Durch die Verzögerungen und die pausierten Spielbetriebe in ganz Europa gibt es unzählige Fragen. Eine davon: Was passiert mit auslaufenden Verträgen, wenn die Saison in den Sommer verschoben wird? Alexander Nübel würde wohl auch noch länger auf ​Schalke bleiben, wie sein Berater erklärte - doch beim Gehalt könnte es Probleme geben.


Im europäischen Fußball ist es typisch, dass​ Verträge zum 30. Juni auslaufen. Dann wechselt der Spieler mit dem 1. Juli in den Dienst seines neuen Vereins, oder er ist - je nach Situation - arbeitslos. Dieses Datum geht üblicherweise problemlos mit dem Saisonende (im Mai) einher, sodass die Fristen der Arbeitspapiere nicht mit dem Spielbetrieb kollidieren. Doch durch den Coronavirus und das zwischenzeitliche Aussetzen der Wettbewerbe könnte das nun doch passieren. 


Nübel bereit, länger auf Schalke zu bleiben - Gehaltsverzicht: "Darüber müssten wir uns unterhalten"


Die FIFA hat bereits geklärt, dass zum 30. Juni endende Verträge auch bis zum tatsächlichen Saisonende - im Fall der Fälle - ihre Gültigkeit behalten können. Das hatte schon Juraprofessor Philipp Fischinger (via kicker) in seiner Auffassung erklärt. Allerdings ist das eher als ein gut gemeinter Vorschlag zu verstehen, da die FIFA nicht in individuelle Verträge eingreifen kann. Heißt: Man wäre in diesem Szenario auf das Wohlwollen der Spieler angewiesen.


Bei Alexander Nübel könnte dieser Fall tatsächlich eintreten. Zum 1. Juli wird er planmäßig ein Spieler von ​Bayern München sein, wenn er Schalke 04 nach fünf Jahren verlässt. Sein Berater, Stefan Backs, erklärte dem kicker, dass der Ball zunächst im Feld des deutschen Rekordmeisters liegt: "Bestünde Bayern darauf, dass Alex seinen Dienst zum 1. Juli antritt, müssten sie mit Schalke reden." Allerdings würde Nübel wohl durchaus bereit sein, auch über dieses Datum hinaus noch bei Königsblau zu bleiben, sollte es der Spielbetrieb hergeben.

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Ein mögliches Problem wäre jedoch das Gehalt. Beim S04 sitzt der 23-jährige Torhüter noch auf einem alten Vertrag von 2017. Zu diesem Zeitpunkt war er die klare Nummer zwei, sodass er vergleichsweise wenig verdient. Beim FC Bayern wird sich das stark ändern. Sollte der Keeper dann noch ein paar Wochen länger bleiben, müsste er Gehaltsabstriche trotz eines unterschriebenen Vertrags hinnehmen. "Darüber müssten wir uns unterhalten", merkte Backs an.


Das wirft verschiedene Fragen auf, die selbstredend noch ungeklärt sind. Müssten die Münchener das Gehalt trotzdem zahlen, oder muss Schalke für die Differenz die Geldbörse öffnen? Wie steht Nübel selbst zu diesem Thema? Aufgrund der derzeit ohnehin äußerst komplizierten und undurchsichtigen Lage könnte sich hier ein zumindest theoretischer Konflikt auftun, den alle Parteien eigentlich vermeiden wollen.