​Der Schweizer Erstligist FC Sion hat am Mittwoch alle Spieler fristlos entlassen, das berichtet der Blick. Zuvor sollten die Profis sehr kurzfristig der Kurzarbeit zustimmen.


Auch am Schweizer Fußball geht die Corona-Krise natürlich alles andere als spurlos vorbei und die Klubs machen sich Gedanken, wie sie vor allem finanziell mit der Situation umgehen sollen. Der FC Sion hat laut Blick seinen Spielern am Mittwoch ein Schreiben vorgelegt, in dem diese ankreuzen sollten, ob sie mit den beschlossenen Maßnahmen einverstanden seien; unter anderem ging es dabei um das Einverständnis für Kurzarbeit.


"Was der FC Sion da gemacht hat, ist alles andere als korrekt"


Dazu hatten sie allerdings nur wenige Stunden Zeit, bis Mittwoch, 12 Uhr sollten sie antworten. So blieb den Profis um Johan Djourou (ehemals ​HSV) oder Alexandre Song (​Arsenal und ​FC Barcelona) kaum Zeit, sich mit Beratern oder Anwälten abzustimmen. Viele hätten deshalb gar nicht erst geantwortet oder abgelehnt. "In dieser kurzen Zeitspanne war es unmöglich, die Sache seriös abzuklären. Und vom Klub war für Nachfragen niemand erreichbar. Was der FC Sion da gemacht hat, ist alles andere als korrekt", sagte Djourous Agent Costa Bonato der Zeitung.

Noch am selben Tag erhielten die Spieler vom Präsidenten Christian Constantin ein weiteres Schreiben: Die fristlose Kündigung. Der Verein gibt laut Blick höhere Gewalt als Grund an. "Wir sind all unserer Einkommen beraubt. Es ist uns untersagt, ihnen ihre Arbeitsleistung anzubieten und es ist ihnen untersagt, ihre Leistung zu erbringen", steht in dem Schreiben. 


Die Swiss Association of Football Players (SAFP) hat sich bereits eingeschaltet. "Wir erwarten, dass diese missbräuchlichen Kündigungen unverzüglich widerrufen werden, und dass eine Diskussion über mögliche Alternativen eröffnet wird", schrieb SAFP-Präsident Lucien Valloni an den Verein. Beendet ist dieser Streit wohl noch lange nicht.