​Wie sieht die Zukunft von ​Werder Bremen aus? Der Sommer wirft weiterhin viele Fragen auf; allen voran über die Zusammensetzung des Kaders. Ein eigentlich aussortiertes Trio könnte nun doch wieder mit neuen Verträgen ausgestattet werden - aus Angst vor dem Zerfall.


Nuri Sahin, Fin Bartels und Sebastian Langkamp haben einige Gemeinsamkeiten. Alle drei spielten im Verlauf der Saison quasi keine Rolle und brachten es gemeinsam gerade einmal auf 1.535 Einsatzminuten in Liga und Pokal. Bei Sahin gilt das zwar nur mit Abstrichen, die letzten vier Bundesliga-Spiele hatte der Mittelfeldspieler aber auch keinen einzigen Einsatz mehr. Dazu enden die Verträge des Trios im Sommer. Eine jeweilige Verlängerung schien lange ausgeschlossen.


Nun muss Werder allerdings umdenken. Zumindest müssen Überlegungen dazu getroffen werden, ob der Verein nicht doch auf diese Spieler angewiesen ist. Vor der nächsten Saison stehen die Grün-Weißen nämlich vor großen Herausforderungen. Unter anderem droht der Zerfall der Mannschaft.


Abstieg, Ausverkauf & Geldsorgen


Mehrere Szenarien sprechen dafür, dass Bremen womöglich ein weiteres Jahr mit dem Trio bestreiten könnte. Allen voran die Geldsorgen sind dabei allgegenwärtig. Denn in der aktuellen Coronakrise sind die Bremer mehr denn je gebeutelt und auf alle Einnahmen angewiesen. Der Ausverkauf der vielen Stars im Sommer würde allein dazu dienen, den Verein am Leben zu erhalten.

Fin Bartels

Die Zeit von Fin Bartels schien in Bremen schon lange vorbei


Damit sinkt die Qualität und Breite im Kader gewaltig. Erfahrung und nachgewiesene Klasse wären speziell im Falle des Abstiegs rar. Genau diese brächten allerdings Sahin, Bartels und Langkamp mit; wenn auch nur teilweise. An Schneid mangelt es der Ü30-Abteilung in keinem Fall. Und jeder von ihnen könnte Werder in Bestform auf seine Weise helfen.


Dazu sind neue Verträge mit diesen Spielern nur mit geringem Kostenaufwand verbunden. Bartels und Langkamp sind längst im Herbst ihrer Karriere angelangt und zählen schon jetzt nicht zu den Topverdienern. Bei Sahin fehlen die Interessenten, was Verhandlungen weiter vereinfachen könnte. Vor der ungewissen Zukunft muss das Trio also als kostengünstige Notlösung in Betracht gezogen werden.


Sportlicher Mehrwert bleibt auf der Strecke


Doch die Verantwortlichen​ um Frank Baumann sind zwangsläufig mit der Frage beschäftigt, ob einer dieser Profis den Norddeutschen überhaupt noch einen sportlichen Mehrwert vermittelt - Stichwort Verletzungsanfälligkeit. Schlussendlich könnten sie sich in der kommenden Saison auch als Kaderfüller herausstellen, die erneut aussortiert werden, oder Youngstern den Platz wegnehmen.


Bremen hat also einen weitere Grund, abzuwarten. Die Entwicklung der Lage wird klar machen, wie sehr Werder von Plan B, C und D abhängig ist. Dass der SVW momentan nichts unbedacht lassen darf, ist längst deutlich geworden. Mindestens bedenklich ist es in jedem Fall, dass Bremen die sportliche Perspektive im Notfall derart unterordnen müsste.