​Vorbehaltlich der Klärung der Frage, ob und wann die momentan unterbrochene Saison zu Ende gespielt werden kann, planen natürlich alle 36 Profi-Klubs schon emsig an den Kaderzusammenstellungen für die nächste Spielzeit. Wir haben mal eine Liste der ​HSV-Spieler erstellt, die den Verein - im Falle eines Nichtaufstieges - wohl verlassen würden. Die schlechte Nachricht dabei: Bobby Wood ist nicht darunter.


Denn diese Kröte wird der Dino jetzt wohl bis zur bitteren Neige (sprich: 2021) auskosten müssen. Wobei das Bild vom "schlucken" eindeutig besser passt. Zaghaftes Interesse gab es wohl im März vonseiten des nordamerikanischen MLS-Klubs DC United aus Washington, doch die Coronakrise machte auch diese zarte Hoffnung der Hamburger zunichte, den Spieler vielleicht doch noch vor Ablauf seines Vertrages loszuwerden.

Heißt: Wood wird bleiben - und bis 2021 ein weiteres Jahressalär von mehr als zwei Millionen einstreichen.


Enden alle drei Winter-Leihen?


Andere hingegen würden den HSV wohl ziemlich sicher verlassen: dazu zählen im Grunde genommen schon zwei der drei Wintertransfers. Konkret: Jordan Beyer (Borussia Mönchengladbach) und Joel Pohjanpalo (Bayer Leverkusen). Im Fall des vom 1.FC Köln ausgeliehenen Louis Schaub könnte die angespannte finanzielle Lage seines Stammklubs dafür sorgen, dass der HSV eventuell weit weniger als die momentan fixierten 2,6 Millionen Euro für den Österreicher bezahlen müsste. Und verhandeln würden die Hamburger wohl gerne, denn über jeden Zweifel erhaben ist Schaub aus sportlicher Sicht nämlich überhaupt noch nicht. Zwar hat er in den ersten drei Spielen noch ganz gute Ansätze gezeigt, sich dann aber kontinuierlich dem (schlechten) Niveau seiner Mannschaftskollegen angepasst. Zuletzt bekam er vom kicker dreimal in Folge die Note "mangelhaft". 2,6 Millionen Euro jedenfalls wird der HSV, so meine Einschätzung, für ihn nicht zahlen. 


Hunt und der Blick auf die Einsatzzeiten


Etwas komplizierter sieht die Sache bei Routinier Aaron Hunt aus. Hier ist die ​Klausel in seinem Vertrag zu beachten, nach der sich dieser automatisch um ein Jahr verlängert, sofern er auf 20 Einsätze kommt. Aktuell steht er bei 12,5 Spielen. Somit müsste er in den verbleibenden neun Spielen regelmäßig zum Einsatz kommen, um auf die ominösen 20 Partien zu kommen. Doch ob dies der Fall sein wird (in Zeiten des Coronavirus), ist, Stand heute, nicht seriös abschätzbar. Sollte er diese Anzahl an Spielen nicht erreichen, zudem der Aufstieg verpasst werden, dürften sich die Wege beider Parteien trennen. Zumindest in der aktuellen Konstellation - denn Hunt soll beim HSV nach seiner aktiven Karriere in das Organigramm eingebettet werden - als Trainer oder als Scout. 


Zweifel bei Fein - Harnik bei Nichtaufstieg auf jeden Fall zurück zum SVW


Weitere Kandidaten für einen Abschied wären Adrian Fein, der erst vor ein paar Wochen seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier beim Branchenriesen FC Bayern München gesetzt hat. Ob sich Fein ein weiteres Jahr im Unterhaus antun will, und der FC Bayern dabei auch mitspielt, steht ebenfalls in den Sternen. Der Spieler verweist zwar darauf, sich in Hamburg wohl zufühlen, doch liegt die Entscheidung bezüglich seiner weiteren sportlichen Zukunft halt nicht allein bei ihm. 


Im Fall des vom SV Werder Bremen ausgeliehenen Martin Harnik liegt die Sache klarer. Beim Aufstieg greift eine bindende Kaufoption in Höhe von 1 Million Euro. Heißt im Gegensatz: bei Nicht-Aufstieg würde der gebürtige Hamburger zurück nach Bremen gehen. Und der HSV wäre darüber wohl auch nicht all zu traurig. Denn die bisher gezeigten Leistungen des Österreichers waren beileibe keine Eigenwerbung.