Die nächste Wende in der Transfer-Saga Leroy Sané! Wie der kicker erfahren haben will, tendieren die Bayern nicht mehr zu einer Verpflichtung des deutschen Nationalspielers. Demnach spreche immer mehr ​gegen einen Transfer, der im Sommer vergangenen Jahres kurz vor knapp platzte. Eine nachvollziehbare Entscheidung, die fast zu spät getroffen wurde.


Es ist knapp ein Jahr her, da bekundete der FC Bayern öffentlich sein Interesse an Leroy Sané. "Wir beschäftigen uns mit der Personalie", bestätigte Uli Hoeneß am 23. Mai 2019 gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Zu Genüge wurde der potentielle Transferkracher in den Medien durchgekaut, beinahe ging er auch über die Bühne, hätte sich Sané im August nicht das Kreuzband gerissen. 


Vor- und nachher gab und gibt es viele Spekulationen, wenig Konkretes. Ex-Trainer Niko Kovac erhielt sogar einen Rüffel von Karl-Heinz Rummenigge, weil er im Gespräch mit dem ZDF Zuversicht versprühte. Sané selbst schweigt öffentlich bis heute in beide Richtungen. Seinen 2021 endenden Vertrag bei ​Manchester City hat er noch immer nicht verlängern wollen, ein klares Bekenntnis zum FC Bayern fehlt aber weiterhin. Stattdessen wechselte er den Berater, ging von David Beckhams Agentur zu LIAN Sports um Star-Berater Fali Ramadani. 

Leroy Sane

   Angeblich tendieren die Stimmen beim FC Bayern gegen eine Verpflichtung von Sané



Wird der Berater gewechselt, werden mögliche Schlussfolgerungen über die Zukunft des Spielers gezogen. Will Sané einen Wechsel vorantreiben? Will er noch mehr Geld herausschlagen? Aus England war zwischenzeitlich zu hören, dass die Bayern ein finanziell ​deutlich lukrativeres Angebot abgegeben hätten als City. Die Ereignisse der vergangenen Monate sollen laut kicker jedoch dazu führen, dass man sich vom einstigen Wunschspieler abwendet.


Man wolle Spieler verpflichten, die sich mit dem Verein identifizieren, die "totale Bereitschaft zum Teamwork" zeigen und "fußballspezifische Ambitionen" haben. Kein "Söldnertum", kein "ichbezogenes Stargehabe". Nach dem geplatzten Sommertransfer soll Sané den Wunsch gehabt haben, im Winter zu kommen. Weil die Bayern aber nur Rechtsverteidiger Alvaro Odriozola bis Saisonende verpflichteten, soll der 24-Jährige immer weniger Lust auf einen Wechsel nach München haben, doch auch der FCB tendiere mittlerweile gegen einen Transfer.


Die Rückkehr des FC Hollywood


Sofern dieser Bericht stimmt, stehen einige Fragen im Raum. Wieso hat sich Sané nie öffentlich geäußert? Wieso haben sich beide Parteien nicht frühzeitig darauf verständigt, den Transfer in diesem Sommer unter Dach und Fach zu bringen? Warum haben die Münchner keine richtigen Alternativen in der Hinterhand gehabt, auf die man hätte zurückgreifen können? Wieso hat Sané den Berater gewechselt, wenn er zweimal sein Ja-Wort gegeben haben soll?

Karl-Heinz Rummenige

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge muss in seinen letzten Monaten dafür sorgen, dass die Bayern in der Außendarstellung wieder ein deutlich besseres Bild abgeben



Kurzum: Der FC Hollywood wäre wieder da. Der sonst so souverän geführte FC Bayern gibt erneut ein merkwürdiges Bild ab, sowohl bei der Spieler- als auch bei der Trainersuche. Nicht nur ​Arsene Wenger wunderte sich darüber, was seit einem Jahr an der Säbener Straße geschieht. Noch immer gibt es keinen neuen Trainer für die neue Saison, weil mit Hansi Flick kein Vertrag ausgehandelt wurde. Bei den anvisierten Verlängerungen einiger Spielerverträge gibt es noch nichts zu verkünden, auch scheint man sich noch nicht auf Transferziele geeinigt zu haben.


Eine richtige, aber späte Entscheidung


Jetzt von Sané abzurücken, nach all den Vorkommnissen und unterschiedlichen Medienberichten in den vergangenen zehn Monaten, wäre nach den genannten Kriterien die richtige Entscheidung - nur käme sie zu spät. "Wenn Leroy wollen würde, wäre er wahrscheinlich schon hier", sagte Joshua Kimmich bereits im Juli vergangenen Jahres gegenüber ​Sky. Dass der Name dennoch bis zuletzt im Raum stand, bedeutet nun, dass sich der Handlungsdruck für die Münchner ungemein erhöht. 


Noch einen Sommer mit Leihspielern wie Ivan Perisic oder Philippe Coutinho können sie sich nicht leisten. Es braucht wirkliche Verstärkungen auf der Außenbahn, hinter Serge Gnabry und Kingsley Coman wird es von der Qualität her dünn. Die Sportliche Leitung braucht Alternativen, muss sich mit dem Trainer, der erst noch gefunden werden muss, darauf einigen, wer am besten geeignet ist - sowohl fußballerisch als auch menschlich. 


Sollte Sané tatsächlich nicht als Neuzugang präsentiert werden, würde das nicht bedeuten, dass die Bayern keine Chance mehr hätten, Top-Spieler zu verpflichten. Man hätte sich einfach nur den falschen Kandidaten ausgesucht. Ein Klub dieser Größenordnung darf sich so einen Fehler jedoch nicht zu häufig erlauben. Man sollte keinem Spieler ein Jahr lang hinterherrennen, nur um doch wieder von ihm abzurücken.


Ziehen alle an einem Strang?


Es zeigt auf, dass hinter den Kulissen scheinbar wenig Einigkeit herrscht. Dabei müssen nicht nur in diesen Tagen alle an einem Strang ziehen, um erfolgreich zu sein. Das fängt bei der Trainerfrage an, in der endlich Klarheit herrschen muss, und geht über Vertragsverlängerungen hinaus bis hin zu den Transferzielen

 

Ist das Nein zu Sané endgültig, bleibt die Frage, wer stattdessen kommen könnte - etwa der von Flick favorisierte Timo Werner, den man im Vorjahr für 25 Millionen Euro hätte haben können? Darauf muss über kurz oder lang eine Antwort gefunden werden. Klar ist jedoch: Ohne Trainer kann man die Kaderplanung nicht finalisieren, da dieser am Ende der Kette für die sportliche Ausrichtung verantwortlich ist und genau wissen muss, welcher Spieler in sein Konzept passt oder nicht.