Beim ​FC Bayern München widmen sich die Verantwortlichen während der Corona-Pause der Kaderplanung für die nächsten Spielzeiten. Ein dickes Fragezeichen steht dabei hinter der Zukunft von ​Kapitän Manuel Neuer. Die Gespräche mit dem Schlussmann über eine Verlängerung seines 2021 auslaufenden Vertrags sollen zuletzt ins Stocken geraten sein. ​Vorstandsmitglied und Ex-Torhüter Oliver Kahn kann sich bestens in die Lage von Neuer hineinversetzen, weshalb sein Wort im Vertragspoker viel Gewicht haben dürfte.


14 Jahre lang hütete Kahn das Tor des deutschen Rekordmeisters, ehe er im Sommer 2008 seine Torwarthandschuhe an den Nagel hängte. Bei seinem letzten Pflichtspiel für die Bayern war der "Titan" fast 39 Jahre alt. Neuer schwebt offenbar ein ähnliches Szenario vor. Laut Angaben der Sport Bild will der Ex-Schalker seinen Vertrag unbedingt bis 2025 verlängern. Nach Ablauf des Kontrakts wäre der Nationalkeeper 39 Jahre alt. 


Vertragsverhandlungen zwischen FC Bayern und Neuer festgefahren


Die Verantwortlichen des Rekordmeisters wollen das Arbeitspapier von Neuer jedoch angeblich nur um zwei Jahre bis 2023 verlängern, weshalb die Verhandlungen laut kicker-Informationen zuletzt festgefahren waren. Eine zeitnahe Einigung scheint derzeit nicht in Sicht zu sein. Sollte der 34-Jährige seinen Vertrag nicht verlängern, deutet vieles auf einen ablösefreien Abgang im Sommer 2021 hin. 

Manuel Neuer

Trägt seit 2011 das Bayern-Trikot: Manuel Neuer



Die Bild-Zeitung spekuliert darüber, dass Kahn, der auch an den bisherigen Vertragsverhandlungen mit Berater Thomas Kroth teilgenommen hat, im Neuer-Poker eine wichtige Rolle spielen wird. 


Die entscheidende Frage soll dabei sein, ob der ehemalige Welttorhüter den 34-jährigen Kapitän für zu alt hält, um ihn mit einem langfristigen Vertrag bis 2025 auszustatten. Der designierte Vorstandsvorsitzende (ab Ende 2021) hat den großen Vorteil, dass er selbst bis ins hohe Fußballalter zwischen den Pfosten gestanden war und daher genau weiß, wie schwierig es ist, mit Ende 30 noch Top-Leistungen abzurufen. Kahn selbst verlängerte aber nur "häppchenweise", wie es die Bild nennt, und bekam im Herbst seiner Karriere keinen langfristigen Vertrag vorgelegt. Zudem war er - anders als Neuer - nicht mehr im DFB-Team aktiv und hatte dadurch keine zusätzliche Belastung.


Bei den Verhandlungen mit Neuer dürfen die Verantwortlichen auch Alexander Nübel nicht außer Acht lassen. Der ​Schalke-Schlussmann wechselt im Sommer ablösefrei nach München und soll in den nächsten Jahren als Neuer-Nachfolger aufgebaut werden. Beim Rekordmeister hat der 23-Jährige einen Fünfjahresvertrag unterschrieben und damit die Laufzeit erhalten, die Neuer ebenfalls gerne hätte.