Acht Jahre lang war Martin Demichelis als Spieler ein fester Bestandteil des ​FC Bayern. Nach weiteren Stationen im Ausland, unter anderem bei Manchester City, kehrte der mittlerweile 39-Jährige im Sommer des letzten Jahres nach München zurück, und übernahm als Cheftrainer die Geschicke der Münchener U19-Mannschaft. Mit Sport1 sprach er über seine neue Aufgabe.


Demnach habe er noch als aktiver Spieler bereits den Wunsch entwickelt, eines Tages selbst als Verantwortlicher einer Mannschaft an der Seitenlinie zu stehen. Gerade sein eigenes Positionsspiel, mal eingesetzt als Innenverteidiger, aber auch im defensiven Mittelfeld beheimatet, habe ihm geholfen, das Spiel besser zu lesen und zu verstehen. 


Von einigen der Besten gelernt


Darüber hinaus hatte er das Glück, unter vielen großartigen Trainern, darunter Louis van Gaal und Manuel Pellegrini, oder auch Felix Magath und Ottmar Hitzfeld, zu spielen und von diesen zu lernen. Gerade unter Louis van Gaal habe es ihm demnach sehr gut gefallen. Vom Niederländer lernte er, "wie wichtig Kontrolle, Passspiel und die Bewegung des Balls ist." Doch nicht nur das. Auch die Herangehensweise im Training imponierte ihm: "In den anderthalb Jahren, in denen ich mit ihm zusammengearbeitet habe, gab es nicht eine Übung ohne Ball. Ich liebe diese Philosophie."

Die gesammelten Erfahrungen muss der Argentinier jetzt selbst in seinen neuen Beruf als Nachwuchstrainer einbringen. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Gerade in Fällen wie dem von Oliver Batista-Meier: Der 19-jährige Flügelspieler trainiert derzeit bei der U23, spielt jedoch für die U19-Mannschaft der Bayern. Eine Aufgabe, die Demichelis souverän zu meistern versucht: "Ich habe ihm gesagt, dass ich weiß, dass es besonders ist, oben zu trainieren, nicht in der U23 zu spielen und dann bei uns aufzulaufen. Ich habe ihm aber zu verstehen gegeben, dass er ein Vorbild sein muss. Im Bus, in der Kabine, vor, während und nach dem Spiel." 


Im Mittelpunkt steht eben nach wie vor das Team, und kein einzelner Spieler. Ob Batista-Meier mal den Sprung zu den Profis schaffen könnte, wie es beispielsweise bereits Joshua Zirkzee vorgemacht hat? Das wäre "ohnehin schwer vorherzusagen." Fakt ist jedoch, der 19-Jährige sei "ein super Junge und ein großes Talent."


Schafft Arrey-Mbi den Sprung zu den Profis?


Das gilt auch für den noch einmal zwei Jahre jüngeren Bright Arrey-Mbi. Der Innenverteidiger feierte erst kürzlich seinen 17. Geburtstag, war jedoch bereits mit 16 Stammspieler in der Münchener U19. Arrey-Mbi habe es "trotz des Altersunterschieds überragend gemacht, auch in der Youth League", erklärte Demichelis - und traut seinem Schützling auch den Sprung zu den Profis zu: "Ich bin davon überzeugt, dass er irgendwann seine Möglichkeiten in der ersten Mannschaft bekommen wird."

Bright Akwo Arrey-Mbi

Soll eines Tages für die erste Mannschaft auflaufen: Bright Arrey-Mbi


Doch gerade wegen seines jungen Alters müsse man ihm auch zugestehen, Fehler zu begehen: "In seiner Entwicklung wird man ihm Fehler erlauben müssen, das ist ganz wichtig", versuchte der 39-Jährige, die Situation einzuordnen. 


In Zukunft kann sich Demichelis auch weiterhin mit U17-Trainer und Vereinslegende Miroslav Klose austauschen. Mit dem inzwischen 41-jährigen WM-Rekordtorschützen hat er nach wie vor ein gutes Verhältnis: "Wir kennen uns schon so lange und hatten schon als Mitspieler eine gute Beziehung, jetzt auch als Trainer. Wir haben manchmal verschiedene Ideen, aber das muss auch so sein."