Mit der Vertragsverlängerung von Thomas Müller hat der ​FC Bayern einen weiteren Schritt in Richtung zukünftige Kaderplanung gemacht. Dass er direkt nach Trainer Hansi Flick bis 2023 verlängerte, könnte Zufall sein, muss es aber nicht - für das neue Arbeitspapier scheint es konkrete Gründe zu geben.


Kaum ein einzelner Spieler hat so stark vom Trainerwechsel beim FC Bayern - von Niko Kovac zu Hansi Flick - profitieren können, wie Thomas Müller. Während er unter Kovac häufiger auf der Bank saß, nur zu kurzen Einsätzen kam und unbeabsichtigt zum Notnagel erklärt wurde, blüht er unter Flick wieder richtig auf: Zwölf Assists und sechs eigene Tore, also 18 direkte Torbeteiligungen in lediglich 15 Einsätzen. Müller ist wieder von großer Bedeutung für die Bayern.

Thomas Muller


Wenig verwunderlich also, dass der Verein alles daran gesetzt hat, den Leistungsträger und die Identifikationsfigur Thomas Müller zu halten. Am Dienstag teilte der Verein mit, dass der 30-Jährige ​seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat - kurz nach der Verlängerung von Flick und mit gleicher Laufzeit.


Flick, Geld und die Heimat - Hintergründe für Müllers neuen Bayern-Vertrag


Laut Bild gibt es für diese Entscheidung vier konkrete Gründe. Zum einen der bereits angesprochene ​Hansi Flick. Unter ihm ist Müller wieder wichtiger Stammspieler und Leader, dazu darf er in seiner Lieblingsrolle als Spielmacher agieren. Nicht nur für ihn ein Vorteil, sondern auch für den deutschen Rekordmeister - die Auftritte und die dazugehörigen Zahlen sprechen eine klare Sprache. Über Monate spielte der gebürtige Weilheimer sogar mit Abschiedsgedanken, die ihn während der Zeit unter Kovac erreichten. Schnell hat er sie nicht ablegen wollen, doch durch die Zeit unter Flick gehören sie nun auch offiziell der Vergangenheit an. 


Neben dem rein sportlichen Aspekt geht es natürlich immer auch um Geld, das ist bei Thomas Müller selbstredend nicht anders. Mit etwa 15 Millionen Euro gehörte er zwar bereits zu den Topverdienern in München, doch diese Summe kann sich - je nach Leistungen und Erfolgen - noch weiter erhöhen, berichtet die Bild. Der neue Vertrag sichert ihm diese Stellung in der Mannschaft weiterhin zu. 

Thomas Mueller


Auch wichtig für Müller: Die eigene Heimat. "Gut zwei Drittel meines Lebens bin ich jetzt schon beim FC Bayern, da kann man nicht sagen, dass ich den Verein begleite oder er mich - sondern wir kämpfen füreinander. Dieser Verein ist für mich nicht einfach irgendein Arbeitgeber. Er ist meine Leidenschaft", wurde er im Statement zur Verlängerung zitiert. Mit seiner Familie wohnt er ebenfalls in der Nähe, dort hat er sich seinen Lebensmittelpunkt aufgebaut - das zumindest zeitweise hinter sich zu lassen, wäre ihm wohl sehr schwergefallen.


Mit dem neuen Vertrag und etwas Glück kann Müller sogar Rekordspieler beim FC Bayern werden. Auch das soll zumindest eine kleine Rolle gespielt haben. Zurzeit steht er durch 521 Pflichtspiele auf dem siebten Platz. Den ersten Platz, besetzt von Sepp Maier (642 Spiele), kann er mit vielen Einsätzen pro Saison faktisch noch erreichen. Dann wäre sein ohnehin mit dem Verein verbundener Name noch deutlicher in ihn eingraviert.