Nach dem blutleeren Auftritt gegen Bayer Leverkusen fordert Leipzigs Keeper Peter Gulacsi wieder eine andere Leistung seiner Vordermänner. Der Ungar zog gegenüber ​BILD einen Vergleich zum ​FC Bayern und schlussfolgert: "Wir müssen auch so sein."


Julian Nagelsmann redete sich bereits das ein oder andere Mal in der laufenden Saison in Rage. Mehr als einmal betonte das Trainer-Juwel, seine Mannschaft sei längst nicht auf dem Niveau von Bayern München oder Borussia Dortmund und lasse die Gier nach Siegen vermissen. So auch nach der 0:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt am 19. Spieltag, als RB Leipzig nach einer dominanten ersten Halbzeit einbrach.

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  Julian Nagelsmann peitscht seine Spieler Woche für Woche nach vorne. Unterstützung erhält der Cheftrainer von Peter Gulacsi



"Jeder muss für sich entscheiden, 'will ich ein Gewinner sein, wo will ich im Leben stehen?' - die Entscheidung trifft jeder für sich. Und die muss ich nicht hören, die spüre ich, die muss ich auf dem Platz sehen", wütete Nagelsmann laut kicker, "wir sind kurz vor dem Gipfel. Jetzt müssen wir uns entscheiden, ob wir ans Gipfelkreuz wollen - oder ob wir hier bleiben, was essen, was trinken und wieder runterlaufen."


Man könnte meinen, Leipzig liege nur auf einem Europa-League-Platz, dabei ist der Vizemeister von 2017 Tabellenzweiter und kann am Samstag mit einem Sieg beim VfL Wolfsburg punktgleich mit den Bayern ziehen, die erst am Sonntag gegen Augsburg gefordert sind. Doch Nagelsmann ist extrem ehrgeizig, gestand sich selbst ein, dass er mitunter zu viel von seinen Spielern fordert, getrieben von der Lust und der Sehnsucht auf und nach Titeln. 


Gulacsis Appell an seine Mitspieler


Frankfurt ist die einzige Mannschaft, die RB in diesem Jahr schlagen konnte, letztmals im Pokal-Achtelfinale. Seither verpasste Leipzig einzig gegen Bayern (0:0) und Leverkusen (1:1) einen Sieg und kassierte gegen die Werkself in einem insgesamt müden Heimspiel das einzige Gegentor. Umso mehr fordert Gulacsi mehr Emotionalität und mehr Gier, um die Erfolgsserie aufrechtzuerhalten: "Wir brauchen ein emotionales Level wie gegen Tottenham oder Schalke", sagt er gegenüber BILD und staunt über den FC Bayern: "Was die in den letzten Jahren geleistet haben, ist unglaublich. Trotz 15 Punkten Vorsprung oder mehr haben die immer die Gier gehabt, zu gewinnen."


Daran müsse man sich orientieren: "Wir müssen auch so sein. Dass wir das können, haben wir auch schon gezeigt." Nach dem Auswärtsspiel in Wolfsburg steht das Rückspiel in der ​Champions League gegen Tottenham Hotspur bevor, danach warten mit dem SC Freiburg, Mainz 05 und Hertha BSC angenehme Aufgaben in der ​Bundesliga. Speziell gegen diese Teams dürfen sich die Leipziger keine Ausrutscher erlauben, das berüchtigte Gipfelkreuz muss erklommen werden. Andernfalls schwinden die Chancen auf die Meisterschaft.