ist auch von dem weiteren Verlauf der Corona-Krise abhängig. Selbst als europäisches Schwergewicht hat der FCB unter der anhaltenden Fußballpause zu leiden. Schlimmstenfalls ist man auf etwaige Einnahmen durch Transfererlöse so sehr angewiesen, dass man Coutinho doch unter Preis verkaufen muss.


Gestützt werden die Annahmen um einen Barca-Abgang, wenn man den aktuellen Gerüchten glaubt. ​So soll Coutinho Teil des geplanten Umbruchs der Katalanen sein. Eine Zukunft scheint der Brasilianer, trotz des Lobgesangs durch den Trainer Setién, also kaum zu haben. Stellt Barcelona ihren Spieler nun ins Schaufenster, drückt dies automatisch den Preis. Wie man es also auch dreht und wendet: Wenn Barca Coutinho abgeben will, wird der Wechsel wohl günstiger ausfallen, als sie es wollen.