Nach 17 Jahren als Profi-Fußballer beendete Martin Stranzl 2016 seine aktive Karriere bei ​Borussia Mönchengladbach. Anschließend begann er in der Nachwuchsabteilung seine Karriere als Trainer, heute ist er unter anderem als Defensiv-Spezialist für einen EM-Kandidaten im Einsatz.


​1997 verließ Martin Stranzl seinen Heimatverein SV Güssing und wechselte in die Nachwuchsabteilung des TSV 1860 München. Es sollten 20 Jahre folgen, in denen der Österreicher beruflich nicht mehr in seine Heimat zurückkehren würde. Bei den Münchener Löwen wurde Stranzl Profi, nach dem Bundesliga-Abstieg 2004 wechselte er zum ​VfB Stuttgart


Aus dem Schwabenland zog es den Innenverteidiger für knapp fünf Jahre nach Moskau zu Spartak, ehe er im Januar 2011 zu Borussia Mönchengladbach und in die Bundesliga zurückkehrte. Bei den Fohlen erlebte er so etwas wie einen zweiten Frühling: Stranzl wurde schnell der Anführer in einer verunsicherten Truppe und führte sie schließlich in den internationalen Wettbewerb. 2016 beendete er seine aktive Karriere bei der Borussia.


Zurück nach Österreich ging es da aber noch nicht, Stranzl fühlte sich am Niederrhein inzwischen ein wenig heimisch und hatte zudem die Schulausbildung seiner Kinder im Blick, die er nicht unterbrechen wollte. In Meerbusch, wo der 56-fache Nationalspieler wohnte, eröffnete er mit einem Partner eine Autowerkstatt. Zudem engagierte er sich beim Meerbuscher Amateurklub FC Büderich. Ein Jahr nach seinem Karriereende begann Stranzl schließlich seine Trainer-Karriere und wurde Co-Trainer in Gladbachs U19. 


2018 ging es dann aber doch zurück in die österreichische Heimat nach Güssing. "Den Entschluss haben wir jetzt gefasst. An Weihnachten haben wir uns schon Gedanken darüber gemacht, weil die Kinder viel bei ihrer Oma und ihrem Opa waren und wir uns auch nach der Ruhe und der Gemütlichkeit gesehnt haben", sagte Stranzl im März 2018 im Fohlen Podcast. Er kündigte dort zudem an, seine Trainerkarriere fortsetzen und im Jugendbereich weiterarbeiten zu wollen.


Defensiv-Spezialist in Israel


Genau das tat er dann auch bei seinem Heimatklub SV Güssing. Seit Juli 2019 trainiert Stranzl dort die U14, in der auch sein Sohn spielt. Anfang diesen Jahres fand der 39-Jährige aber auch wieder den Weg zu den Profis: Seit Februar ist Stranzl als Individualtrainer für die israelische Nationalmannschaft tätig und arbeitet dort unter Nationaltainer Andreas Herzog. Der ehemalige Abwehrspieler kümmert sich dabei um die Defensive.


"Die Mannschaft kriegt zu viele Gegentore. Sie bekommen zwar - wie man so schön sagt - viele Spieler hinter den Ball, verteidigen aber nicht aktiv. Da setzen wir an", erklärte Stranzl in einem Interview mit dem Kurier (via spox). Bislang ist dies ein Job auf Honorarbasis, aber "es kann auch schnell gehen und plötzlich bist du bei der Europameisterschaft. Das wäre ein Highlight." Dafür muss sich Israel in den Playoffs zunächst gegen Schottland und dann den Sieger aus Norwegen und Serbien durchsetzen - Stranzl soll dafür die Defensive bereit machen.


Folge 90min auch in den sozialen Netzwerken:

Instagram @90min _de

Facebook @90minGerman

Twitter @90min_de